CO₂-Preis als Hebel für den Klimaschutz: Werden so mehr E-Autos verkauft?

Klimaschutz und Verkehrswende
Treibt der CO₂-Preis den E-Auto-Absatz an?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 11.02.2026
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Foto: Achim Hartmann

Der CO₂-Preis ist ein zentrales Instrument der deutschen Klimapolitik. Er soll fossile Energieträger verteuern und damit Anreize für klimafreundliche Alternativen schaffen. Laut einer Analyse von Agora Energiewende könnten höhere CO₂-Preise die Nachfrage nach Elektroautos signifikant steigern. Derzeit liegt der CO₂-Preis in Deutschland bei 30 Euro pro Tonne, doch Experten fordern eine Erhöhung auf mindestens 60 Euro, um spürbare Effekte zu erzielen. Diese Maßnahme könnte nicht nur die Kosten für Benzin und Diesel erhöhen, sondern auch die Wirtschaftlichkeit von Elektroautos verbessern.

Rechtliche Rahmenbedingungen und politischer Druck

Das Bundesverwaltungsgericht hat in einem wegweisenden Urteil die Bundesregierung dazu verpflichtet, das Klimaschutzprogramm 2023 nachzubessern. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hatte erfolgreich geklagt, da die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichen, um die Klimaziele zu erreichen. Ein höherer CO₂-Preis wird dabei als eine der effektivsten Maßnahmen angesehen. Die Bundesregierung steht unter erheblichem Druck, bis März 2026 ein neues Klimaschutzprogramm vorzulegen, das konkrete und ausreichende Maßnahmen enthält.

Auswirkungen auf die Neuzulassungen von Elektroautos

Ein höherer CO₂-Preis könnte die Kosten für Verbrennerfahrzeuge deutlich erhöhen und damit die Attraktivität von Elektroautos steigern. Studien zeigen, dass ein CO₂-Preis von 60 Euro pro Tonne die Betriebskosten von Elektroautos im Vergleich zu Verbrennern erheblich senken würde. Dies könnte insbesondere in Kombination mit staatlichen Förderprogrammen zu einem Boom bei den Neuzulassungen von Elektroautos führen. Laut Agora Energiewende ist der CO₂-Preis das Instrument mit der stärksten Wirkung auf die Verkehrswende.

Herausforderungen und Kritik

Trotz der potenziellen Vorteile gibt es auch Kritik an einer Erhöhung des CO₂-Preises. Gegner argumentieren, dass dies vor allem einkommensschwache Haushalte belasten könnte, die sich keine teuren Elektroautos leisten können. Zudem wird befürchtet, dass die Akzeptanz für den Klimaschutz sinken könnte, wenn die Maßnahmen als sozial ungerecht wahrgenommen werden. Daher fordern Experten eine sozialverträgliche Gestaltung des CO₂-Preises, etwa durch Rückerstattungen oder gezielte Förderprogramme.

Ein entscheidender Schritt für die Verkehrswende?

Der CO₂-Preis hat das Potenzial, die Verkehrswende in Deutschland entscheidend voranzutreiben. Er könnte nicht nur die Nachfrage nach Elektroautos steigern, sondern auch dazu beitragen, die Klimaziele zu erreichen. Doch um die Akzeptanz in der Bevölkerung zu sichern, müssen die Maßnahmen sozial ausgewogen gestaltet werden. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Bundesregierung den politischen und rechtlichen Druck nutzt, um den CO₂-Preis als wirksames Instrument für den Klimaschutz einzusetzen.

Fazit