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Produktionsstopp bei Audi

A8, R8 mit Nachfrage-, E-Tron mit Akkumangel

In Neckarsulm stehen die Bänder in der Faschingswoche still. Die Nachfrage nach A8 und R8 schwächelt. Im E-Tron-Werk Brüssel fehlen hingegen Batterien.

Auf Nachfrage bestätigte Audi, dass in der Faschingswoche (vom 24. bis 28. Februar 2020) am Standort Neckarsulm, wo die Luxuslimousine vom Band läuft, keine Produktion stattfindet. „Die Entfalltage wurden gezielt auf einen arbeitnehmerfreundlichen Zeitraum gelegt“, so Audi. In den Böllinger Höfen (Heilbronn), wo der Sportwagen R8 entsteht, findet laut Audi „an einzelnen Tagen im Februar keine Produktion statt. (07./14./24./25.2.)“

Hauptabsatzmarkt für den A8 ist China

Zur Begründung sagt der Hersteller: Man steuere „die Produktion am Standort Neckarsulm flexibel unter Berücksichtigung der aktuellen Marktbedingungen. Bei den Modellen A6 und A7 gibt es zum Beispiel aufgrund positiver Marktnachfrage Sonderschichten. Die Produktionsfahrweise wird monatlich zwischen Unternehmensleitung und Betriebsrat besprochen. Bereits im vergangenen Jahr haben wir die Produktionsfahrweise Monat für Monat flexibel an die jeweilige Marktsituation angepasst“.

Audi A8L TFSI 60 eQuattro: Hybrid-Luxus in Bildern

Audi A8 L 60 TFSI e
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Der aktuelle A8 startete 2017, kostet ab 95.150 Euro und fand bisher 41.700 Käufer. Für den A8 ist China der größte Absatzmarkt gefolgt von Deutschland und USA. Bei China denkt man aktuell natürlich an die Beeinträchtigung des Wirtschaftslebens durch die Corona-Virus-Epidemie. Audi meint dazu aber: Die „herausfordernde Marktsituation für den A8 setzt sich aus verschiedenen Faktoren zusammen. Bezüglich des Corona-Virus ist es noch zu früh, Aussagen zur weiteren Entwicklung der Lage und zu den Auswirkungen auf unser Geschäft zu treffen. Das hängt von vielen Einflüssen ab, für die wir aktuell verschiedene Szenarien entwickeln. Die Kommunikation mit Kunden in China etwa fokussiert sich derzeit auf das Online-Geschäft“.

Audi R8 im fünften Produktionsjahr

Beim R8 spielt das China-Geschäft keine herausragende Rolle: Die Märkte mit der größten Nachfrage für den R8 sind Deutschland, USA und UK. Von der aktuellen, zweiten Generation des R8 hat Audi nach eigenen Angaben seit 2015 weltweit rund 11.100 Modelle verkauft – im Schnitt also etwa 2.500 Stück pro Jahr. Den Zweisitzer gibt es als Coupé und als Roadster mit V10-Saugmotoren (540, 570 oder 620 PS) zu Preisen ab 144.000 Euro. Ein Nachfolger wird laut Audi-Sport-Geschäftsführer Oliver Hoffmann „kein konventionell angetriebenes Auto mehr sein“.

Das umgekehrte Problem wie die 8er-Modelle hat derzeit der erste Elektro-SUV der Marke: Audi kann die hohe Nachfrage nicht bedienen, weil die Fertigung von Batterien von Partner LG Chem stockt. Die Produktion des 2019 immerhin gut 26.000 Mal verkauften Elektroautos stand gerade eine Woche still und soll am 26.2. 2020 wieder begonnen haben.

Fazit

Mit dem Produktionsstandort Neckarsulm hat Audi schon länger Probleme. Aber ganz so einfach, wie es der erste Blick – E-Autos sind gefragt, hochpreisige Verbrenner will keiner – ist es nicht, wie die offenbar starke Nachfrage nach dem Audi A6 zeigt. Vielmehr sind sind die 8er-Modelle Problem-Modelle in der Audi-Palette. Beim Sportwagen R8 ist eine überschaubare Nachfrage verständlich, Verkaufserfolge der S-Klasse von Mercedes entkräften aber segmentsspezifische Ausreden für den schwächelnden A8-Absatz.

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