Mercedes SLK 55 AMG, Frontansicht Hans-Dieter Seufert
Mercedes SLK 55 AMG, Seitenansicht
Mercedes SLK 55 AMG, Draufsicht, von oben
Mercedes SLK 55 AMG, Seitenansicht
Mercedes SLK 55 AMG, Cockpit, Lenkrad 28 Bilder

Mercedes SLK 55 AMG im Test

Bodenwelle grüßt Rückenwirbel

Kaum steckt der Mercedes SLK im AMG-Dress, ändert er seinen Charakter. Test des 421 PS starken V8-Roadsters Mercedes SLK 55 AMG.

Große Geschwister können ätzend streberhaft sein. Während der neue SL zeitgemäß-brav mit kleinem V6 zum ersten Test antritt, parkt zeitgleich der kleine Mercedes SLK 55 AMG mit mächtigem Achtzylinder-Triebwerk im punkigen AMG-Trimm daneben. Schon mit der ersten Zündschlüssel-Umdrehung rockt er los, beinahe ungehobelt-heftig im Stil der Ramones sozusagen. Doch das mit dem V8-Klang hat die Truppe in Affalterbach ja eh ganz gut raus.

Das neue 5,5-Liter-Aggregat des Mercedes SLK 55 AMG verfügt weder über eine Aufladung wie im E 63 noch über den deftigen Hubraum des C 63. Dafür baut es 86 Millimeter kürzer als der 6,2-Liter-V8 – und sieht trotzdem so aus, als ob ein Eimer Vaseline und ein großer Schuhlöffel für den Einbau nötig waren. Doch die Enge scheint den Motor selbst kaum zu stören, denn er spricht zackig an und tobt rücksichtslos durch das Drehzahlband bis 7.000/min, donnert dabei wie eine Horde Mammuts im Galopp.

Mercedes SLK 55 AMG mit ausgeprägten Schwächen

Unterdessen lädt das Automatikgetriebe treffsicher und blitzschnell seine sieben Gänge durch. Den Fahrleistungen hilft das allerdings nicht, denn mit einer Beschleunigung von 5,0 Sekunden für den Sprint von null auf 100 km/h bleibt der Mercedes SLK 55 AMG etwas zu weit hinter der Werksangabe von 4,6 Sekunden zurück. Das gilt natürlich auch für den Verbrauch – trotz unauffällig arbeitender Zylinderabschaltung: 8,4 L/100 km verspricht der Hersteller, 13,1 Liter sind es im Testdurchschnitt.

Ebenfalls zu viel: die Härte des nicht verstellbaren Performance-Fahrwerks. Trotz vergleichsweise kleiner 18-Zoll-Räder und bequemer Sitze erreichen Bodenwellen garantiert die Rückenwirbel – und zwar jeden einzelnen. Die Kehrseite, zumindest auf ebener Fahrbahn: ein nur äußerst mild untersteuerndes Eigenlenkverhalten und dank mechanischer Differenzialsperre verlässliche Traktion. Zudem hilft die stressarm-direkt ausgelegte Lenkung mit zuverlässiger Rückmeldung beim Parieren von Kurvenkombinationen. Für fünf Sterne reicht es dennoch nicht, dafür leistet sich der Mercedes SLK 55 AMG zu ausgeprägte Schwächen – oder Charakter, je nachdem.

Vor- und Nachteile

  • Schnell ansprechender, drehfreudiger Saugmotor mit harmonischer Leistungsentfaltung
  • passend abgestimmtes und sanft schaltendes Automatikgetriebe
  • präzise Lenkung
  • bequeme Sitze
  • einfache Bedienung
  • solide Verarbeitung
  • hochwertige Materialien
  • Beschleunigung hinter Werksangabe
  • übertrieben hartes Fahrwerk
  • mäßiger Geradeauslauf
  • hohes Preisniveau
  • magere Serienausstattung

Technische Daten

Mercedes SLK 55 AMG AMG
Grundpreis 73.721 €
Außenmaße 4134 x 1810 x 1301 mm
Kofferraumvolumen 225 l
Hubraum / Motor 5461 cm³ / 8-Zylinder
Leistung 310 kW / 421 PS bei 6800 U/min
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h
0-100 km/h 5,0 s
Verbrauch 8,4 l/100 km
Testverbrauch 13,3 l/100 km
Alle technischen Daten anzeigen
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