Kunden bauen Motor eigenhändig: Für ihre 1.085 PS sorgen Corvette-Käufer selbst

Z06-, ZR1- und ZR1X-Kunden bauen Motor eigenhändig
Für ihre 1.085 PS sorgen Corvette-Käufer selbst

ArtikeldatumVeröffentlicht am 30.01.2026
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Wer sechsstellige Summen für ein Auto ausgibt, erwartet nicht ganz zu Unrecht Besonderes. Nicht nur in Bezug auf das Auto an sich; in diesen Preisregionen werden der Konfigurations- und Kaufprozess oder die Übergabe zunehmend als Erlebnis zelebriert. Gerade wenn es um Sportwagen geht: Deren Käuferinnen und Käufer werden dann beispielsweise im Rahmen eines Rennstrecken-Events von den Fähigkeiten ihrer automobilen Neuerwerbung überzeugt – meist begleitet von einer erstklassigen Verpflegung und einem abwechslungsreichen Rahmenprogramm.

Das bietet der "Corvette Custom Engine Build"

Derartige Veranstaltungen bietet Chevrolet den Kundinnen und Kunden einer Corvette selbstverständlich ebenfalls an. Wer möchte, kann das Auto auch direkt am Produktionsort in Bowling Green (US-Bundesstaat Kentucky) abholen – Museumsbesuch inklusive. Doch im Rahmen ihrer "Corvette Experience" bieten die Amerikaner bald ein tatsächlich einmaliges Highlight an: Wer eine Corvette kauft, kann den Motor des eigenen Autos selbst zusammenbauen.

Das Programm heißt "Corvette Custom Engine Build" (maßgeschneiderter Corvette-Motorenbau) und kann ab Frühjahr 2026 gebucht werden, wenn bei der Bestellung des Sportwagens der Ausstattungs-Code PBC angewählt wird. Hier geht es für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ebenfalls nach Bowling Green ins Corvette-Werk. Dort können sie den entsprechenden V8-Motor montieren, was dann auch per Plakette am Triebwerk bestätigt wird. Ein professionelles Erinnerungsfoto dokumentiert das Ganze und ein nicht näher benanntes exklusives Geschenk gibt es on top.

Es gibt jedoch ein paar Einschränkungen. Erstens: Die Verfügbarkeit dieses Erlebnisses ist begrenzt, wobei Chevrolet keine Angaben macht, wie viele Plätze überhaupt zur Verfügung stehen. Und zweitens: Das Programm steht nur für Kundinnen und Kunden einer Corvette Z06, ZR1 oder ZR1X (siehe Video und Fotoshow) offen. Dabei handelt es sich um die Topmodelle der Sportwagen-Baureihe, die mit mindestens 120.300, 185.000 oder 209.700 Dollar in der Preisliste stehen.

Unterstützung vom "Master Technician"

Wer am "Corvette Custom Engine Build"-Erlebnis teilnimmt, wird natürlich nicht sich selbst überlassen. Die Kundinnen und Kunden bauen die V8-Motoren der LT-Familie (Versionen 6 und 7) zusammen mit einem erfahrenen Motorentechniker (bei Corvette "Master Technician" genannt). Sie sollen schließlich später genauso haltbar sein wie die regulär produzierten Motoren und auf ihre versprochenen technischen Daten kommen.

Und die siedeln sich weit oben an. Der LT6-V8-Sauger der Corvette Z06 kommt mit seinen 5,5 Litern Hubraum und Flat-Plane-Kurbelwelle auf 679 PS und maximal 623 Newtonmeter. In der Corvette ZR1 erhält der Motor zwei zusätzliche Turbolader und wird zum LT7 geadelt. Dessen beeindruckenden Daten: 1.085 PS und höchstens 1.123 Newtonmeter. Dieses Triebwerk trägt auch die Corvette ZR1X im Leib, und doch kommt sie auf eine Gesamtleistung von 1.267 PS. Grund dafür ist ein zusätzlicher Elektromotor an der Vorderachse, den die Kundinnen und Kunden jedoch nicht selbst zusammenbauen dürfen.

"Krempeln Sie die Ärmel hoch"

"Wir wissen, dass Ihnen jedes Hochdrehen des Motors am Herzen liegt, wenn Sie beim Bau des Herzstücks mithelfen", schreibt Ray Theriault, der Leiter des Corvette-Werks in Bowling Green, auf seinen LinkedIn-Kanal. "Also krempeln Sie die Ärmel hoch und machen Sie sich die Hände (bzw. Handschuhe) schmutzig, während Sie gemeinsam mit unseren Meister-Technikers den Kern unserer geliebten Corvette zusammenbauen: ihren Motor."

Da fragt sich: Was kostet die Teilnahme am "Corvette Custom Engine Build"-Erlebnis eigentlich? Das verraten bislang leider weder Chevrolet noch Ray Theriault. Ganz billig dürfte das Vergnügen jedoch nicht werden. Ähnliche, von General Motors zuvor bereits aufgelegte Programme haben US-Medienberichten zufolge 5.000 Dollar (aktuell umgerechnet knapp 4.200 Euro) gekostet.

Fazit