Überflüssig? Subaru patentiert Handschaltung für Elektroautos

Subarus simulierte Handschaltung
Innovation oder Spielerei?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 05.02.2026
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Subaru Performance-E STI Konzept
Foto: Subaru

Subarus neues Patent beschreibt eine Technologie, die das Fahrerlebnis eines manuellen Getriebes in Elektroautos simuliert. Dabei handelt es sich nicht um ein echtes Getriebe, sondern um eine Kombination aus Sensoren und Steuergeräten. Der Ganghebel bewegt sich durch eine H-förmige Schaltkulisse, während das Kupplungspedal ebenfalls mit Sensoren ausgestattet ist. Diese Komponenten sind miteinander verbunden und liefern ihre Daten an ein Steuergerät, das das Drehmoment entsprechend der gewählten Gangstufe und der Pedalstellung anpasst.

Eine Besonderheit des Systems ist die Sicherheitsfunktion, die das ungewollte Anfahren verhindert. Diese Funktion erkennt, ob sich das Fahrzeug im Leerlauf befindet oder ob das Kupplungspedal vollständig durchgetreten ist, bevor der Motor gestartet wird. Diese Technik, die bei Verbrennern mit manuellen Getrieben seit Jahren üblich ist, wird hier auf den elektrischen Antrieb übertragen.

Der Nutzen für die Elektromobilität

Die Idee hinter der simulierten Handschaltung ist es, das Fahrerlebnis von Verbrennern auf Elektroautos zu übertragen, um eine emotionale Bindung zu schaffen. Laut Subaru könnte dies insbesondere sportliche Fahrer ansprechen, die das Schaltgefühl eines manuellen Getriebes vermissen. Doch Kritiker argumentieren, dass diese Technik überflüssig ist, da Elektromotoren in der Regel keine Gangschaltung benötigen.

Ein weiterer Aspekt ist die Sicherheitsfunktion des "Jackrabbit Start Suppression Device", die verhindert, dass Schaltautos ohne getretenes Kupplungspedal gestartet werden können. Während dies bei Verbrennern sinnvoll ist, stellt sich die Frage, ob es bei Elektroautos wirklich notwendig ist. Üblicherweise steht der Elektromotor beim Start eines Fahrzeugs still und überträgt seine Kraft erst, wenn das Fahrpedal gedrückt wird. Subaru plant jedoch, den Antrieb stets im manuellen Modus zu starten, was diese Sicherheitsfunktion erforderlich machen könnte.

Vergleich mit Toyotas Ansatz

Interessanterweise ist Subaru nicht der erste Hersteller, der eine simulierte Handschaltung für Elektroautos entwickelt. Toyota hatte bereits 2022 ein ähnliches Patent angemeldet und die Technik zur Serienreife gebracht. Da Subaru und Toyota bei der Entwicklung von Elektromodellen eng zusammenarbeiten, könnte das "Jackrabbit Start Suppression Device" auf der Toyota-Technologie basieren. Dies würde nicht nur die Entwicklungskosten senken, sondern auch die Markteinführung beschleunigen.

Marktpotenzial und Kritik

Die Einführung einer simulierten Handschaltung könnte Subaru helfen, sich in einem zunehmend wettbewerbsintensiven Markt zu differenzieren. Doch die Frage bleibt, ob die Zielgruppe groß genug ist, um die Investitionen zu rechtfertigen. Kritiker sehen in der Technologie eher ein Marketinginstrument als eine echte Innovation. Zudem könnte die zusätzliche Komplexität die Produktionskosten erhöhen und die Zuverlässigkeit beeinträchtigen.

Zukunftsperspektiven

Obwohl die simulierte Handschaltung derzeit noch in den Kinderschuhen steckt, könnte sie in Zukunft eine größere Rolle spielen. Mit der Weiterentwicklung der Technologie und einer möglichen Integration in andere Fahrzeugmodelle könnte Subaru neue Zielgruppen erschließen. Dennoch bleibt abzuwarten, ob diese Innovation tatsächlich den gewünschten Erfolg bringt oder ob sie als überflüssige Spielerei abgetan wird.

Fazit