Turbulenzen um Lucid: Gerüchte über Finanz-Probleme lassen Lucid-Aktien abstürzen

Turbulenzen um US-Elektroautobauer
Gerüchte über Probleme lassen Lucid-Aktien abstürzen

ArtikeldatumVeröffentlicht am 16.07.2026
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Lucid Gravity
Foto: Lucid

Lucid ist nach Berichten über mögliche Restrukturierungsszenarien unter erheblichen Druck an der Börse geraten. Die Aktie des US-amerikanischen Elektroautoherstellers verlor am Dienstag, 14. Juli, im Tagesverlauf zeitweise bis zu 57 Prozent und verzeichnete damit nach Angaben des Handelsblatts den bislang größten Tagesverlust der Unternehmensgeschichte. Aufgrund der starken Kursschwankungen wurde der Handel an der New Yorker Börse mehrfach unterbrochen. Bis zum heutigen Donnerstag hat sich die Aktie wieder auf das Niveau der Vorwoche erholt.

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Auslöser der heftigen Marktreaktion war ein Bericht des Branchenportals "Electric Vehicles". Unter Berufung auf Insider hieß es, der Restrukturierungsberater AlixPartners sei beauftragt worden, dem Verwaltungsrat vor dessen nächster Sitzung verschiedene Szenarien für die weitere Unternehmensentwicklung vorzulegen. Zu den geprüften Möglichkeiten sollen demnach auch ein Rückzug von der Börse sowie ein Verfahren nach Chapter 11 gehören. Chapter 11 ist ein US-Insolvenzverfahren zur Unternehmenssanierung, bei dem der Geschäftsbetrieb in der Regel fortgeführt wird. Der Bericht betonte zugleich, dass der Verwaltungsrat bislang keine Entscheidung über einen solchen Schritt getroffen habe.

Lucid widersprach den Spekulationen kurz darauf deutlich. Gegenüber dem Handelsblatt erklärte ein Unternehmenssprecher: "Die Gerüchte sind völlig falsch." Zudem verfüge das Unternehmen über ausreichende Liquidität, um den Geschäftsbetrieb "bis weit ins nächste Jahr hinein" aufrechtzuerhalten. Ebenfalls zurückgewiesen wurde die Behauptung, innerhalb des Verwaltungsrats sei ein Sonderausschuss eingerichtet worden, der Restrukturierungsoptionen prüfe. Nach Angaben des Unternehmens existiere ein solcher Ausschuss nicht.

Bestätigt wurde hingegen die Zusammenarbeit mit AlixPartners. Nach Angaben von Lucid unterstützt das Beratungsunternehmen den Hersteller bei der Umsetzung seiner Unternehmensstrategie sowie bei der Optimierung der betrieblichen Abläufe. Lucid betonte außerdem, dass AlixPartners keine Insolvenz empfehle. Ziel der Zusammenarbeit sei vielmehr, die vorhandenen Technologien, Produkte und Innovationen bestmöglich zu nutzen und die Organisation entsprechend auszurichten.

Berater an Bord

Die aktuelle Diskussion fällt in eine Phase, in der Lucid erhebliche Investitionen in den Ausbau des Unternehmens tätigt. Das Modellangebot besteht derzeit aus der Limousine Air sowie dem SUV Gravity. Mit lediglich zwei Baureihen stehen den hohen Entwicklungs- und Produktionskosten vergleichsweise geringe Stückzahlen gegenüber. Gleichzeitig wird das Unternehmen laut verschiedenen Berichten mit Produktionsproblemen, Herausforderungen in den Lieferketten sowie steigenden Kosten konfrontiert. Hinzu kommt ein insgesamt schwierigeres Marktumfeld in den USA, in dem sich das Wachstum der Elektroauto-Nachfrage verlangsamt hat.

Unabhängig von den aktuellen Diskussionen arbeitet das Unternehmen an der Erweiterung seines Modellprogramms. Geplant ist eine neue Plattform für das Mittelklassesegment, aus der drei neue Baureihen hervorgehen sollen. Zudem besteht eine Kooperation mit Uber. Der Fahrdienstvermittler soll im Rahmen dieser Partnerschaft die Abnahme von mindestens 35.000 Robotaxis auf Basis des Gravity sowie der künftigen Mittelklasse-Plattform planen.

Auch die Finanzierung bleibt ein zentrales Thema. Mehrheitsaktionär von Lucid ist der saudiarabische Staatsfonds PIF, der das Unternehmen bereits mehrfach finanziell unterstützt hat. Hinzu kommen weitere Kapitalmaßnahmen und Darlehen. Vor diesem Hintergrund trafen die Spekulationen über einen möglichen Börsenrückzug oder ein Chapter-11-Verfahren auf eine ohnehin angespannte Nachrichtenlage. Lucid hält dagegen und verweist auf die nach eigener Darstellung gesicherte Finanzierung für den laufenden Geschäftsbetrieb sowie auf die Aussage, dass die Gerüchte keine Grundlage hätten.

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