De Tomaso V12-Motor: An welche Filmfigur erinnert uns dieser Motor?

V12-Motor des De Tomaso P900
An welche Filmfigur erinnert uns dieser Motor?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 02.02.2026
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Klar, Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Aber nicht nur. Schönheit ergibt sich auch aus dem jeweiligen Kontext. Geht es um einen leistungsstarken Verbrennungsmotor, dann erfüllt das diesen umgebende Rohrgeflecht in Form der Auspuffkrümmer samt sich anschließender Abgasanlage allerhöchste ästhetische Ansprüche. Taucht dieses Rohrgeflecht dagegen plötzlich auf der Kinoleinwand oder dem Fernsehbildschirm auf, und das auch noch zähnefletschend und mit lautstarkem Getöse, löst es eher Abscheu aus.

Kunstvoll geschlängeltes Abgasrohrgeflecht

Beim Betrachten der neuen Bilder, die der Kleinserienhersteller De Tomaso Automobili jüngst über seine Social-Media-Kanäle von seinem V12-Saugmotor veröffentlicht hat, liegt eine solche Assoziation durchaus nahe. Denn je nach Blickwinkel sehen das im Modell P900 eingesetzte Triebwerk und seine Peripherie so aus, als seien sie direkt vom Weltraummonster aus den "Alien"-Filmen inspiriert worden. Kunstvoll schlängelt sich ein medusaartiges Geflecht aus Rohren um den Motor, ähnlich wie es beim Alien ein um den Korpus und die "Oberarme" gelegtes Rohrskelett macht. Nur die ästhetische Wirkung ist jeweils eine völlig andere.

Für beide Erscheinungen sind übrigens Künstler aus dem Herzen Europas verantwortlich. Die Abgasanlage des De Tomaso P900 stammt von der nahe Turin ansässigen Firma Italtecnica Engineering. Und das Alien wurde nur ein paar hundert Kilometer weiter nördlich erdacht. Nämlich vom 2014 verstorbenen Schweizer Künstler Hansruedi (H.R.) Giger, der auch noch einige andere Fantasiefiguren für Hollywoods Filmindustrie erschuf. Sein berühmtestes Werk war jedoch das Monster aus der 1979 gestarteten "Alien"-Filmreihe von Regisseur Ridley Scott.

Mehr Leistung, besserer Sound

Die kunstvoll verschlungenen Rohre dienen übrigens nicht nur optischen Zwecken. Italtecnica Engineering war bestrebt, möglichst gleiche Rohrlängen zu realisieren, um den Abgasstrom zu optimieren. Das führt nicht nur zu mehr Leistung, sondern auch zu einem schöneren, weil gleichmäßigeren Sound. Beim De Tomaso P900 führen die Norditaliener die zwölf Abgaskrümmer erst in sechs Rohren zusammen, bevor diese – einen Kreis bildend – in einem einzigen breiten Abgasendrohr münden. Dieses tritt zentral und recht weit oben aus der Karosserie heraus.

Ähnlich wie die bei ihrem ersten Auftritt bahnbrechende Filmfigur ist auch der V12-Motor des De Tomaso P900 ein Wunderwerk der Technik. Der 6,2-Liter-V12 soll 900 PS erreichen, und das bei kompakten Abmessungen und mit leichtgewichtigen 220 Kilogramm. Auf eine Aufladung oder Elektrounterstützung verzichtet das Triebwerk komplett. Stattdessen schöpft es seine Kraft aus seiner enormen Drehfreude, die bis zu 12.300/min ermöglichen soll. Ein Xtrac-Paddleshift-Getriebe leitet die Kraft an die Hinterräder weiter.

Nur 18 Exemplare für je 3 Millionen Dollar

Das Auto, in dem das Motoren-Auspuff-Kunstwerk zum Einsatz kommt, ist übrigens eines der exklusivsten der Welt. Der nicht straßenzugelassene De Tomaso P900 ist auf nur 18 Exemplare limitiert und kostet pro Stück drei Millionen Dollar (aktuell umgerechnet gut 2,5 Millionen Euro) netto. Zum Vergleich: Das Budget für den ersten "Alien"-Film soll elf Millionen Dollar betragen haben.

Fazit