Für Autofahrer bedeutet das eine Kombination aus starkem Schneefall, Sturm, Schneeverwehungen und regionalem Eisregen, die innerhalb weniger Stunden zu lebensgefährlichen Situationen führen kann.
Besonders betroffen sind der Norden, der Osten sowie die Mittelgebirgsregionen. Der DWD hat für mehr als dreihundert Städte und Landkreise amtliche Warnungen ausgesprochen, in mehreren Regionen gilt Warnstufe Orange. Meteorologen rechnen damit, dass sich die Straßenverhältnisse teils abrupt verschlechtern und selbst gut geräumte Strecken schnell wieder unpassierbar werden.
Schneefall und Sturm lassen Fahrbahnen verschwinden
In einem breiten Streifen von der Nordsee bis in den Osten können verbreitet zehn bis zwanzig Zentimeter Neuschnee fallen, lokal auch mehr. Gleichzeitig frischt der Wind stark auf. Der DWD warnt ausdrücklich vor Schneeverwehungen, die Fahrspuren auf Autobahnen und Bundesstraßen unkenntlich machen können.
Ein Meteorologe des DWD sprach in diesem Zusammenhang von einer "extremen Lage" und warnte davor, die Kombination aus Neuschnee und Wind zu unterschätzen. Der starke Ostwind könne die lockere Schneedecke innerhalb kurzer Zeit wieder auf die Fahrbahn wehen und selbst frisch geräumte Abschnitte erneut gefährlich machen.
Eisregen und Blitzeis als größte Unfallgefahr
Besonders kritisch ist die Lage im Westen und Süden Deutschlands. Dort kann der Niederschlag zeitweise von Schnee in Regen übergehen, der auf gefrorene Fahrbahnen trifft. In dieser Übergangsphase droht Blitzeis, das zu den gefährlichsten Wetterphänomenen im Straßenverkehr zählt.
Der DWD weist darauf hin, dass Straßen in diesen Phasen oft lediglich nass erscheinen, tatsächlich aber spiegelglatt sind. Brems- und Ausweichmanöver verlieren ihre Wirkung, selbst bei niedrigen Geschwindigkeiten. Behörden rechnen deshalb mit einer deutlich erhöhten Unfallgefahr.
"Auf den Straßen besteht Lebensgefahr"
Deutlich formuliert hat die Warnung der Wetterexperte Karsten Brandt. Er sagte gegenüber der "Bild"-Zeitung: "Planen Sie um, bleiben Sie zu Hause. Auf den Straßen besteht am Donnerstag und am Freitag Lebensgefahr."
Brandt verwies insbesondere auf die Gefahr, auf offenen Strecken eingeschneit zu werden. In Schleswig-Holstein, Hamburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern könnten Autofahrer in Schneewehen stecken bleiben. "Man verliert bei solchen Bedingungen sehr schnell die Orientierung, kühlt aus und gerät in eine akute Notsituation", so Brandt.
Gefahr des Stillstands auf Autobahnen
Meteorologen und Verkehrsbehörden warnen vor Szenarien, in denen Autobahnen zeitweise zum Stillstand kommen. Querstehende Lastwagen, blockierte Rettungsgassen und eingeschneite Fahrzeuge können dazu führen, dass Autofahrer über Stunden feststecken.
Der DWD erklärte, dass bei starkem Schneefall und Verwehungen auch leistungsfähiger Winterdienst an seine Grenzen stoßen könne. Besonders gefährdet sind offene Autobahnabschnitte, Brücken sowie Steigungen und Gefällestrecken in Mittelgebirgslagen.
Behörden raten zum Fahrverzicht
Auch aus der Politik kommen deutliche Appelle. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder erklärte mit Blick auf die angekündigte Schneefront, alle verfügbaren Kräfte seien im Einsatz, um Straßen und Schienen befahrbar zu halten. Gleichzeitig betonten Verkehrsminister mehrerer Bundesländer, dass Autofahrer nicht notwendige Fahrten verschieben sollten.
Brandenburgs Verkehrsminister Detlef Tabbert riet öffentlich dazu, Fahrten nur mit deutlich mehr Zeitreserve anzutreten oder ganz zu vermeiden. Auch Rettungsdienste und Kliniken bereiten sich auf eine erhöhte Zahl von Einsätzen infolge von Verkehrsunfällen und Stürzen vor.
Kälte verschärft die Gefahr nach dem Schneefall
Nach Durchzug des Sturmtiefs rechnen Meteorologen mit einem deutlichen Temperatursturz. In einigen Regionen können die Temperaturen nachts bis auf minus 15 Grad sinken. Damit gefrieren nasse Fahrbahnen erneut, selbst wenn der Schneefall bereits nachgelassen hat.
Der DWD warnt deshalb davor, die Lage nach dem Sturm zu unterschätzen. Besonders in den Nacht- und frühen Morgenstunden bleibt Glätte ein zentrales Risiko für Autofahrer.












