An der rechten A-Säule des Toyota 4Runner Trailhunter ragt ein schnorchelähnliches Bauteil empor. Das wirkt robust, sollte Fahrer aber nicht zu tieferen Wasserdurchfahrten verleiten. Toyotas Bezeichnung für das Kunststoffrohr lautet ganz sachlich "hochgelegte Luftansaugung". Der Unterschied zum klassischen Schnorchel ist entscheidend: Ein echter Schnorchel ist vollständig abgedichtet und schützt den Motor bei tiefen Wasserdurchfahrten vor eindringendem Wasser. Die Ansaugung des 4Runner erfüllt diese Voraussetzung nicht. Wer mit ihr sorglos durch tiefe Furten fährt, riskiert einen kapitalen Motorschaden durch Wasserschlag.
Trotzdem hat die Konstruktion einen praktischen Nutzen. Der Ansaugpunkt wandert weg aus dem Radhaus und dem Staubbereich nahe dem Boden nach oben an die A-Säule. Dort ist die Luft in der Regel sauberer und weniger stark mit aufgewirbelten Partikeln belastet. Das entlastet den Luftfilter und kann unter staubigen Bedingungen die Standzeit verlängern.
Höher ist trotzdem sinnvoll
Hinzu kommt ein thermischer Effekt: Luft in größerer Höhe ist meist etwas kühler als die Warmluft im Motorraum. Kühlere Luft enthält mehr Sauerstoff pro Volumeneinheit. Moderne Motorsteuerungen passen die Einspritzung entsprechend an. Der Leistungsgewinn bleibt zwar überschaubar, doch die Verbrennung kann unter bestimmten Bedingungen effizienter ablaufen.
Ein klassischer Schnorchel führt die Luft nicht nur höher, sondern dichtet das gesamte Ansaugsystem gegen Wasser ab. Dazu gehören Übergänge, Luftfiltergehäuse und Verbindungen zum Motor. Nur so lässt sich verhindern, dass Wasser in die Brennräume gelangt. Diese Maßnahmen hat Toyota für den 4Runner Trailhunter nicht vorgesehen.

Toyota stattet den 4Runner in der Version Trailhunter mit einer schnorchelförmigen Luftansaugung an der rechten A-Säule aus. Diese erhöhte Luftansaugung erhöht nicht die Wattiefe des Geländewagens.
Viele Maßnahmen für Wasserdurchfahrten
Und selbst mit den oben genannten Dichtmaßnahmen ist eine Wasserdurchfahrt nicht automatisch sicher. Elektrische Steckverbindungen, Steuergeräte, Lichtmaschine oder Sensorik müssen ebenfalls gegen Feuchtigkeit geschützt sein. Auch Kühlventilatoren können bei Wasserkontakt beschädigt werden, wenn sie weiterlaufen und plötzlich auf den Wasser-Widerstand treffen. Metallventilatoren verkraften den Wasserkontakt besser als Kunststoffmodelle, und ein kräftiger Antrieb muss die Flügel auch im Wasser zuverlässig drehen. Tiefe Furten verlangen also ein ganzes Bündel an Maßnahmen – nicht nur ein Rohr an der A-Säule.

Oben ist weniger Staub und die Luft ist kühler als im Motorraum - deshalb bietet die erhöhte Luftansaugung unter bestimmten Bedingungen Vorteile.
Ein Nebeneffekt der hohen Ansaugung ist akustischer Natur. Das Ansauggeräusch des Motors tritt deutlicher hervor, weil der Luftstrom nicht mehr abgeschirmt im Motorraum verschwindet. Je nach Geschmack wirkt das kernig oder auf Dauer etwas zu präsent.












