Wartet Tesla wirklich auf Freigabe? In Kalifornien keine Robotaxi-Zulassung beantragt

Wartet Tesla wirklich auf Freigabe?
In Kalifornien keine Robotaxi-Zulassung beantragt

ArtikeldatumVeröffentlicht am 09.03.2026
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Tesla Robotaxi
Foto: Tesla / bearbeitet: Gregor Hebermehl

Elon Musk erzählt seit Monaten dieselbe Geschichte: Tesla stehe kurz vor dem Start eines Robotaxi-Dienstes in Kalifornien, nur die Behörden müssten noch mitspielen. Das klingt nach einer fast fertigen Technik, die an einem trägen Apparat hängen bleibt. In Kalifornien scheinen allerdings eher die Behörden bereit zu sein – nur von Tesla kommt nichts, wie Detroit News unter Berufung auf Reuters berichtet. Der Konzern meldete 2025 offenbar keinen einzigen autonomen Testkilometer auf öffentlichen Straßen in Kalifornien – und das bereits im sechsten Jahr in Folge. Außerdem beantragte Tesla keinen nächsten Schritt Richtung fahrerloser Betrieb.

Keine Weiterentwicklung in Kalifornien

Kalifornien geht beim autonomen Fahren in klaren Schritten vor. Zuerst darf ein Unternehmen mit Sicherheitsfahrer testen. Danach kann es weitere Genehmigungen für Tests ohne Fahrer und später für den Regelbetrieb beantragen.

Tesla kommt dort bisher über die erste Stufe nicht hinaus. Der Konzern taucht in Kalifornien als Anbieter auf, der mit Sicherheitsfahrer testen darf. Auf Tests ohne Fahrer oder für einen regulären fahrerlosen Betrieb gibt es bislang keine Hinweise.

Weiter mit Mensch am Steuer

Noch deutlicher wird der Widerspruch beim Blick auf Teslas Betrieb in Kalifornien. Der Konzern beschreibt ihn gegenüber der zuständigen Aufsichtsbehörde selbst nicht als fahrerlosen Taxi-Dienst. Tesla erklärt vielmehr, dass bei diesen Fahrten ein Sicherheitsfahrer auf dem Fahrersitz sitzt und das System "Full Self-Driving (Supervised)" nur mit einer Beaufsichtigung durch den Fahrer arbeitet. Hier bietet der Hersteller also einen klassischen Fahrdienst an, bei dem die Software zeitweise den Fahrer unterstützt. Einen echten Robotaxi-Dienst betreibt Tesla seit Juli 2025 in der texanischen Hauptstadt Austin.

Kalifornien verlangt viel – Tesla liefert wenig

Natürlich macht Kalifornien den Herstellern das Leben nicht leicht. Der Bundesstaat verlangt Testfahrten, Berichte und mehrere Genehmigungsschritte. Das kostet Zeit und Geld – etwas, in das Unternehmen ungern investieren. Aber die Regeln sind transparent. Anbieter wie Waymo sind diesen Weg gegangen oder arbeiten ihn zumindest Schritt für Schritt ab. Tesla dagegen kritisiert das System, ohne dort selbst den Eindruck zu hinterlassen, den Weg mit letzter Konsequenz gehen zu wollen. So zitiert Detroit News Bryant Walker Smith, einen Rechtsprofessor an der University of South Carolina. Der Experte für autonomes Fahren war bereits für die kalifornische Verkehrsbehörde tätig und betont, Tesla vermittle den Eindruck, "dass sie bereit seien und die Regulierungsbehörden nicht", obwohl in Wahrheit eher das Gegenteil gelte.

Tesla Robotaxi
Tesla

Tesla greift die Regeln an, statt sie abzuarbeiten

Tesla kritisiert in Kalifornien unter anderem die Testanforderungen, Mindestumfänge und Berichtspflichten als zu aufwendig. Das mag aus Unternehmenssicht nachvollziehbar sein – löst aber das Grundproblem nicht. Angeblich fast am Ziel, wäre es logisch, wenn Tesla Nachweise liefert und den nächsten Schritt beantragt. Stattdessen diskutiert der Konzern aktuell auffällig oft und laut über die Regeln.

Ein Teil von Teslas Börsenwert speist sich aus der Hoffnung auf künftige Erlöse mit autonomem Fahren. Diese Erwartung stützt Musk, wenn er die Behörden als Bremser darstellt. So zitiert ihn Detroit News aus einer Telefonkonferenz zu den Geschäftszahlen vom Oktober 2024: "Ich wäre schockiert, wenn wir nächstes Jahr keine Genehmigung bekämen, aber es ist eben nicht etwas, das wir vollständig kontrollieren können." Genau diese Genehmigung hat Tesla im darauffolgenden Jahr offenbar nicht einmal beantragt.

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