Dauertest Volvo V90 T8

Start der 100.000-km-Prüfung

Volvo V90 T8, Exterieur Foto: Dino Eisele 23 Bilder

Ob wir unseren selbst konfigurierten V90 T8 Plug-in-Hybrid nicht gerne in Göteborg abholen wollten, fragten die Volvo-Jungs. Aber hallo, wir sind schon unterwegs. Die Rückfahrt wird der Start des 100.000-km-Dauertests.

Die Spätmaschine nach Göteborg hat ihre Reiseflughöhe schon länger erreicht. Durch die Kabinenfenster glimmt die Abendsonne. Um dem Economy-Flug etwas Mondänes zu verleihen, bestellen wir Tomatensaft. Nun könnte es so entspannt sein, wenn nicht ganz nebenbei die Frage aufkäme, wer noch mal die Kennzeichen eingepackt hat.

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Volvo V90 T8, Exterieur
Dauertest Volvo V90 T8 Abholung des Plug-in-Schweden-Kombis in Göteborg
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Wir fliegen zu Volvo, um unseren Dauertest-V90 abzuholen. Den durften wir uns vor drei Monaten selbst aussuchen, was man sich als großes Gedränge in Büro 408 vorstellen darf. Zu sechst hingen wir vor dem Computer. Um Konflikte aufgrund widerstrebender Präferenzen einzudämmen, wählten wir: einmal mit fast Allem. Weil der Diesel bei Volvo den Großteil seiner Zukunft schon hinter sich hat, orderten wir den Plug-in-Hybrid T8. Wir wollen testen, wie sparsam er im Alltag ist, wie viele der 100.000 km er elektrisch fährt, wie gut das Laden klappt. So rangelten wir nur wegen Felgen, Polster- und Außenfarbe. Morgen werden wir sehen, was wir damals konfiguriert haben.

Trippeln, wühlen, aufatmen

Um 23.15 Uhr – da ist es noch immer nicht richtig dunkel – setzt der Airbus in Göteborg-Landvetter auf. Wir hetzen zum Gepäckband, trippeln nervös herum, bis die Koffer heranpoltern, marodieren hektisch durchs Gepäck – die Kennzeichen sind da.

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Um Mitternacht sind wir im Hotel. Hier ergäbe sich eine gute Gelegenheit, etwas zu schlafen. Doch die Vorfreude auf den V90 lässt mich erst nicht einschlafen und treibt mich dann um fünf aus dem Bett. Die Sonne steht schon wieder hoch am Himmel. Es ist zum Davonlaufen. Also Laufschuhe an und los, durch das erwachende Göteborg: die Nya Allén entlang, am Hafen vorbei, durch die City zurück. Acht Kilometer und eine Dusche später bin ich noch immer einer der Ersten beim Frühstück.

Endlich kommt der Shuttle, der wie die Übernachtung im Hotel zur Werksabholung bei Volvo gehört. Wir fahren nach Torslanda, geben die Nummernschilder ab und steigen in das Bähnchen zur Werksbesichtigung. Dass da aus den vielen Einzelteilen am Ende immer ein komplettes und richtig ausstaffiertes Auto rauskommt, raubt einem immer wieder den Atem. Etwas anderes eine Illusion: nichts mit Schwedenstahl – den Borstahl holt Volvo aus Frankreich.

Ein Kaffee noch, dann rollt der T8 in die Auslieferungshalle. Wie aufregend das ist, das eigene Auto im Werk abzuholen. Klar, der V90 gehört nicht uns, aber heute fühlt es sich so an. Schaut prächtig aus mit kastanienbraunem Leder drinnen, 19-Zoll-Alus draußen, Mussel-Blau-Metallic drumrum. Wir bekommen ein Kästchen mit den Schlüsseln und eine Einweisung, vor allem zum Umgang mit dem E-Werk, das 65 kW zur Systemleistung von 390 PS beisteuert. Der 10,7-kWh-Akku lässt sich an der Steckdose in drei bis sieben Stunden laden oder beim Fahren per Rekuperation sowie über den Verbrenner.

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Die Batterie versorgt den E-Motor mit Energie, damit der die Hinterräder antreibt – drangvoll und ausdauernd. Nach 40 km schaltet sich der Zweiliter-Benziner mit kombinierter Kompressor- und Turboaufladung zum ersten Mal zu, 303 PS stark und ottopartikelgefiltert. Da haben wir uns schon im V90 eingerichtet: Die fläzigen Sitze sind perfekt eingestellt, das Soundsystem tönt im Klang des Gothenburg Konserthuset. So könnten wir es lange aushalten. Müssen wir auch, meldet das Navi: 1.301 km und 14 Stunden 50 Minuten bis Stuttgart. Wird aber nicht reichen.

Denn unsere Route führt, also fast, vorbei an Älmhult, wo vor 60 Jahren der erste Ikea eröffnete. Außerdem gibt es da ein Ikea-Hotel. Schon weil wir wissen wollen, ob man dort sein Bett zusammenschrauben muss, wollen wir da hin. Und wegen Strandmon, eines Ohrensessels im Stil eines der frühen Ikea-Sitzmöbel. Der hat uns daheim gerade noch gefehlt – meint die Familie. Wenn man schon mal in Schweden beim ersten Ikea ist, dazu mit einem Kombi, kauft man ja nicht nur einen Beutel Teelichter.

Auf nach Älmhult. Und so ein 240- Kilometer-durch-den-Schwedensommer-Fahren, das hat der Volvo sehr schön drauf. Pilot Assist hält Spur und Abstand. Selbst als der Akku leer ist, genügen dem 2,1 Tonnen schweren V90 T8 acht Liter auf 100 km.

Da es ja um ihn geht, kürzen wir das mit dem Ikea-Hotel ab. Betten sind vorhanden, in den günstigsten Zimmern jedoch kaum mehr, weil die nur vier Quadratmeter messen. Also lieber wieder früh raus und eine Runde um den See rennen. Später kaufen wir bei Ikea eine kleine Tüte Zimtschnecken und eine große Kiste Strandmon. Reinwuchten und weiter Richtung Malmö. Sind nur zwei Stunden über den Motorväg 22, dessen Teil von Lund bis Malmö 1953 Schwedens erste Autobahn war. Vom Öresund weht ein straffer Wind durch den Sommertag, der sich viel später zu einer kurzen Nacht verdunkelt.

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Wir sind Helden

Am längsten Tag des Jahres fahren wir früh los und gleich über die 7.845 Meter lange Öresundbrücke. Seit 18 Jahren verbindet sie Malmö und Kopenhagen, sie endet mitten im Meer auf der Insel Peberholm. Dort taucht die Straße für vier Kilometer in den Drogdentunnel, der bis zum Flughafen Kopenhagen führt. 162 km Dänemark liegen jetzt vor uns, meistens auf der E 20, die unterbrochen von vier Meeren ja über 1.880 km von Shannon in Irland bis nach St. Petersburg führt. Das Land witscht an den Verbundglasscheiben des Volvo vorbei – grüner, hügeliger als Schweden.

Nach knapp eineinhalb Stunden sind wir in Rödbyhavn, bekommen den letzten Platz auf der Fähre, die ablegt, kaum dass der Volvo steht. Die M/F Prinsesse Benedikte, benannt – etwas „Gala“ muss mal sein – nach Ihrer Königlichen Hoheit Benedikte Astrid Ingeborg Ingrid, zweite Tochter von König Frederik IX. und Königin Ingrid von Dänemark sowie auf Rang elf der Thronfolge. Die Fähre hat übrigens wie der V90 Hybrid-antrieb und landet nach 45 Minuten in Puttgarden/Fehmarn an.

Reisen bildet ein Team

800 km noch. Vor Hamburg und hinter Hannover müssen wir Staus umfahren. Aber was für ein brillanter Reisewagen der V90 ist – mit sensationellen Sitzen, die selbst nach zehn Stunden noch bequem sind, mit dem vehementen Hybrid, der fugenlos zwischen den Antriebsarten wechselt. Und das Soundsystem: Wenn es Springsteens „Born to Run“ spielt, denkst du, dass das dick aufgestrichene Pathos aus den Boxen tropft.

Volvo V90 T8, Exterieur Foto: Dino Eisele
Im Volvo V90 T8 von Malmö nach Hause - da ist selbst der längste Tag des Jahres kurzweilig.

Klar zieht sich die Reise durch das ganze Land. Aber vor elf Stunden bist du noch in der Frühmorgensonne durch Malmö gerannt. Danach: Seen und Meere, Brücken, Tunnel und Fähren, weites Land und trubelige Metropolen, tiefe Ebenen und hohe Berge. Und immer eine Straße, die uns weiterbringt. Wie, wenn nicht mit dem Auto, hätten wir in so kurzer Zeit so viel sehen und erleben können?

Als es endlich dunkel wird, kommen wir an. 1.600 der 100.000 Kilometer hat der V90 schon geschafft. Und so weit? Alles eitel Sonnenschein.

Technische Daten
Volvo V90 T8 TWIN ENGINE AWD Momentum
Grundpreis 71.300 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4936 x 1879 x 1475 mm
KofferraumvolumenVDA 560 bis 1526 l
Hubraum / Motor 1969 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 223 kW / 303 PS bei 6000 U/min
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h
Verbrauch 2,1 l/100 km
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