Mercedes A- und B-Klasse im Vergleich

Agilität trifft Raumangebot

Mercedes A-Klasse, Mercedes B-Klasse, Seitenansicht Foto: Hans-Dieter Seufert 19 Bilder

Mercedes sagt: Die A-Klasse kaufen Junge und jung Gebliebene, die B-Klasse Junge und jung Gebliebene – mit erhöhtem Platzbedarf. Gibt es sonst keine Unterschiede?

So radikal der Modellwechsel bei der Mercedes A-Klasse auch ausgefallen sein mag, von Panik- oder gar Hamsterkäufen aus den Reihen der Fans des alten Modells ist nichts überliefert. Ebensowenig allerdings auch, wie viele der Empfehlung des Herstellers folgten und zur B-Klasse wechselten. Beide verkaufen sich top. Und 40 Prozent aller neuen B-Klasse-Fahrer kommen von der Konkurrenz, namentlich von BMW, Opel und VW. Über die A-Klasse lässt sich das noch nicht so genau sagen. Was sie kann, dagegen schon: vor allem schnell fahren. Schnell die Kurve kratzen, um genau zu sein. Selbst mit dem Standardfahrwerk fährt sie die mit optionalem Sportfahrwerk ausgerüstete B-Klasse schwindelig, trotz der um 17 Prozent niedrigeren Federsteifigkeit.

Kompletten Artikel kaufen
Vergleich Mercedes A- und B-Klasse Von A nach B
Sie erhalten den kompletten Artikel (inkl. PDF, 4 Seiten)
1,99 €
Jetzt kaufen

Mercedes A-Klasse gibt sich spurtstärker

Mit seiner langen Nase spürt der Mercedes A 200 CDI zielsicher Kehren auf, klinkt sich auf Befehl des Fahrers unmittelbar in ihren Radius ein und folgt ihm mit hohem Tempo. Ödes Untersteuern? Ging zusammen mit dem Sandwichboden-Konzept in Rente. Stattdessen darf sogar das Heck ein wenig mit dem Kurvenaußenrand flirten, jedoch nie plötzlich, nie ESP-relevant. Derart bunt trieb es der Vorgänger nicht einmal in der Farbkarte.

Typisch Mercedes dagegen: die Lenkung. Sie arbeitet frei von künstlicher Hektik und vermittelt präzise Rückmeldung. In Verbindung mit den 17-Zoll-Rädern und 225er-Reifen (690 Euro Aufpreis) erzielt die A-Klasse daher nahezu spielend deutlich bessere Werte in den Fahrdynamik-Disziplinen als der identisch bereifte B 200 CDI. Das reicht noch nicht? Also dann: Sportfahrwerk bestellen. Dabei entfällt allerdings der serienmäßig durchaus ordentliche Federungskomfort. Einzig im Fach "kurze Stöße absorbieren" fehlte die A-Klasse häufiger.

Auf der Geraden setzt sich der Mercedes A 200 CDI ebenfalls vom Plattform-Bruder ab. Der knurrige, aber grundsätzlich kultivierte Vierzylinder-Diesel kann den Vorteil der leichteren (45 Kilogramm) und windschlüpfigeren (Stirnfläche 2,2 zu 2,4 m²) Karosserie in bessere Beschleunigungswerte umwandeln. Und der Verbrauch? Hier wirkt sich das schlankere Blechkleid ebenfalls positiv aus. Im Testdurchschnitt injizierte sich das 136 PS starke Aggregat 6,4 L/100 km, der B 200 CDI kommt auf 6,8 L/100 km.

Mercedes A-Klasse ist deutlich enger

Auf der auto motor und sport-Verbrauchsrunde knauserte die Mercedes A-Klasse etwas konsequenter (4,1 zu 4,8 L/100 km). In Verbindung mit dem niedrigeren Grundpreis und der nahezu identischen Ausstattung holt sie sich den Sieg – im Umwelt- und Kostenkapitel. Mehr nicht? Na, in der Fahreigenschafts- und Antriebswertung ebenfalls. Doch jetzt öffnet der B alle vier Türen und die Heckklappe. Aufgrund der sechs Zentimeter längeren, 13 Zentimeter höheren und sechs Millimeter breiteren Karosserie wirkt er innen ähnlich kathedral wie der Stuttgarter Hauptbahnhof, die A-Klasse dagegen so beengt wie das Wartehäuschen an der Bushaltestelle daneben.

Fahrer und Beifahrer stört das weniger, sie bekommen in beiden Modellen ähnlich viel Bewegungsfreiheit zugestanden. In der B-Klasse montiert Mercedes allerdings die bequemeren Sitze, in der A-Klasse zwingen sie mit ihrer durch die integrierten Kopfstützen bedingten Lehnenkrümmung zu einer unbequemen Sitzposition. Und dahinter ist es einfach nur eng.

Die hier ebenfalls starr montierten Kopfstützen verhageln zusätzlich die Rundumsicht – ein Fall, der beim B 200 CDI erst dann eintritt, wenn hinten zwei nicht eben klein geratene Passagiere sitzen, was problemlos möglich ist.

Dabei ließ sich noch nicht einmal die Rückbank des Testwagens verschieben (optional). Umklappen hingegen sehr wohl, was zu einer leicht ansteigenden Ladefläche ohne ärgerliche Stufe führt. Der Kofferraumausschnitt fällt deutlich breiter und höher aus als bei der dynamischen Verwandtschaft – die Zuladung merkwürdigerweise nicht, fällt aber mit 506 Kilogramm immer noch üppig aus.

Verarbeitung auf gleichem Niveau

Übrigens: Bei der soliden Verarbeitung und der Materialqualität gleichen sich beide Modelle wie eineiige Zwillinge. Ja, und der B 200 CDI will so gar nicht dynamisch fahren? Nun, den Gewinner der Leichtathletik-Meisterschaften trennen ja auch nicht wenige Zehntel von einem Olympiasieger. Die B-Klasse fährt einfach weniger aufgekratzt, ist untersteuernd abgestimmt und leistet sich stärkere Karosseriebewegungen. Dafür spricht sie auf Bodenunebenheiten etwas besser an, könnte das mit dem Standardfahrwerk sicher noch besser. Damit – und mit der aufpreispflichtigen, variablen Rückbank – wäre ihr Vorsprung sicher deutlicher ausgefallen. Jetzt aber bitte nicht zu Panikkäufen hinreißen lassen – beide werden zum Glück ja noch einige Jahre gebaut.

Fazit

1. Mercedes B 200 CDI
512 Punkte

Platzangebot und Variabilität sowie der selbst mit Sportfahrwerk etwas bessere Komfort sprechen klar für die B-Klasse. Und wirklich träge wankt sie nun auch nicht um die Pylonen, wenn es sein muss.

2. Mercedes A 200 CDI
510 Punkte

Falls Wohnsitz und Arbeitsplatz ausschließlich durch winkelige Landstraßen verbunden sind, kommt die agile und sparsame A-Klasse ganz groß raus.

Technische Daten
Mercedes A 200 CDI Style Mercedes B 200 CDI
Grundpreis 28.554 € 30.643 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4292 x 1780 x 1433 mm 4359 x 1786 x 1557 mm
KofferraumvolumenVDA 341 bis 1157 l 488 bis 1547 l
Hubraum / Motor 1796 cm³ / 4-Zylinder 1796 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 100 kW / 136 PS bei 3600 U/min 100 kW / 136 PS bei 3600 U/min
Höchstgeschwindigkeit 210 km/h 210 km/h
0-100 km/h 9,0 s 9,6 s
Verbrauch 4,3 l/100 km 4,4 l/100 km
Testverbrauch 6,5 l/100 km 6,8 l/100 km
Alle technischen Daten anzeigen
Noch nicht registriert?

Erstellen Sie jetzt Ihr kostenloses Profil und profitieren Sie als registrierter Nutzer von folgenden Vorteilen:

  • Exklusiver Zugriff auf alle Test- und Messdaten der Redaktion
  • 360°-Ansichten von Autos
  • Schneller PDF-Kauf
Kostenlos anmelden
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
Top Aktuell Mini Countryman Cooper D All4, VW T-Roc 2.0 TDI 4Motion Style, Exterieur VW T-Roc gegen Mini Countryman Kleine Diesel-SUV im Test
Beliebte Artikel Mercedes A 200 CDI AMG Sport, Heckansicht Mercedes A 200 CDI im Test Ist der Sinn fürs Praktische noch da? Mercedes B 200, Mercedes C 180, Heckklappe Mercedes B vs. Mercedes C Variabel oder doch lieber klassisch?
Anzeige
Sportwagen Toyota Supra - Sportcoupé - Fahrbericht Toyota GR Supra (2019) Premiere in Detroit Lexus RC F Track Edition Lexus RC F Track Edition (2019) Mit 500 PS auf die Piste
Allrad Porsche Macan, Facelift 2019 Porsche Macan (2019) Facelift Scharfes Heck, starke Motoren Audi SQ5 3.0 TFSI Quattro, Exterieur, Heck SUV Neuzulassungen November 2018 Audi und Porsche unter Druck
Oldtimer & Youngtimer Porsche 911 (996) Carrera Coupe Porsche 911 (996) Kaufberatung Probleme des Schnäppchen-Elfer Aston Martin Heritage EV Concept Aston Martin Heritage EV Concept Elektroantrieb für Klassiker
Promobil Tür 13 Adventskalender 2018 Mitmachen und gewinnen Sportchronograph von Casio EDIFICE Spacecamper Limited (2019) auf VW T6 Spacecamper Limited (2019) Campervan-Allrounder auf VW T6
CARAVANING Tür 13 Adventskalender 2018 Mitmachen und gewinnen Sportchronograph von Casio EDIFICE LMC Style Lift 500 K (2019) Premiere LMC Style Lift 500 K Hubbetten-Caravan für Familien