Sowohl der Hyundai Ioniq 5 als auch der Kia EV6 basieren auf der E-GMP-Plattform des Hyundai-Kia-Konzerns. Diese Plattform ist speziell für Elektrofahrzeuge konzipiert und ermöglicht eine 800-Volt-Architektur. Diese Hochspannungsarchitektur bringt mehrere Vorteile mit sich: Neben der Möglichkeit, mit bis zu 250 kW (EV6) bzw. 233 kW (Ioniq 5) zu laden, reduziert sie das Gewicht durch kleinere Kabelquerschnitte und sorgt für kürzere Ladezeiten.
Der Kia EV6 bietet eine nutzbare Batteriekapazität von 84 kWh, während der Hyundai Ioniq 5 bei 77,4 kWh liegt. Beide Fahrzeuge sind mit einem Heckantrieb ausgestattet, wobei optional auch Allradversionen verfügbar sind. Die maximale Leistung beträgt bei beiden Modellen etwa 168 kW (229 PS), was für eine zügige Beschleunigung sorgt.
Verbrauch im Alltag: Theorie vs. Praxis
Laut Herstellerangaben liegt der WLTP-Verbrauch des Kia EV6 bei etwa 18,6 kWh/100 km vor dem Facelift; nach dem Update stieg dieser Wert auf rund 20,1 kWh/100 km inklusive Ladeverluste. Der Hyundai Ioniq 5 hingegen wird mit einem WLTP-Verbrauch von etwa 17 kWh/100 km angegeben. In realen Tests zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Der ADAC ermittelte beim EV6 einen Durchschnittsverbrauch von etwa 20,1 kWh/100 km, was einer realistischen Reichweite von rund 460 km entspricht. Beim Ioniq 5 wurden ähnliche Werte erzielt – hier liegt die reale Reichweite je nach Fahrweise zwischen 390 und knapp über 450 km.
Die Unterschiede im Verbrauch lassen sich teilweise durch die Aerodynamik erklären: Der Kia EV6 weist einen cW-Wert von nur 0,28 auf und ist damit minimal effizienter als der Ioniq 5 mit einem cW-Wert von etwa 0,29.
Ladezeiten: Wer lädt schneller?
Ein entscheidender Faktor für Langstreckenfahrer ist die Ladezeit. Hier punktet der Kia EV6 mit einer maximalen Ladeleistung von bis zu 258 kW (ADAC-Messung). Innerhalb von nur rund 18 Minuten kann der Akku von zehn auf achtzig Prozent geladen werden – genug Energie für etwa 343 Kilometer Reichweite. Der Hyundai Ioniq 5 benötigt für denselben Ladevorgang circa zwei Minuten länger bei einer maximalen Ladeleistung von rund 233 kW.
Beide Modelle bieten zudem Funktionen zur Batterie-Vorkonditionierung. Diese Funktion sorgt dafür, dass die Batterie vor dem Laden auf die optimale Temperatur gebracht wird – ein Vorteil insbesondere bei kaltem Wetter.
Komfort und Bedienung: Unterschiede im Detail
Im Innenraum setzen beide Fahrzeuge auf moderne Technologien wie große Touchscreens und digitale Cockpits. Der Kia EV6 hebt sich durch sein gewölbtes Panorama-Display hervor, das aus zwei nahtlos verbundenen Bildschirmen besteht. Zudem bietet er Premium-Relaxation-Sitze sowie eine biometrische Fingerabdruckerkennung.
Der Hyundai Ioniq 5 punktet hingegen mit einem minimalistischen Designkonzept und einer hohen Benutzerfreundlichkeit durch physische Tasten für wichtige Funktionen wie Klimasteuerung oder Lautstärkeregelung.
Langstreckentauglichkeit: Wer macht das Rennen?
In puncto Langstreckentauglichkeit schneiden beide Modelle gut ab – allerdings mit unterschiedlichen Stärken. Der Kia EV6 überzeugt durch seine ultraschnellen Ladezeiten sowie eine etwas höhere Reichweite unter idealen Bedingungen. Der Hyundai Ioniq 5 hingegen bietet ein insgesamt komfortableres Fahrerlebnis dank seines weicheren Fahrwerks.
Ein weiterer Vorteil des EV6 ist seine bidirektionale Ladefunktion (Vehicle-to-Load), mit der externe Geräte wie Laptops oder Campingausrüstung betrieben werden können – ein Feature, das beim Ioniq nicht verfügbar ist.







