Der kurze Zeitraum von 10:00 bis 12:00 Uhr wird dennoch große Auswirkungen auf den Verkehr haben, da er mit dem Beginn der Sommerferien in den deutschen Bundesländern Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland zusammenfällt.
Auslöser ist eine angemeldete Demonstration von Bürgerinitiativen in den Bezirken Reutte und Imst. Die Behörden untersagen die Versammlung nicht und folgen damit einer aktuellen Rechtsprechung in Tirol, die ähnliche Protestaktionen auf wichtigen Transitstrecken wie dem Brenner erlaubt hat.
Zwei Stunden Sperre mit längeren Auswirkungen
Die Vollsperrung betrifft die Abschnitte bei Reutte und Nassereith. Trotz der kurzen Dauer rechnen Behörden mit deutlich längeren Beeinträchtigungen. Staus entstehen erfahrungsgemäß bereits vor Beginn und lösen sich nach Freigabe nur verzögert auf.
Die Tiroler Landesregierung rät daher, die Strecke an diesem Tag großräumig zu umfahren.
Zentrale Nord-Süd-Verbindung fällt aus
Die Fernpassroute zählt zu den wichtigsten Verbindungen zwischen Süddeutschland, Tirol und Norditalien. Sie wird besonders stark genutzt, da sie bisher eine mautfreie Alternative zu Autobahnen darstellt.
An Tagen mit hohem Reiseaufkommen nutzen bis zu 30.000 Fahrzeuge die Strecke. Fällt sie aus, verteilt sich der Verkehr auf andere Übergänge. Das betrifft auch die Zufahrten in Bayern, insbesondere rund um Füssen und die A7.
Umleitungen mit begrenzter Entlastung
Als großräumige Alternativen gelten die Verbindungen über Lindau und die Rheintalautobahn A14 sowie über München und die Inntalautobahn A12. Beide Routen nehmen zusätzlichen Verkehr auf und sind an Reisetagen entsprechend ausgelastet.
Die näher gelegene Strecke über Mittenwald, Seefeld und den Zirler Berg ist ebenfalls staugefährdet. Zudem gelten dort Einschränkungen für Gespanne in bestimmten Fahrtrichtungen.
Hintergrund der Proteste
Die Aktionen richten sich gegen das sogenannte Fernpass-Paket der Tiroler Landesregierung. Geplant sind unter anderem ein rund 1,4 Kilometer langer Tunnel sowie eine zweite Röhre für den Lermoosertunnel. Mit den Maßnahmen soll der Verkehrsfluss verbessert werden. Kritiker sehen darin die Gefahr zusätzlicher Verkehrsbelastung und fordern alternative Konzepte.
Der Tunnel soll frühestens 2029 in Betrieb gehen. Vorgesehen ist eine Maut von etwa 14 Euro pro Pkw. Nach Angaben der Behörden könnte es im Sommer zu weiteren Demonstrationen kommen. Auch Termine im August werden geprüft.





