Analyse der E-Auto-Prämie: Wer den staatlichen Zuschuss wirklich bekommt

Analyse der E-Auto-Prämie
Wer den staatlichen Zuschuss wirklich bekommt

ArtikeldatumVeröffentlicht am 05.08.2026
Als Favorit speichern
Elektroauto-Förderung E-Auto Prämie
Foto: deepblue4you via Getty Images

Die neue E-Auto-Förderung ist nun seit drei Monaten verfügbar, und erste Analysen zeigen, welche Einkommensklassen besonders von der Förderung profitieren. Die Auswertung basiert auf den Zahlen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Wie das Handelsblatt bereits berichtet, gingen bis zum 5. August 2026 genau 103.542 Anträge ein.

Die größte Gruppe der Antragsteller bilden mit 52.920 Anträgen Haushalte, die über ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von bis zu 45.000 Euro verfügen. Weitere 22.703 Anträge stammen von Haushalten aus der Einkommensklasse zwischen 45.001 und 60.000 Euro. Zusammengenommen stellen also Haushalte mit einem Einkommen bis 60.000 Euro fast drei Viertel aller Anträge.

Förderbedingungen definieren den Empfängerkreis

Dieses Ergebnis ist eine direkte Folge der Förderrichtlinien. Die Bundesregierung begrenzt die Förderung gezielt auf Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen von maximal 80.000 Euro. Für Familien mit mindestens zwei minderjährigen Kindern beträgt die Obergrenze 90.000 Euro. Je nach Einkommen beträgt die Förderung für rein elektrische Autos zwischen 3.000 und 5.000 Euro und für Plug-in-Hybride zwischen 1.500 und 4.500 Euro. Sobald minderjährige Kinder im Haushalt leben, bekommen Familien und Alleinerziehende einen weiteren Bonus von maximal 1.000 Euro.

Weitere Einblicke gewähren die Daten zur Fahrzeugart und Finanzierung. Reine Elektroautos dominieren das Förderprogramm deutlich: Nur knapp zehn Prozent aller Anträge, konkret 9.812, entfielen auf Plug-in-Hybride. Bei der Finanzierungsform halten sich Kauf und Leasing nahezu die Waage. Auf gekaufte Fahrzeuge entfallen 52.368 Anträge, auf Leasingfahrzeuge 51.174.

Bearbeitungsstau und ausgeschöpftes Budget

Obwohl bereits mehr als 100.000 Anträge eingingen, ist nur ein Bruchteil des Gesamtbudgets gebunden, das bis 2029 drei Milliarden Euro umfasst. Sollten alle Anträge bewilligt werden, müsste der Bund rund 400 Millionen Euro auszahlen. Dass die Behörde bislang erst gut 28.000 Anträge bewilligt hat, hat einen administrativen Grund: Da die Förderung rückwirkend zum 1. Januar gilt, Anträge aber erst seit Mitte Mai gestellt werden können, musste das Bafa zunächst eine große Zahl aufgelaufener Anträge abarbeiten.

Welche Marke ist am beliebtesten?

Während die vollständigen Hersteller-Zahlen des Bafa für den gesamten Zeitraum noch ausstehen, liefert eine parlamentarische Anfrage bereits erste Einblicke bis Ende Juni. Diese Daten zeigen eine klare Dominanz von Tesla. Der US-Hersteller erhielt mit 2.086 bewilligten Förderungen mehr als dreieinhalbmal so viele Zusagen wie die Kernmarke Volkswagen (593). Auffällig ist zudem, dass nicht nur VW-Konzernmarken wie Skoda, sondern auch chinesische Hersteller wie Leapmotor deutlich vor Volkswagen rangieren. Ein Grund dafür dürfte sein, dass deren günstigere Modelle die Kriterien der einkommensabhängigen Förderung häufiger erfüllen.

Fazit