Porsche-Patent: Kommen bald Sportwagen mit Blattfedern?

Neues Fahrwerks-Patent von Porsche
Bringt Porsche Sportwagen mit Blattfedern?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 19.01.2026
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Viele Jahre wurden die Konstrukteure der Corvette dafür belächelt, ein Fahrwerk mit querliegenden Blattfedern für ihren Vorzeige-Sportwagen zu verwenden. Doch kaum ist dieses Layout seit dem Wechsel zur C8-Generation Geschichte, da wendet sich plötzlich Porsche der Blattfeder-Technik zu. Darauf deutet zumindest ein Patent hin, das die Schwaben im Sommer 2024 eingereicht hatten und das am 8. Januar 2026 von der "World Intellectual Property Organization" WIPO veröffentlicht wurde.

Blattfeder mit Aufrüstungs-Potenzial

Porsche versucht bei seiner Erfindung mit der Patentnummer 102024117824, die Einzelradaufhängung bei einem Kraftfahrzeug mit der gemeinhin als antiquiert und nicht sportwagentauglich betrachteten Technik zu kombinieren. Erfinder Fric Ondrej integriert in seine Radaufhängung sowohl einen Querlenkerarm, der blattfederformartig ausgebildet ist, als auch zumindest ein weiteres Blattfederelement. Das soll das Konzept der Einzelradaufhängung verbessern.

Porsche wäre jedoch nicht Porsche, wenn das Patent nicht eine ausgeklügelte Kombination aus mehreren Fahrwerkskomponenten darstellen würde. Ein Stoßdämpfer ist ebenso Teil des Radträgers wie ein zweiter Querlenkerarm, der in Form eines Stabilisators ausgebildet ist.

Der erste Querlenkerarm kann zudem seine Steifigkeit anpassen, indem er über sowohl in lateraler als auch in vertikaler Richtung bewegbare Stützlager aufweist. Über diese Technik sollen sich laut Patentschrift ebenso die Bodenfreiheit und die Steifigkeit des Fahrzeugs ändern lassen. Diese Aufgabe käme einem elektrischen oder hydraulischen Aktuator zu, wodurch eine technisch komplexe Luftfederung unnötig wäre.

Blattfederfahrwerk mit geringerer Bauhöhe

Dass eine Blatt- statt einer Schraubenfeder verwendet werden soll, zielt auf "eine wesentlich geringere Bauhöhe der Einzelradaufhängung" ab. Das steigere die Möglichkeiten beim Design und könne Vorteile beim Fußgängerschutz nach sich ziehen, weil eine tragende Struktur des Kraftfahrzeugs tiefer gelegt werden könne. Fahrdynamisch soll ein Sportwagen mit dem Blattfeder-Patent beim Einlenken profitieren; es heißt, der Lenkrollradius werde positiv beeinflusst. Diese Lösung stelle darüber hinaus eine kostengünstige Variante einer Radaufhängung dar, da potenziell weniger Bauteile benötigt werden.

Besonders interessant könnte Porsches neues Fahrwerkspatent im Hinblick auf neue Elektroautos werden, die ihre Motoren innerhalb der Räder tragen. Hier schafft eine potenzielle Lösung mit Blattfedern womöglich zusätzlichen Bauraum für die Antriebskomponenten.

Hinweis: In der Fotoshow über dem Artikel stellen wir Ihnen den neuen Porsche 911 Turbo S vor.

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