Sprinter als neuer Drohnenjäger: Militär made by Mercedes

Sprinter als neuer Drohnenjäger
Militär made by Mercedes

ArtikeldatumVeröffentlicht am 14.06.2026
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Mercedes Sprinter Drohnenabwehr Eurosatory 2026
Foto: Mercedes

Im Mittelpunkt stehen mehrere Varianten der G-Klasse, Spezialversionen von Sprinter und Vito sowie erstmals ein gemeinsam mit Tytan Technologies entwickelter Fahrzeugverbund zur Drohnenabwehr. Ergänzt wird der Messeauftritt durch mobile Energiespeicherlösungen von Mercedes-Benz Energy.

Anders als Daimler Truck mit schweren Militär-Lkw konzentriert sich Mercedes-Benz auf leichtere Plattformen für Führungs-, Transport-, Rettungs- und Sicherheitsaufgaben. Im Fokus stehen Fahrzeuge für Behörden, Streitkräfte, Hilfsorganisationen und Sicherheitsdienste, die auf bestehenden Serienmodellen basieren und durch spezialisierte Auf- und Umbauten an unterschiedliche Einsatzprofile angepasst werden können.

1. G 350 d Stationswagen 4,5 t – Spezialist für Militär- und Führungseinsätze

Die aufgelastete Variante des G 350 d wurde für hohe Nutzlasten und anspruchsvolle Einsatzbedingungen entwickelt. Zur Ausstattung gehören spezielle Verzurr- und Bergeösen für Hubschraubertransporte, optionale Notlaufelemente für bis zu 100 Kilometer Weiterfahrt nach einem Reifenschaden sowie Tarn- und Infrarotbeleuchtung. Ebenfalls verfügbar sind ein EMV-Paket gegen elektromagnetische Störungen sowie ein 12-/24-Volt-Bordnetz. Das Fahrzeug eignet sich unter anderem für Militärpolizei, Führungsfahrzeuge und taktische Unterstützungsaufgaben.

2. Wolf 2 – Neuer Funk- und Führungswagen der Bundeswehr

Mit dem Wolf 2 zeigt Mercedes-Benz erstmals den Nachfolger des bisherigen Allzweckgeländewagens der Bundeswehr. Das Fahrzeug wird künftig als Funk- und Führungsfahrzeug eingesetzt und ist das erste Serienfahrzeug mit der neuen digitalen Funk- und Führungsausstattung D-LBO. Darüber hinaus gehören Tarnlicht, Infrarot und eine begehbare Motorhaube zur Ausstattung. Das Fahrzeug ist zudem luftverladbar.

3. G-Klasse Fahrgestell 4,9 t – Plattform für individuelle Aufbauten

Die Fahrgestellversion richtet sich an Aufbauhersteller und militärische Spezialanbieter. Das verlängerte Fahrerhaus schafft zusätzlichen Stauraum, während die erhöhte Spurweite den Fahrkomfort verbessert. Die Plattform eignet sich für Ambulanzfahrzeuge, Truppentransporter, Werkstattfahrzeuge oder Geräteträger. Eine NATO-Anhängerkupplung ermöglicht zudem das Ziehen schwerer Anhänger.

4. Sprinter 4x4 – Mobile Plattform für Behörden und Streitkräfte

Der Sprinter gehört seit vielen Jahren zum Portfolio von Mercedes-Benz für Behörden- und Verteidigungskunden. Nach Angaben des Herstellers werden rund 75 Prozent aller Sprinter weltweit durch Aufbauhersteller modifiziert. Für militärische Nutzer besonders interessant ist der Motornebenabtrieb, über den Funk-, Radar- oder IT-Systeme direkt mit Energie versorgt werden können. Hinzu kommen der serienmäßige Allradantrieb, die erhöhte Bodenfreiheit und das weltweite Service- und Ersatzteilnetz.

5. Vito Militärpolizei – Spezialfahrzeug auf Van-Basis

Der ausgestellte Vito wurde als Fahrzeug für Militärpolizei-Aufgaben konzipiert. Auffällig sind die Tarnlackierung, die erhöhte Bodenfreiheit und die All-Terrain-Reifen. Hinzu kommen Funktechnik, Waffenhalter sowie Signalanlagen. Mercedes-Benz sieht den Vito dabei nicht als taktisches Gefechtsfahrzeug, sondern als flexible Plattform für Sicherheits- und Unterstützungsaufgaben.

6. Drohnenabwehr-Verbund aus Sprinter und G-Klasse

Zu den auffälligsten Exponaten zählt ein erstmals gezeigter Fahrzeugverbund aus Sprinter und G-Klasse. Der Sprinter dient dabei als mobile Einsatzzentrale mit zwei Operator-Arbeitsplätzen, Kommunikationssystemen und Startvorrichtungen für Überwachungs- und Abfangdrohnen. Die G-Klasse ergänzt das System mit einem ausfahrbaren Radar-Teleskopmast sowie weiteren Drohnenstartmodulen für Einsätze in schwierigem Gelände. Mercedes-Benz demonstriert damit, wie zivile Serienfahrzeuge als Basis für moderne Sicherheits- und Drohnenabwehrsysteme genutzt werden können.

Diese Partner arbeiten mit Mercedes zusammen

Im Mittelpunkt des Messeauftritts steht die neue Kooperation mit dem Münchner Unternehmen Tytan Technologies. Der Spezialist für Drohnen-, Sensor- und Missionssysteme entwickelt gemeinsam mit Mercedes-Benz den gezeigten Fahrzeugverbund aus Sprinter und G-Klasse. Auf der ILA 2026 in Berlin hatten beide Unternehmen bereits eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Ziel ist die Entwicklung fahrzeugbasierter Drohnenabwehr- und Einsatzsysteme für Sicherheits-, Grenzschutz- und Infrastrukturschutzaufgaben.

Was ist die Eurosatory?Die Eurosatory findet vom 15.06.2026 bis 19.06.2026 in Paris statt und zählt zu den weltweit wichtigsten Fachmessen für Sicherheits- und Verteidigungstechnik. Hersteller aus zahlreichen Ländern präsentieren dort neue Fahrzeuge, Kommunikationssysteme, Drohnen, Schutztechnologien und militärische Ausrüstung. Die Veranstaltung gilt als eine der bedeutendsten Plattformen für internationale Beschaffungsprogramme und Kooperationen der Branche.

Für die Umsetzung der Fahrzeuge arbeitet Mercedes-Benz zudem mit dem Aufbauhersteller BINZ zusammen. Das Unternehmen ist für die Integration der Spezialtechnik in die Fahrzeuge verantwortlich. Mercedes-Benz selbst versteht sich dabei ausdrücklich als Anbieter der Fahrzeugplattformen und nicht als Systemintegrator. Die eigentlichen Missionssysteme stammen von spezialisierten Partnern. Mobile Energiespeicher für den Feldeinsatz

Neben den Fahrzeugen präsentiert Mercedes-Benz Energy mobile Energiespeicherlösungen für militärische und behördliche Anwendungen. Die Systeme reichen von kompakten Speichern auf Fahrzeugniveau bis hin zu stationären Anlagen im Megawattstunden-Bereich. Sie sollen unter anderem Feldlager, mobile Einsatzzentralen oder kritische Infrastruktur absichern und die Abhängigkeit von Dieselgeneratoren reduzieren. Zum Einsatz kommen dabei Batteriesysteme auf Basis automobiler Technologien.