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Sanierungsverfahren: Ssangyong droht weiter die Insolvenz

Dem Autohersteller droht weiter die Insolvenz Ssangyong steht nun unter behördlicher Verwaltung

Das Sanierungsverfahren des koreanischen Autoherstellers erreicht die nächste Eskalationsstufe. Mehrere Investoren sollen interessiert sein. Dennoch droht weiter die Insolvenz. Es wäre nicht die erste für Ssangyong.

Die SsangYong Motor Company (SYMC) steht ab sofort unter behördlicher Verwaltung. In Seoul wurde ein gerichtliches Sanierungsverfahren gegen den koreanischen Autohersteller eröffnet. Bei diesem "zustimmungspflichtigen 'Merger & Acquisition' Rehabilitationsplan" handelt es sich um die zweite Stufe im komplizierten Insolvenzrecht des Landes. Ein vom Konkursgericht bestellter Verwalter soll nun einschätzen, ob das Unternehmen überlebensfähig ist. Sollte dieser Nachweis nicht bis zum Sommer gelingen, könnte Ssangyong endgültig in die Insolvenz rutschen und sogar abgewickelt werden.

Produktion und Vertrieb laufen weiter

Kurz vor Jahresende 2020 hatte der Autohersteller bereits einen Antrag gestellt, eine Sanierung in Eigenregie mittels "Autonomous Restructuring Support" (ARS)-Verfahren durchzuführen, dieses allerdings nicht rechtzeitig zum Erfolg geführt. Das grundsätzliche Prozedere bleibt jedoch dasselbe: Ssangyong kann die Produktion und den Vertrieb seiner Fahrzeuge uneingeschränkt fortlaufen lassen. Gleichzeitig bekommt das Unternehmen mehr Zeit, seine Liquiditätsprobleme zu lösen. Dies soll unter anderem über eine Neubewertung seiner Vermögenswerte geschehen, einschließlich des Hauptsitzes in Pyeongtaek und 165 weiterer Immobilien. Zudem hat Ssangyong Einspruch gegen die Entscheidung der koreanischen Börse eingelegt, das Unternehmen von dieser auszuschließen.

7/2020, SsangYong E100 Teaser
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Wird Ssangyong rechtzeitig saniert, damit der geplante Elektro-SUV noch auf den Markt kommen kann?

Nach wie vor hält der indische Mahindra-Konzern 75 Prozent an Ssangyong. Schon seit Sommer 2020 wollen die Inder Anteile verkaufen und sind bislang vergeblich auf der Suche nach einem neuen Investor für den chronisch unrentablen Autobauer. Inzwischen soll es aber einige Kandidaten geben, die in einem offenen Bieterverfahren ihre Angebote abgeben sollen. Dadurch soll ein Wettbewerb zwischen potenziellen Investoren entstehen, um die Summen nach oben zu treiben. Einer Sprecherin zufolge ist das Unternehmen "zu 99,99 Prozent" sicher, dass das Verfahren positiv für Ssangyong ausgeht.

Ssangyong hofft auf Schuldenschnitt

Einer der Gründe für die Finanzlöcher waren durch die Covid-19-Pandemie hervorgerufene Schwierigkeiten. Diese haben dazu geführt, dass Ssangyong einen Kredit bei der JPMorgan Chase Bank nicht zurückzahlen konnte, der Mitte Dezember fällig gewesen wäre. Dabei soll es sich um eine Summe von 60 Milliarden Won (umgerechnet gut 44 Millionen Euro) handeln. Noch größere Verbindlichkeiten soll es bei Koreas Entwicklungsbank geben. Allerdings ist das Ssangyong-Management zuversichtlich, hier einen Schuldenschnitt erreichen zu können. Für die Kredite gilt während des Sanierungsverfahrens, dass die Rückzahlungslast der Darlehen und Zinsen aufgehoben ist.

3/2020, SsangYong Korando T-GDI
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Ssangyong hat seit den späten Neunzigerjahren schon einige Besitzerwechsel mitgemacht. Der viertgrößte koreanische Autohersteller gehörte seit 1997 zu Daewoo und wurde 2004 vom chinesischen SAIC-Konzern übernommen. Seit 2011 spielte Mahindra die Rolle des größten Anteilseigners. Zwei Jahre zuvor hatte Ssangyong schon einmal Insolvenz beantragt, was dazu führte, dass die Inder nur einen allenfalls symbolischen Betrag von 2.100 Rupien (aktuell rund 23 Euro) für die Marke zahlen mussten. Der Mahindra-Konzern, der selbst mit Rekordverlusten kämpft, sei nun jedoch nicht mehr bereit, das nötige Geld in die finanziell chronisch klamme Marke zu pumpen.

Betrieb in Deutschland läuft vorerst weiter

Wie eine Sprecherin bestätigte, habe die Weiterführung des Sanierungsverfahrens vorerst keinen Einfluss auf das operative Geschäft. "Handel und Service werden in Deutschland unverändert aufrechterhalten." Zudem verspricht sich der Importeur viel von den neuen Modellen, die in Kürze angeboten werden sollen. Den Kompakt-SUV Tivoli soll es bald in einer Langversion geben, der neue Pickup Musso steht in den Startlöchern und der aufgefrischte Rexton rollt bald zu den Händlern. Zudem wartet am Horizont ein neuer Elektro-SUV auf seine endgültige Präsentation.

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Fazit

Mit Ssangyong findet das Coronavirus möglicherweise sein erstes einigermaßen prominentes Pleiteopfer. Allerdings hatte der Hersteller sowieso meist mit finanziellen Problemen und Absatzschwierigkeiten zu kämpfen, sodass eine Insolvenz nicht ganz überraschend käme. Dennoch dürften nicht nur die Fans der Marke hoffen, dass das Unternehmen das Sanierungsverfahren erfolgreich abschließen kann. Ssangyong selbst ist zumindest optimistisch, dass dies gelingt.

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