Luft statt Heckscheibenwischer: Porsche patentiert leichte Technik

Porsche-Patent
Luftwunder statt Heckscheibenwischer

ArtikeldatumVeröffentlicht am 03.01.2026
Als Favorit speichern

Porsche hat ein Patent eingereicht, dass einen mechanischen Heckscheibenwischer überflüssig macht. Der Sportwagenhersteller stattet auf Wunsch auch den 911 mit einem klassischen Heckscheibenwischer aus. Was Nicht-Elfer-Fahrer befremdlich finden mögen, scheinen Porschefahrer ganz praktisch zu finden – die Bestellrate soll hoch sein. Und in Foren loben die Fahrer die Vorzüge des Wischers insbesondere bei langsamen Fahrten in der Stadt oder bei Stop-and-Go-Verkehr auf der Autobahn – das schnell auf der flachen Heckscheibe stehende Regenwasser ist mit dieser Technik schnell wieder heruntergewischt.

Aber der Heckscheibenwischer scheint die Aerodynamik zu stören und er bringt zusätzliches Gewicht ins Auto. Deshalb ersetzen ihn die Porsche-Ingenieure jetzt durch Luft – zumindest in einem Patent, das Carbuzz entdeckt hat. Dargestellt haben sie die Patent-Technik an einem Porsche Panamera, der ebenfalls mit einer eher flach verlaufenden Heckscheibe ausgerüstet ist.

Porsche ersetzt im Patent Scheibenwischer durch Luftströmungen.
Porsche

Luft statt Elektromotor plus Metall und Gummi

Kern der Idee ist ein bewegliches Luftleitelement, das den Fahrtwind gezielt über die Heckscheibe lenkt. In der aktiven Position führt es den Luftstrom so, dass Wasser und Schmutz nicht auf die Scheibe gelangen. In der inaktiven Position verschwindet das Element weitgehend im Dach oder in der Heckklappe und erzeugt so kaum noch einen Luftwiderstand. Das Besondere: Ein zweites Luftleitelement wandelt den Fahrtwind in Anpressdruck für die Hinterachse um – Sauberkeit und Fahrstabilität in einem.

Die Luftleitelemente sind nicht nur für die Heckscheibe da: Auch die Frontscheibe bleibt so frei von Verunreinigungen. Durch die Anpassung von Position und Anstellwinkel passt sich das System automatisch den Fahrsituationen an.

Porsche ersetzt im Patent Scheibenwischer durch Luftströmungen.
Porsche

Grenzen der Erfindung

Natürlich funktioniert das System nur, wenn das Auto unterwegs ist. Bei niedrigen Geschwindigkeiten, Stop-and-go oder im Stand bleibt der Fahrtwind zum Reinigen der Heckscheibe aus. Nur bei schnellen Fahrten bliebe die Sicht klar und die Linie des Fahrzeugs ungestört. Somit wäre die patentierte Technik zumindest beim 911 genau für die Anwendungsfälle ungeeignet, für die Elfer-Fahrer sie bräuchten. In Sachen Frontscheibe wäre allerdings eine Kombination als klassischem Scheibenwischer für niedrige Geschwindigkeiten und aerodynamisch vorteilhaftem Luft-Scheibenwischer für hohe Geschwindigkeiten denkbar.

Fazit