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Ssangyong Musso Grand auf dem Autosalon Genf 2019 7 Bilder

Sanierungsverfahren: Ssangyong droht die Insolvenz

Autohersteller beantragt Sanierungsverfahren Ssangyong droht die Insolvenz

Die zum indischen Mahindra-Konzern gehörende Marke konnte einen Bankkredit nicht fristgerecht zurückzahlen und beantragt ein Sanierungsverfahren. Es wäre nicht die erste Insolvenz für Ssangyong.

Wie der Hersteller offiziell bekanntgab, hat die in Südkorea beheimatete SsangYong Motor Company (SYMC) einen Antrag auf ein Sanierungsverfahren gestellt. Dabei handelt es sich um das "Autonomous Restructuring Support" (ARS)-Verfahren, das es Ssangyong nach koreanischem Recht erlaubt, die Produktion und den Vertrieb seiner Fahrzeuge uneingeschränkt fortlaufen zu lassen. Das Unternehmen hat nun maximal drei Monate Zeit, seine Liquiditätsprobleme zu lösen, sonst droht der Gang in die Insolvenz.

Fälliger Bankkredit wurde nicht zurückgezahlt

Aktuell hält der indische Mahindra-Konzern 75 Prozent an Ssangyong. Doch schon im Sommer wollten die Inder Anteile verkaufen und waren vergeblich auf der Suche nach einem neuen Investor. Dies sind sie offensichtlich auch derzeit noch: "Als Mehrheitseigentümer wird Mahindra im Zeitraum des ARS die Hauptverantwortung übernehmen und gemeinsam mit Ssangyong aktiv an einem baldigen Abschluss der Verhandlungen mit Interessenten arbeiten", heißt es in einem offiziellen Statement.

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Einer der Gründe für das Finanzloch waren die durch die Covid-19-Pandemie hervorgerufenen Schwierigkeiten. Diese haben dazu geführt, dass Ssangyong einen Kredit bei der JPMorgan Chase Bank nicht zurückzahlen konnte, der Mitte Dezember fällig gewesen wäre. Dabei soll es sich um eine Summe von 60 Milliarden Won (umgerechnet gut 44 Millionen Euro) handeln. Für den Zeitraum des ASR-Verfahrens ist die Rückzahlungslast des Hauptdarlehens und der Zinsen aufgehoben.

Betrieb in Deutschland läuft vorerst weiter

Ssangyong hat seit den späten Neunzigerjahren schon einige Besitzerwechsel mitgemacht. Der viertgrößte koreanische Autohersteller gehörte seit 1997 zu Daewoo und wurde 2004 vom chinesischen SAIC-Konzern übernommen. Seit 2011 spielte Mahindra die Rolle des größten Anteilseigners. Zwei Jahre zuvor hatte Ssangyong schon einmal Insolvenz beantragt, was dazu führte, dass die Inder nur einen allenfalls symbolischen Betrag von 2.100 Rupien (aktuell rund 23 Euro) für die Marke zahlen mussten. Der Mahindra-Konzern, der selbst mit Rekordverlusten kämpft, sei nun jedoch nicht mehr bereit, das nötige Geld in die finanziell chronisch klamme Marke zu pumpen.

Wie eine deutsche Sprecherin bestätigte, habe die Beantragung des ASR-Verfahrens vorerst keinen Einfluss auf das operative Geschäft. "Handel und Service können in Deutschland unverändert aufrechterhalten werden", heißt es in einer Stellungnahme. Das koreanische Hauptquartier lässt verlauten, dass Ssangyong alles unternehme, "um die Situation zu bewältigen" und sich "für die Zukunft robuster und wettbewerbsfähiger aufzustellen".

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Fazit

Mit Ssangyong findet das Coronavirus möglicherweise sein erstes einigermaßen prominentes Pleiteopfer. Allerdings hatte der Hersteller sowieso meist mit finanziellen Problemen und Absatzschwierigkeiten zu kämpfen, sodass eine Insolvenz nicht ganz überraschend käme. Dennoch dürften nicht nur die Fans der Marke hoffen, dass das Unternehmen das Sanierungsverfahren erfolgreich abschließen kann.

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