Lexus RX 450h, Dauertest, ams1519 Achim Hartmann
Lexus RX 450h, Dauertest, ams1519
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Lexus RX 450h, Dauertest, ams1519 14 Bilder

Lexus RX 450h im Dauertest

Pannenfrei auch nach über 100.000 Kilometern

Zum dritten Mal seit 1992 bereicherte ein Lexus den Dauertest-Fuhrpark. Nach über 100.000 pannenfreien Kilometern führen wir den RX 450h noch einmal aus an den Gardasee und sagen dem Hybrid-SUV leise Adieu.

Mit Dauertest-Autos ist es ja so eine Sache: Manche schließt man ins Herz, weil sie so lange da sind und man ihnen kaum etwas vorwerfen kann. Eine große Liebe entspringt freilich selten daraus. So ergeht es einigen Kollegen – einschließlich des Autors – mit dem Lexus RX 450h.

Im Frühjahr 2017 gesellt sich der Hybrid-SUV zur Dauertest-Flotte, maus-, nein, basaltgrau und genau 81.900 Euro teuer. Die gleiche Summe fiele an, wenn man heute einen neuen RX 450h mit Metallic-Lack, Assistenz- sowie Sound-Paket bestellte. Der Testwagen hingegen ist nun 100.000 Kilometer älter und genau 36.600 Euro weniger wert – denn die DAT taxiert unseren Gebrauchtwagen auf 45.300 Euro.

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Dino Eisele
Die aktuelle RX-Generation von Lexus wurde 2015 vorgestellt.

Bereits die ersten Eintragungen in der Bordkarte deuten an, dass sich in den folgenden zwei Jahren eine gewisse Ambivalenz durch die Aufzeichnungen zum RX 450h ziehen wird. Häufig wird das entspannte Cruisen bei moderater Geschwindigkeit gelobt, der Lexus als entschleunigender Reisewagen gepriesen. Da ist ja auch was dran, stellt man im Auto fest. Der Sechszylinder-Benziner agiert angenehm und beinahe unhörbar, wenn er nicht zu sehr gefordert wird. Und der leistungsverzweigte Hybridantrieb mit dem Planetenrad-Verteilergetriebe und den zwei E-Motoren sorgt unaufgeregt für die stets passende Übersetzung.

Darüber hinaus zeigt der Antrieb überraschenden Unterhaltungswert. So schreibt etwa Kollege Jens Dralle: „Im Lexus kannst du auf dem Energiemonitor zusehen, wie je nach Lastzustand E-Motoren, Verbrenner und Batterien genutzt oder geschont werden. Wer auch immer das konstruiert hat: Respekt!“

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Auto Motor und Sport
Auto Motor und Sport Kollege Jens Dralle: „Im Lexus kannst du auf dem Energiemonitor zusehen, wie je nach Lastzustand E-Motoren, Verbrenner und Batterien genutzt oder geschont werden. Wer auch immer das konstruiert hat: Respekt!“

Dabei verraten die animierten Bildchen auf dem Monitor kaum die halbe Wahrheit, zeigen nicht genau, wie die MG1 und MG2 genannten Elektromotoren tatsächlich mit Planetengetriebe und V6-Benziner verbunden sind, wahlweise laden, starten oder antreiben und dazu noch im Falle des MG1 bei Bedarf die Hinterräder mitdrehen.

Geschmeidiger Antrieb

Das alles funktioniert mit einer geschmeidigen, reibungslosen Eleganz, die den Hybriden aus dem Toyota-Konzern so mal eben keiner nachmachen kann. Chapeau dafür! Doch der Antrieb hat ebenso weniger schöne Seiten, und auch die bleiben im Verlauf des Dauertests nicht verborgen. „Nicht akzeptables Motorengeheul auf der Autobahn und auf Steigungen“, notiert etwa ein Tester. Er findet damit eher drastische Worte für die Eigenart des Lexus-Antriebs, bei hoher Lastanforderung den Benziner auf Nenndrehzahl zu jagen.

Da hilft dann auch die stufenlose Übersetzung wenig. Es gibt zwar keine Schaltrucke zu verzeichnen, doch der unter hoher Last laute und raue Motor beeinträchtigt den Reisekomfort nicht unerheblich.

Immerhin zeigt sich der Antrieb recht genügsam. Der Durchschnittsverbrauch von 10,2 Litern je 100 Kilometer ist akzeptabel, schließlich gilt es, einen rund 2,2 Tonnen schweren SUV in Bewegung zu halten.

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Achim Hartmann
"Mit knapp über zehn Litern im Schnitt erscheint der Benzinverbrauch angemessen" findet Auto Motor und Sport Redakteur Peter Wolkenstein.

Mit der elektrisch angetriebenen Hinterachse verfügt der Lexus sogar über Allradantrieb, doch der ist kaum mehr als eine Anfahrhilfe. Für ordentlichen Schub ist der für die Hinterräder zuständige MG1 (das Kürzel steht für „Motor-Generator“) mit 50 Kilowatt Leistung und 139 Newtonmeter Drehmoment etwas zu schwächlich. Auch dazu ist der ein oder andere Beitrag auf den Begleitkarten zu finden. Die häufigsten Klagen beziehen sich freilich auf die Bedienung.

Das Menü-Scrollen und -Aussuchen mit dem Joystick-ähnlichen Hebelchen scheint nicht wenige der Lexus-Nutzer zu verdrießen, zumal die Sprachsteuerung eher begriffsstutzig agiert. Daran kann man sich bei längerer RX-Nutzung gewöhnen, Dauerärgernisse sind dagegen die sehr grobe Kartendarstellung des Navis oder die untaugliche Verkehrszeichenerkennung. Auf deren Hinweise sollte man sich lieber nicht verlassen, denn sie zeigt kreativ und erratisch Tempolimits an, die es in Deutschland praktisch nicht gibt, wie beispielsweise 90 oder 140 Kilometer die Stunde.

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Hans-Dieter Seufert
Die Sensoren der Assistenzsysteme sind witterungsempfindlich.

Verzichten könnte man im Übrigen auf das 1.000 Euro teure Mark-Levinson-Soundsystem, dessen Klang allenfalls durchschnittlichen Ansprüchen genügt. Weitere Kritik gibt es für den mäßigen Federungskomfort. Die holperige Abstimmung passt nicht so gut zu einem so kommoden Reisewagen wie dem RX 450h.

Doch der Lexus kann auch einiges an lobenden Anmerkungen einfahren – etwa nach Langstreckenfahrten ins benachbarte Ausland, für die er häufig ausgefasst wird. Auf tempolimitierten Autobahnen kann er dort einige seiner Vorzüge ausspielen, die gute adaptive Geschwindigkeitsregelung beispielsweise. Ebenso finden die bequemen und klimatisierten Vordersitze Beifall. Da lümmelt man locker 500 Kilometer am Stück herunter, schreibt ein Kollege.

Mustergültig zuverlässig ist der Lexus obendrein, beinahe überflüssig zu erwähnen bei einem Fahrzeug aus dem Toyota-Konzern. Nur eine widerspenstige Schalterleiste, die sich zweimal losschüttelt, sorgt für zwei Punkte beim Mängelindex. Unplanmäßige Werkstattaufenthalte? Natürlich keine. Da regt einen fast schon die Frage auf. Es mag ja nicht die große Liebe sein, doch allein für seine Zuverlässigkeit kann man den RX 450h ein wenig ins Herz schließen.

Stärken & Schwächen

Entspanntes Reisen bei mäßigem Verbrauch dank unaufgeregter, ausgereifter Hybridtechnik zählt zu den von Testfahrern am häufigsten aufgeführten Stärken des Lexus RX 450h. Weniger zu gefallen wussten das vergleichsweise knappe Raumangebot im Fond, die unübersichtliche und fummelige Bedienung sowie die arg verschmutzungsanfälligen Sensoren der Assistenzsysteme.

Vor- und Nachteile

  • angenehm entspannter Antrieb
  • gut funktionierende adaptive Geschwindigkeitsregelung
  • angemessener Verbrauch
  • per Lenkradpaddel gut steuerbare Rekuperation
  • sehr bequeme Sitze vorn
  • wirksame Sitz- und Lenkradheizung
  • komfortable Rückbank mit einstellbarer Lehnenneigung
  • gute Isofix-Befestigung
  • hochwertige Verarbeitung
  • zu holperige Federung
  • bei hoher Last lauter und rau laufender Verbrennungsmotor
  • untaugliche Verkehrszeichen- erkennung
  • sehr fummelige Bedienung
  • gefühllose Lenkung
  • recht kleiner Fond- und Kofferraum
  • billige Laderaumabdeckung
  • enttäuschendes Soundsystem
  • Ölkontrolle nur per Peilstab

Fazit

Weitgehend störungsfrei absolvierte der Lexus RX 450h den Dauertest, lediglich eine gleich zweimal abfallende Schalterleiste störte die Bilanz. Die Testredakteure schätzten die Reisequalitäten des großen SUV, die bequemen Sitze und den entspannten Antrieb. Bedienung und Federungskomfort erschienen dagegen verbesserungsfähig.

Technische Daten

Lexus RX 450h F SPORT
Grundpreis 76.500 €
Außenmaße 4890 x 1895 x 1685 mm
Kofferraumvolumen 539 bis 1612 l
Hubraum / Motor 3456 cm³ / 6-Zylinder
Leistung 193 kW / 263 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 200 km/h
Verbrauch 5,8 l/100 km
Alle technischen Daten anzeigen
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