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Sparplan: Wie sich Daimler gesundschrumpfen möchte

Daimler mit Mega-Sparplan Wie sich Daimler gesundschrumpfen möchte

Konzernchef Ola Källenius hat bekräftigt, dass Daimler umfassend umgebaut wird und Geld sparen muss. Stellenstreichungen sind nur eine von mehreren Maßnahmen.

Daimler muss sparen. Und Daimler wird umgebaut. So weit, so bekannt. Nun wird aber immer klarer, welche Maßnahmen die Manager des Autokonzerns konkret planen. Um Ersteres zu realisieren, geht es zahlreichen Mitarbeitern an die Arbeitsverträge: Wie eine Daimler-Sprecherin gegenüber der "Stuttgarter Zeitung" bestätigte, werden gut bezahlte und unbefristete 40-Wochenstunden-Verträge einer "Zahl an Mitarbeitern mehrerer Bereiche insgesamt im niedrigen vierstelligen Bereich" gekündigt. Stattdessen gelte für diese Mitarbeiter ab April 2021 die tariflich geregelte wöchentliche Arbeitszeit von 35 Stunden pro Woche.

"In fünf Jahren ein kleineres Unternehmen"

Aber Konzernchef Ola Källenius hat noch viel tiefgreifendere Änderungen vor. Wie der Schwede der Nachrichtenagentur Reuters sagte, werde die Tatsache, dass sich auch Daimler immer stärker zu einem Anbieter von Elektroautos wandle, dazu führen, dass der Konzern schrumpfe. "Unser industrieller Fußabdruck wird sich wegen des Umstiegs auf elektrische Antriebe fundamental ändern", sagte Källenius und ergänzte: "In den nächsten fünf Jahren werden wir ein kleineres Unternehmen werden." Zudem würden künftig andere Mitarbeiter gebraucht als derzeit. "Wir werben viele neue Software-Ingenieure an sowie Experten für Batterie-Chemie und Elektrifizierung."

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Daimler will sich zudem verstärkt zu einem Anbieter digitaler Dienste entwickeln, die dem Unternehmen wiederkehrende Umsätze bescheren. Dabei setzen die Schwaben stark auf ihr neues Fahrzeug-Betriebssystem, das 2024 eingeführt wird. "Stellen Sie es sich vor wie ein iPhone", sagte Källenius in Bezug auf die offenbar vielfältigen Möglichkeiten, neue digitale Dienste hinzuzubuchen oder bestehende durch ein Update zu aktualisieren.

30.000 Stellen sollen gestrichen werden

Källenius hatte schon mehrfach betont, dass Daimler vor allem Personalkosten sparen muss. Ursprünglich wurde über einen Stellenabbau in Höhe von 10.000 bis 15.000 Jobs spekuliert, wodurch jährlich 1,4 Milliarden Euro gespart werden sollen. Danach wurde gar bekannt, dass weltweit bis zu 30.000 der insgesamt 300.000 Arbeitsplätze wegfallen könnten – darunter viele im Management. Die endgültigen Details des verschärften Sparplans wurden bisher allerdings noch immer nicht verkündet.

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Bisher setzt Daimler beim Stellenabbau vor allem auf Fluktuation, Altersteilzeit oder Abfindungsangebote. Diese Maßnahmen zielen bisher ausschließlich auf die Verwaltung. Es könne aber sein, sagte Personalvorstand Wilfried Porth, dass sie nun auch auf einzelne Produktionsbereiche ausgeweitet würden, in denen es Überkapazitäten gebe. Zudem schließt der Konzern auch betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr aus. Zwar gebe es mit "Zukunftssicherung 2030" eine Betriebsvereinbarung, die bis zum Ende des Jahrzehnts betriebsbedingte Kündigungen ausschließt, allerdings besagt die auch, dass neu verhandelt werde, wenn sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen signifikant verändern. Nun sei man im Gespräch. Dem Betriebsrat warf Porth mangelndes Entgegenkommen vor.

Drohen gar Werksschließungen?

Ola Källenius zieht nach Informationen des Manager Magazins Werksschließungen in Erwägung. Zu den gefährdeten Standorten zählen unter anderem das mexikanische Gemeinschaftswerk mit Nissan, Aguascalientes, sowie die Werke in Brasilien und Südafrika. Auch deutsche Standorte werden in die Überlegungen miteinbezogen; so könnten beispielsweise im Achsen-, Motoren- und Getriebewerk Untertürkheim Produktionskapazitäten verringert werden.

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Fazit

Ola Källenius macht keinen Hehl daraus: Auf die Daimler-Belegschaft kommen im Zuge des Konzernumbaus harte Einschnitte zu. Wie hart diese genau sein werden, lässt sich derzeit nur erahnen. Es wird spannend zu beobachten sein, wie Daimler in fünf Jahren tatsächlich aussehen wird.

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