ADAC Pannenhilfe Straßenwacht Gelber Engel 2022 ADAC/Martin Hangen
asv 2014, Toyota Aygo, Fahrbericht
Audi A1 Sportback 30 TFSI Advanced, Exterieur
Dacia Sandero SCe 70
Mini Facelift 2021, Mini Cooper S, Fahrbericht 19 Bilder

Tops und Flops der ADAC Pannenstatistik 2022

ADAC Pannenstatistik 2022 Batterie häufigste Pannenursache

Welche Autos am häufigsten liegenbleiben und warum, das zeigt die jährliche Pannenstatistik des ADAC. Für 2022 hat der Automobilclub 132 Modellreihen nach ihrer Zuverlässigkeit bewertet.

Eine leere Starterbatterie war auch 2021 der Grund für fast jede zweite Autopanne. Das betrifft auch junge Autos. Im Alter werden zunehmend Elektrik und Elektronik zum Problem. Dabei sind manche Autos zuverlässiger, andere anfälliger. Welche das sind, hat der ADAC anhand von etwa 3,5 Millionen Pannenhilfe-Einsätzen ausgewertet.

Leere Batterie: Pannenklassiker seit 1967

In 46,2 Prozent der Pannenhilfe-Einsätze des ADAC war eine leere Batterie die Ursache. Ob der Fehler am Auto oder am Fahrer liegt, ist dann oft schwer zu sagen: Wer das Licht anlässt, legt selbst das zuverlässigste Auto lahm. Gleichzeitig brauchen moderne Autos Strom für alles Mögliche: Das Navigationssystem zum Beispiel, das schon beim Öffnen der Tür hochfährt, um schnell zur Eingabe eines Ziels bereit zu sein. Allerdings ist der leere Akku schon seit 1967 ein Pannenklassiker – vor 45 Jahren hat der ADAC zum ersten Mal Daten zur Pannenhilfe erhoben. Gelegentliches Aufladen oder längere Fahrten können einer Panne vorbeugen.

Nach 7 Jahren ist der 12-Volt-Akku oft austauschreif

Toyota Corolla Touring Sports, Exterieur
Achim Hartmann
Toyota Corolla des Baujahres 2019 blieben laut ADAC auffällig oft mit leerer Batterie liegen.

Im Jahr 2021 blieben zwei Toyota besonders häufig wegen einer leeren Starterbatterie liegen: Corolla des Baujahres 2019 und C-HR aus dem Zeitraum 2017 bis 2019 ging auffällig oft der Strom aus. Laut ADAC hat Toyota daraufhin den Lieferanten gewechselt, außerdem würden Werkstätten die Batterie prüfen und bei Bedarf wechseln. In der Vergangenheit hatten BMW 3er der Baujahre 2000 bis 2007 und die 5er-Reihe aus der Zeit zwischen 2000 und 2010 Probleme mit der Batterie. BMW hat reagiert und ab 2010/2011 eine Warnanzeige installiert. Nach sieben Jahren kommen Autobatterien jedoch generell in ein kritisches Alter – dann ist häufig das Lebensende des Akkus erreicht.

Häufige Mängel bei älteren Autos

04/2022_Nachrüstung
Zubehör

Ab dem vierten Jahr nehmen laut ADAC Probleme mit der Lichtmaschine zu. Mit 10,3 Prozent sind "Generator, Anlasser, Beleuchtung, Verkabelung" – also die Elektrik – die dritthäufigste Pannenursache. Die zweithäufigste Ursache zieht sich durch fast alle Baujahre: Motor und Motormanagement sind in 15,5 Prozent der Fälle Ursache für einen Straßenwachteinsatz. Dazu gehören zum Beispiel Zündkerzen und Zündspulen, die typischerweise ab dem siebten Jahr Ärger machen können. Defekte Kurbelwellensensoren und Kraftstoffpumpen legen vor allem Autos ab zehn Jahren lahm. Bei Autos der Baujahre 2007 bis 2013 gibt es laut Pannenstatistik häufiger Probleme mit der Abgasrückführung. "Davor gab es diese Technik noch nicht so häufig, danach wurden die Probleme durch die Hersteller erkannt und gelöst", erklärt der Automobilclub.

Anfällig: Smart Forfour, Opel Insignia, Ford S-Max

Smart Forfour 0.9, Frontansicht
Hans-Dieter Seufert
Anfälliger als der Smart Forfour ist bei den 3 Jahre alten Kleinstwagen nur der kürzere Bruder Fortwo.

Für die Auswertung legt der ADAC die Pannen pro 1.000 zugelassener Fahrzeuge eines Jahrgangs zugrunde. Besonders häufig mussten die Gelben Engel dabei zwei Modellen helfen: Der Smart Forfour ist mit Werten zwischen 6,4 (3-jährige) und 30,2 (6-jährige) der pannenanfälligste Kleinstwagen. Bei den 3-jährigen Kleinstwagen ist nur der Smart Fortwo schlechter: Von 1.000 zugelassenen Autos hatten 7,5 eine Panne.

In der Mittelklasse haben Ford S-Max und Opel Insignia die meisten Pannen: 12,3 pro 1.000 zugelassener Insignia – schlechter ist bei den 3-Jährigen nur der Ford Transit mit 13,9. Auch der S-Max aus dem Baujahr 2016 fällt mit 38,1 Pannen pro 1.000 Autos negativ auf.

Zuverlässig: Audi, Suzuki, BMW

Audi A1 Sportback 1.4 TFSI, Frontansicht
Hans-Dieter Seufert
Zuverlässiger Musterknabe: Audi A1 aller Altersklassen.

Mit weniger als zehn ADAC-Pannenhilfe-Einsätzen je 1.000 zugelassener Autos – übrigens in allen Altersklassen – darf der Audi A1 als Musterknabe gelten. Mit dem Dacia Sandero findet sich auch ein günstiges Auto in der Spitzenklasse. Dass ein teureres Auto aus demselben Konzern nicht unbedingt zuverlässiger sein muss, zeigt der Renault Clio, der vor allem in den Jahrgängen 2014 und 2015 negativ auffiel und auch sonst keine besonders guten Werte erreicht. Als zuverlässig dürfen hingegen Suzuki Swift und Vitara gelten, die in ihrer Klasse jeweils zu den Mustergültigen zählen. Die beiden Mittelklasse-SUV Audi Q5 und BMW X3 sind in der Pannenstatistik ebenfalls vorbildlich. Auch Mercedes GLC und Viano/Vito/V-Klasse fielen dem ADAC nicht negativ auf.

Die Kriterien für die Pannenstatistik

ADAC Pannenhilfe Straßenwacht Gelber Engel 2022
ADAC/Martin Hangen
Für die Statistik wertet der ADAC die Pannenhilfe seiner Straßenwachtfahrer aus. Die hatten 2021 etwa 3,5 Millionen Einsätze.

Für die Pannenstatistik 2022 hat der ADAC 3,5 Millionen Pannenhilfe-Einsätze des Jahres 2021 ausgewertet. Insgesamt 132 Modellreihen von 22 Herstellern sind dabei. Ausgeschlossen wurden Pannenursachen, bei denen von einem Selbstverschulden ausgegangen werden kann: Ein leerer Tank beispielsweise. Auch Reifendefekte sind nicht berücksichtigt – die können auch das zuverlässigste Auto treffen. In der Statistik befinden sich Modelle im Alter von 3 bis 10 Jahren. Berücksichtigt wurden nur Modelle, die in einem der Jahre zwischen 2012 und 2019 mindestens 10.000 Mal erstmals zugelassen wurden.

Fazit

Insgesamt stuft der Automobilclub 46 Modellreihen als top zuverlässig ein. Nur fünf Modellreihen gelten als besonders schlecht. Im Vorjahr waren das noch 16 Modellreihen. Werden unsere Autos also zuverlässiger? Nun ja, insgesamt ist das Bild durchwachsen: "Fast zwei Drittel der Fahrzeuge auf deutschen Straßen geben hinsichtlich der Zuverlässigkeit ein Bild mit Höhen und Tiefen ab", schreibt der ADAC. Klingt allgemein, doch auf der Suche nach einem guten Gebrauchten kann die Pannenstatistik eine Hilfe sein. Doch im Einzelfall hilft vor allem gute Wartung – eine leergenuckelte Batterie kann das zuverlässigste Auto lahmlegen.

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