Mercedes mit neuer Militärstrategie: Mehr Rüstungs-Projekte mit Stern

Mercedes mit neuer Militärstrategie
Mehr Rüstungs-Projekte mit Stern

ArtikeldatumVeröffentlicht am 19.05.2026
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Der Stuttgarter Autobauer Mercedes-Benz stellt ein stärkeres Engagement im Verteidigungsbereich in Aussicht. Konzernchef Ola Källenius äußerte sich dazu in einem Interview mit dem Wall Street Journal sowie in Aussagen gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Dabei geht es nicht um die Entwicklung eigener Waffensysteme, sondern vor allem um Fahrzeuge und Plattformen für militärische Anwendungen.

Engagement ausbauen

Källenius verwies im Gespräch mit dem Wall Street Journal auf die veränderte geopolitische Lage. "Die Welt ist unberechenbarer geworden, und ich denke, es ist völlig klar, dass Europa seine Verteidigungsfähigkeit ausbauen muss", sagte der Mercedes-Chef. Sollte der Konzern dabei eine positive Rolle spielen können, sei man dazu bereit, zitierte die US-Wirtschaftszeitung den Manager weiter.

Nach Angaben von Källenius könnte der Verteidigungsbereich künftig eine zusätzliche Geschäftsnische darstellen. Rüstungsgeschäfte würden zwar nur einen geringen Anteil des Geschäfts ausmachen, könnten aber eine wachsende Nische sein, die zum Konzernergebnis beitrage. Zudem hob er die industrielle Kompetenz des Herstellers hervor.

Bereits heute ist Mercedes-Benz im militärischen Umfeld präsent. Die G-Klasse wird seit Jahrzehnten in militärischen Varianten eingesetzt. Bei der Bundeswehr trägt das Fahrzeug die Bezeichnung "Wolf". Auch Nutzfahrzeuge aus dem Umfeld der Daimler Truck Holding werden von Streitkräften genutzt. Daimler Truck war 2021 vom Pkw-Konzern abgespalten worden, Mercedes-Benz hält jedoch weiterhin einen bedeutenden Anteil an dem Unternehmen. Militärische Lastwagen wie der Zetros, der Unimog oder verschiedene Arocs-Varianten werden bereits an Streitkräfte in mehreren Ländern geliefert.

Geländetaugliche Transporter

Im Mittelpunkt möglicher neuer Aktivitäten stehen vor allem Transport- und Logistikfahrzeuge. Dazu zählen geländegängige Varianten des Sprinter, spezifisch angepasste G-Klassen sowie schwere Lkw-Plattformen. Teile der Fahrzeuge könnten gemeinsam mit spezialisierten Partnerunternehmen weiterentwickelt oder militärisch ausgerüstet werden. Auch Kooperationen im Bereich unbemannter Systeme und Drohnentechnik gelten als möglich.

Während klassische Pkw-Hersteller bislang nur in begrenztem Umfang im Verteidigungsbereich aktiv waren, gewinnt das Segment angesichts steigender europäischer Verteidigungsausgaben an Bedeutung. Neben Mercedes-Benz prüfen auch andere Autobauer und Zulieferer neue Geschäftsmöglichkeiten im militärischen Umfeld.

Fazit