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SsangYong steht kurz vor Verkauf an Edison Motors

Edison Motors will Autohersteller kaufen SsangYong steht kurz vor der Übernahme

Der koreanische Autohersteller SsangYong hat ein Sanierungsverfahren durchlaufen und stand zuletzt unter staatlicher Verwaltung. Nun wurde wohl ein Käufer gefunden.

Die SsangYong Motor Company (SYMC) hat offenbar wieder eine Perspektive. Medienberichten zufolge steht der südkoreanische Autohersteller kurz vor dem Verkauf an ein Konsortium, das von Edison Motors angeführt wird und zu dem auch ein südkoreanischer Börsen-Fonds und eine Investment-Firma aus den USA gehören. Da SsangYong aktuell unter behördlicher Verwaltung steht, müssen Gerichte der Übernahme allerdings noch zustimmen. Bis Ende November könnte der Deal aber besiegelt werden.

Türöffner in den Pkw-Sektor

Das ebenfalls aus Südkorea stammende und erst 2015 gegründete Unternehmen Edison Motors stellt Elektrobusse her und entwickelt Nutzfahrzeuge. Die Übernahme von SsangYong könnte für das Unternehmen ein Türöffner in den Pkw-Sektor sein. SsangYong selbst hatte das Konsortium zuvor als seinen favorisierten Übernahmekandidaten benannt, weil es wohl das erfolgversprechendste Paket aus Angebotspreis (Insider nennen eine Summe von 260 Millionen US-Dollar, aktuell gut 223 Millionen Euro), Finanzkraft der Mitglieder und Zukunftsplänen biete.

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Im Frühjahr 2021 wurde in Seoul das gerichtliche Sanierungsverfahren gegen SsangYong eröffnet. Bei diesem "zustimmungspflichtigen 'Merger & Acquisition' Rehabilitationsplan" handelt es sich um die zweite Stufe im komplizierten Insolvenzrecht des Landes. Ein vom Konkursgericht bestellter Verwalter sollte in dessen Rahmen einschätzen, ob das Unternehmen überlebensfähig ist. Wäre dieser Nachweis nicht erfolgt, hätte SsangYong in die Insolvenz rutschen und sogar abgewickelt werden können. Dieses Szenario scheint mit der bevorstehenden Übernahme nun jedoch vom Tisch.

Produktion und Vertrieb laufen weiter

Kurz vor Jahresende 2020 hatte der Autohersteller bereits einen Antrag gestellt, eine Sanierung in Eigenregie mittels "Autonomous Restructuring Support" (ARS)-Verfahren durchzuführen, dieses allerdings nicht rechtzeitig zum Erfolg geführt. Das grundsätzliche Prozedere blieb jedoch dasselbe: SsangYong konnte die Produktion und den Vertrieb seiner Fahrzeuge uneingeschränkt fortlaufen lassen. Gleichzeitig bekam das Unternehmen mehr Zeit, seine Liquiditätsprobleme zu lösen. Dies sollte unter anderem über eine Neubewertung seiner Vermögenswerte geschehen, einschließlich des Hauptsitzes in Pyeongtaek und 165 weiterer Immobilien. Zudem hatte SsangYong Einspruch gegen die Entscheidung der koreanischen Börse eingelegt, das Unternehmen von dieser auszuschließen.

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Wird Ssangyong rechtzeitig saniert, damit der geplante Elektro-SUV noch auf den Markt kommen kann?

Bis die Übernahme über die Bühne gebracht wird, hält der indische Mahindra-Konzern weiter 75 Prozent an SsangYong. Schon seit Sommer 2020 wollen die Inder Anteile verkaufen und waren bislang vergeblich auf der Suche nach einem neuen Investor für den chronisch unrentablen Autobauer. Einer der Gründe für die jüngsten Finanzlöcher waren durch die Covid-19-Pandemie hervorgerufene Schwierigkeiten. Diese haben dazu geführt, dass SsangYong einen Kredit bei der JPMorgan Chase Bank nicht zurückzahlen konnte, der Mitte Dezember 2019 fällig gewesen wäre. Dabei soll es sich um eine Summe von 60 Milliarden Won (umgerechnet gut 44 Millionen Euro) gehandelt haben. Noch größere Verbindlichkeiten soll es bei Koreas Entwicklungsbank geben. Für die Kredite galt während des Sanierungsverfahrens, dass die Rückzahlungslast der Darlehen und Zinsen aufgehoben ist.

Ständig Unruhe bei SsangYong

SsangYong hat seit den späten Neunzigerjahren schon einige Besitzerwechsel mitgemacht. Der viertgrößte koreanische Autohersteller gehörte seit 1997 zu Daewoo und wurde 2004 vom chinesischen SAIC-Konzern übernommen. Seit 2011 spielte Mahindra die Rolle des größten Anteilseigners. Zwei Jahre zuvor hatte Ssangyong schon einmal Insolvenz beantragt, was dazu führte, dass die Inder nur einen allenfalls symbolischen Betrag von 2.100 Rupien (aktuell rund 23 Euro) für die Marke zahlen mussten. Der Mahindra-Konzern, der selbst seit einiger Zeit mit schweren Verlusten kämpft, war in jüngerer Vergangenheit jedoch nicht mehr bereit, das nötige Geld in die finanziell chronisch klamme Marke zu pumpen.

6/2021, SsangYong Tivoli Grand 2021

Wie eine Sprecherin bestätigte, habe die Weiterführung des Sanierungsverfahrens vorerst keinen Einfluss auf das operative Geschäft. "Handel und Service werden in Deutschland unverändert aufrechterhalten." Zudem verspricht sich der Importeur viel von den neuen Modellen, die in Kürze angeboten werden sollen. Dazu gehören die Langversion des Kompakt-SUV Tivoli, der neue Pickup Musso und der aufgefrischte Rexton. Zudem wartet am Horizont ein neuer Elektro-SUV auf seine endgültige Präsentation.

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Fazit

Lange schien SsangYong der Insolvenz näher zu stehen als dem Überleben. Aber mit der Perspektive, vom Edison-Konsortium übernommen zu werden, scheint nun Letzteres doch noch zu gelingen. Der Hersteller präsentiert sich also mal wieder als echter Überlebenskünstler – wie so oft in seiner von großen finanziellen Problemen und Absatzschwierigkeiten geprägten Geschichte. Bleibt zu hoffen, dass SsangYong unter dem neuen Eigentümer modernisiert werden kann und auf dieser Basis ruhigeren Zeiten entgegensieht.

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