Rückruf Mercedes E- und S-Klasse: Defekte Kardanwelle kann zu Antriebsausfall führen

Rückruf Mercedes E- und S-Klasse
Defekte Kardanwelle kann zu Antriebsausfall führen

ArtikeldatumVeröffentlicht am 14.04.2026
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Laut US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA sind 24.092 Fahrzeuge aus dem Herstellungszeitraum von 2017 bis 2019 betroffen. Die Maßnahme wird unter dem Rückrufcode 26V-216 geführt.

Im Fokus steht das Kreuzgelenk (U-Joint) der Kardanwelle. Bei den betroffenen Fahrzeugen kann es zu vorzeitigem Verschleiß kommen. In der Folge kann Schmierfett austreten, was zunächst zu Geräuschen und Vibrationen führt. Im weiteren Verlauf ist ein Versagen des Gelenks nicht ausgeschlossen. In diesem Fall kann die Kraftübertragung abrupt unterbrochen werden. Das Fahrzeug verliert ohne Vorwarnung den Vortrieb. Dadurch steigt das Unfallrisiko, insbesondere im fließenden Verkehr.

Als Ursache nennt Mercedes "unzureichende Parameter im Produktionsprozess eines Zulieferers". Die Teile stammen vom deutschen Antriebswellenspezialisten IFA Group.

Welche Modelle sind betroffen?

Der Rückruf umfasst Fahrzeuge aus dem Produktionszeitraum vom 1. Oktober 2017 bis 18. Dezember 2019. Konkret betroffen sind:

  • Mercedes-Benz E-Klasse Limousine und T-Modell (BR 213)
  • Mercedes-Benz E-Klasse Coupé und Cabriolet (BR 238)
  • Mercedes-Benz S-Klasse Limousine (BR 222)
  • Mercedes-Benz S-Klasse Coupé und Cabriolet (BR 217)

Alle Fahrzeuge verfügen über 4MATIC-Allradantrieb sowie das 9G-TRONIC-Automatikgetriebe. Auto motor und sport hat nachgefragt, ob auch Fahrzeuge in Deutschland betroffen sind und noch keine Antwort erhalten.

Wie wurde der Fehler entdeckt?

Mercedes begann laut der Berichterstattung von Autoevolution im Oktober 2025 mit der Untersuchung, nachdem ein Fahrzeug ohne Vorwarnung den Vortrieb verloren hatte. Zuvor waren bereits Kundenbeschwerden über Geräusche und Vibrationen aus dem Bereich der Kardanwelle eingegangen.

Bis Anfang 2026 führte der Hersteller umfangreiche Tests durch, darunter auch Dauerläufe mit gezielt vorgeschädigten Bauteilen. In den USA wurden nach Angaben von Autoevolution bislang 30 Garantieansprüche im Zusammenhang mit dem Problem registriert.

Was unternimmt Mercedes?

Im Rahmen des Rückrufs überprüfen Händler die Kardanwelle gezielt auf Verschleiß im Bereich des Kreuzgelenks. Wird ein Defekt festgestellt, wird die komplette Kardanwelle ersetzt. Für betroffene Kunden entstehen dabei keine Kosten. In den USA werden betroffene Fahrzeughalter informiert und zur Überprüfung in die Werkstatt gebeten.

Im Video stellen wir Ihnen das aktuelle Facelift der S-Klasse vor.

Fazit