Alarm bei deutschen Autoexporten: China-Zahlen brechen um 33 Prozent ein

Alarm bei deutschen Autoexporten
China-Zahlen brechen heftig ein

ArtikeldatumVeröffentlicht am 27.02.2026
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China-Zahlen brechen heftig ein
Foto: Rafmaster via Getty Images; Collage Wittich

Das geht aus einer aktuellen Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervor, über die unter anderem die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Damit setzt sich ein Abwärtstrend fort, der bereits seit dem Höchststand im Jahr 2022 zu beobachten ist.

Nach IW-Angaben sank der Wert der Exporte von Autos und Autoteilen nach China im vergangenen Jahr auf unter 14 Milliarden Euro. Vor drei Jahren lag er noch bei knapp 30 Milliarden Euro. Innerhalb dieses Zeitraums hat sich das Exportvolumen damit mehr als halbiert.

Rückgang seit dem Höchststand 2022

China galt über Jahre als wichtigster Einzelmarkt für deutsche Hersteller. Der deutliche Rückgang verändert diese Gewichtung. Während deutsche Autobauer ihre Präsenz im chinesischen Markt in der Vergangenheit kontinuierlich ausgebaut hatten, verlieren sie nun Marktanteile.

Der Rückgang betrifft sowohl komplett exportierte Fahrzeuge als auch Komponenten. Parallel dazu bauen chinesische Hersteller ihre eigene Produktion aus und stärken ihre Position im Heimatmarkt. Insbesondere im Bereich der Elektromobilität hat sich der Wettbewerb verschärft.

Mehrere Belastungsfaktoren gleichzeitig

Die IW-Studie nennt keine einzelne Ursache, sondern verweist auf mehrere Faktoren, die zusammenwirken:

• steigende Handelshemmnisse und Importzölle
• schwächere Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten
• hohe Investitionen in die Elektrifizierung
• intensiver Preiswettbewerb im chinesischen Markt

Hinzu kommen geopolitische Spannungen sowie industriepolitische Maßnahmen, mit denen China seine heimischen Hersteller unterstützt. Für deutsche Unternehmen bedeutet das wachsenden Wettbewerbsdruck.

Struktureller Wandel im chinesischen Markt

Der chinesische Automarkt hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Lokale Hersteller gewinnen Marktanteile, insbesondere bei batterieelektrischen Fahrzeugen und Plug-in-Hybriden. Deutsche Hersteller sind in China zwar weiterhin mit Produktionsstandorten vertreten, der Anteil direkt exportierter Fahrzeuge sinkt jedoch.

Zugleich steigen die Anforderungen an digitale Funktionen, Softwareintegration und Vernetzung. In diesen Bereichen investieren sowohl europäische als auch chinesische Unternehmen erheblich.

Politische Dimension der Entwicklung

Die Exportzahlen fallen in eine Phase intensiver politischer Gespräche zwischen Deutschland und China. Vor dem Hintergrund wachsender Handelskonflikte und geopolitischer Spannungen wird die wirtschaftliche Zusammenarbeit neu bewertet. Für die exportorientierte deutsche Automobilindustrie hat die Entwicklung strategische Bedeutung.

Der Rückgang der Exporte nach China trifft einen Industriezweig, der einen erheblichen Anteil an der industriellen Wertschöpfung in Deutschland hat. Entsprechend groß ist die Aufmerksamkeit für die weiteren Entwicklungen im Außenhandel.

Fazit