Hybridantriebe gelten seit Jahren als Brückentechnologie zwischen klassischem Verbrennungsmotor und reinem Elektroauto. Innerhalb dieser Antriebsform haben sich zwei technische Ansätze etabliert: der Vollhybrid, als HEV bezeichnet, und der Plug-in-Hybrid, kurz PHEV. Beide Konzepte verfolgen ähnliche Ziele, unterscheiden sich jedoch grundlegend in Aufbau, Funktionsumfang und der Anzahl verbauter Hochvolt-Komponenten. Ausdrücklich nicht in diesem Beitrag behandelt: Sogenannte Mild-Hybride (MHEV), die von den Herstellern zwar oft als Hybrid-Modell bezeichnet werden, aber nur sehr geringe elektrische Unterstützung des Verbrennungsmotors erlauben.
Technik-Unterschied
Ein HEV nutzt eine vergleichsweise kleine Hochvoltbatterie, die in der Regel zwischen ein bis zwei kWh Kapazität liegt. Der Elektromotor unterstützt den Verbrennungsmotor beim Anfahren und Beschleunigen, übernimmt zeitweise den Antrieb bei niedrigen Geschwindigkeiten und arbeitet beim Verzögern als Generator. Die Batterie wird ausschließlich während der Fahrt geladen, entweder durch Rekuperation oder über den Verbrennungsmotor. Ein externer Ladeanschluss ist nicht vorgesehen. Die elektrische Reichweite ist entsprechend begrenzt und auf kurze Strecken ausgelegt. Das macht HEV zu besonders effizienten Stadtfahrzeugen.
PHEVs erweitern dieses Prinzip deutlich. Sie verfügen über größere Hochvoltbatterien mit Kapazitäten von teils mehr als 20 kWh. Hinzu kommt ein externer Ladeanschluss, über den die Batterie aus dem Stromnetz geladen werden kann. Dadurch sind längere rein elektrische Fahrstrecken möglich, zum Teil über 100 Kilometer. Der Elektromotor ist leistungsstärker ausgelegt, die Batterie wird häufiger und tiefer be- und entladen. Außerdem kommen ein Onboard-Ladegerät, eine Ladebuchse samt Verriegelungs- und Kommunikationssystem sowie erweiterte Steuerungssoftware hinzu.
Komplexere Ausführung
Aus technischer Sicht steigt mit diesen Komponenten die Systemkomplexität. Während ein HEV neben Verbrennungsmotor, Elektromotor, Leistungselektronik und Batterie vor allem auf ein vergleichsweise simples Energiemanagement setzt, müssen PHEVs zusätzliche Betriebszustände abbilden. Dazu zählen das externe Laden, die Abstimmung zwischen elektrischem Fahrbetrieb und Verbrennerbetrieb sowie ein aufwendigeres Batteriemanagement. Auch die thermische Regelung der größeren Batterie ist komplexer ausgeführt.
Pannen- und Zuverlässigkeitsstatistiken von Automobilclubs und Verbraucherorganisationen zeigen seit Jahren Unterschiede zwischen den beiden Konzepten. Vollhybride erreichen in diesen Erhebungen häufig Werte, die nahe an denen klassischer Benziner liegen oder diese teilweise übertreffen. Plug-in-Hybride schneiden im Durchschnitt uneinheitlicher ab. Die Bandbreite reicht von sehr zuverlässigen Modellen bis zu Fahrzeugen mit auffälliger Störanfälligkeit, insbesondere bei jüngeren Modellgenerationen. Auffällig ist, dass gemeldete Probleme nicht ausschließlich den Antrieb betreffen, sondern häufig elektronische Systeme und Software-Ausfälle einschließen.
Große Batterie, hohe Kosten
Bei Reparaturen im Hochvoltbereich spielt die Größe der Batterie eine zentrale Rolle. Die Batterien von HEVs sind kleiner, weniger belastet und werden dauerhaft in einem engen Ladezustandsfenster betrieben. Das wirkt sich auf Alterung und Austauschkosten aus. PHEVs nutzen größere Batterien, die regelmäßig bis zum vollen Ladezustand geladen und bis zur Neige entladen werden. Hinzu kommen mögliche Defekte an Ladeelektronik oder am Onboard-Lader, Komponenten, die bei HEVs nicht vorhanden sind.
Auch im Werkstattalltag zeigen sich Unterschiede. Bei HEVs beschränken sich Hochvolt-Arbeiten häufig auf bekannte, standardisierte Baugruppen. PHEVs erfordern zusätzlich Kenntnisse über Ladeschnittstellen, Kommunikationsprotokolle und softwarebasierte Freigaben. In Vertragswerkstätten werden defekte Hochvolt-Komponenten meist komplett ersetzt, was speziell bei größeren Batterien oder wichtigen Teilen der Hochvolt-Elektronik zu hohen Rechnungsbeträgen von über 10.000 Euro führen kann.
Es kommt darauf an
So stellen sich zwei Aspekte heraus, warum Standard-HEV aus Kosten-Gesichtspunkten die bessere Wahl sind als Plug-in-Hybride: Es sind weniger Komponenten und einfachere Technik verbaut, die überdies weniger belastet wird. Was schon aus Statistik-Gründen zu einem geringeren Ausfallrisiko führt. Außerdem ist die HEV-Technik bei einem möglichen Defekt viel günstiger – dies gilt besonders für die Hochvoltbatterie.
In der Bildergalerie zeigen wir Ihnen Plug-in-Hybrid-Modelle, die (Stand Januar 2026) mit der neuen Elektroprämie förderfähig sind.












