Wenn Mansory einen Lamborghini mit besonders viel Kohlefaseranbauteilen zu einem Tuning-Modell veredelt, dann erhält das Ergebnis seit 2012 den Namen Carbonado. So verhält es sich auch beim Erstlingswerk der Tuningschmiede aus dem Fichtelgebirge auf Basis des aktuellen Lamborghini-Topmodells Revuelto . Einen Unterschied gibt es aber doch im Vergleich zu früheren Versionen: Den neuen Carbonado X legt Mansory als astreines Einzelstück auf. Und ihn können vorerst nur Menschen bewundern, die sich in Dubai aufhalten: Er wird als Atelierfahrzeug für den dortigen Mansory-Showroom aufgelegt.
Seinem Namen macht der Carbonado X alle Ehre, denn Mansory hat ausnahmslos alle Karosseriebauteile aus Vollcarbon im eigenen Autoklaven gebacken. Und nicht nur das: Hier kommen nicht etwa Standardteile aus dem üblichen Revuelto-Programm zum Einsatz, sondern die Nordostbayern haben alle Komponenten eigens gestaltet und nur für den Carbonado X angefertigt.
Die Optik
Und die Anzahl der Karosserieteile ist keineswegs gering. Der Lamborghini Revuelto erhält vorn eine neue Schürze sowie eine andere Haube und präsentiert an seinen Flanken modifizierte Schweller samt integrierter Luftleitblenden und seitlicher Lufteinlässe zur Motorkühlung, während eine Dachhutze die Frischluftversorgung des Verbrenners weiter optimiert. Heckseitig installiert Mansory einen massiven Diffusor und einen ausfahrbaren Flügel. Der eigens entwickelte Hochleistungsauspuff tritt mit seinen drei dreieckigen Endrohren zentral auf Höhe der Rückleuchten aus der Karosserie.
Die Schmiederäder des Mansory Carbonado X erstrahlen nur teilweise in der "Forged Carbon"-Optik des Autos, indem sie entsprechende Aero-Ringe tragen. Die Rundlinge namens "FV.10 – Carbon" weisen vorn die Dimension 10x21 Zoll auf und kommen hinten im Format 12,5x22 Zoll zum Einsatz. Die passenden Hochleistungsreifen in den Größen 265/30 ZR21 und 355/25 ZR22 stammen von Bridgestone.
Der Innenraum
Innen gönnt Mansory seinem Carbonado X ein paar farbliche Akzente in Form mehrerer türkisfarbener Bereiche. Die Kontrastfarbe findet sich am Armaturenbrett, an Lenkrad und Schaltwippen, an Sitzen, Gurten und Teppichen sowie an der Mittelkonsole und an den Türtafeln. Ansonsten zeigt sich das Interieur des Ex-Revueltos mit dunklem Alcantara ausgeschlagen. Weitere Hingucker sind die von hinten beleuchteten Türpaneele und diverse illuminierte Mansory-Logos.
Das Motor-Tuning
Wie üblich bei den Vertretern der Carbonado-Ahnenreihe erhält auch die X-Version eine satte Leistungssteigerung. Mansory pusht den 6,5-Liter-V12-Sauger mit "diversen" und "feinen", aber nicht näher beschriebenen Modifikationen von 825 PS und maximal 725 Newtonmetern auf 930 PS sowie höchstens 765 Newtonmetern. Das hebt die Leistung des Hybridsystems, in das zusätzlich drei unveränderte E-Motoren integriert sind, von 1.015 auf 1.120 PS und verbessert zudem die Fahrleistungen. Von null auf Hundert geht es fortan in 2,3 statt 2,5 Sekunden und erst bei 355 km/h wird der Topspeed erreicht; für das Serienauto gibt Lamborghini "über 350 km/h" an.
Einen Preis für den Carbonado X nennt Mansory übrigens nicht. Vielleicht helfen ja die freundlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Showrooms in Dubai weiter, sollte man ernsthaftes Kaufinteresse plausibel vermitteln können. Falls der carbonisierte Lamborghini Revuelto irgendwann regulär auf den Markt kommt, dann dürfte er ziemlich sicher eine siebenstellige Summe kosten.







