Der Husky 3 setzt auf ein Konzept, das sich deutlich von klassischen Kettenfahrzeugen unterscheidet. Das "Überschneefahrzeug" besteht aus einem Vorder- und einem Hinterwagen, die über ein bewegliches Knickgelenk miteinander verbunden sind. Beide Fahrzeugteile verfügen über ein eigenes Kettenlaufwerk und werden angetrieben. Dadurch bleibt auch in stark unebenem Gelände möglichst jede Kette in Kontakt mit dem Untergrund. Ein ähnliches Konzept jedoch ohne Knickgelenk verfolgt Patria mit seinem "Sumpf-Monster" Trackx.
Die gelenkige Bauweise ermöglicht es dem Fahrzeug, Hindernisse, Gräben oder felsiges Gelände zu überwinden, ohne dass das gesamte Fahrzeug verwindet werden muss. Gleichzeitig folgt der Hinterwagen nahezu der Spur des Vorderwagens. Das erleichtert Fahrten auf schmalen Wegen und im Gebirge. Ein weiterer Vorteil ist der vergleichsweise geringe Bodendruck. Die vier breiten Gummiketten verteilen das Fahrzeuggewicht auf eine große Fläche. Dadurch kann sich der Husky 3 auch auf tiefem Schnee, sumpfigem Untergrund oder losem Sand bewegen, wo Radfahrzeuge deutlich früher an ihre Grenzen stoßen. Nach Herstellerangaben ist das Fahrzeug außerdem amphibisch und kann Gewässer ohne zusätzliche Schwimmkörper durchqueren.
Bewährte Plattform statt kompletter Neuentwicklung
Der Husky 3 basiert auf der Fahrzeugplattform BvS10 von BAE Systems Hägglunds. Die Bundeswehr bezeichnet ihn als marktverfügbares Produkt, das für die Anforderungen der beteiligten Nationen angepasst wurde. Dadurch entfällt die Entwicklung eines vollständig neuen Fahrzeugs, gleichzeitig profitieren die Nutzer von einer bereits eingeführten Plattform.
Die wichtigsten technischen Daten auf Basis des BvS10
Die Bundeswehr beschafft den Husky 3 zunächst als Führungsfahrzeug, Gruppentransportfahrzeug und Logistikfahrzeug. Die Plattform lässt sich grundsätzlich auch für weitere Aufgaben anpassen, etwa als Sanitäts- oder Spezialfahrzeug.
Cummins-Dieselmotor liefert 970 Newtonmeter
Für den Antrieb des Husky 3 sorgt ein 6,7 Liter großer Reihensechszylinder-Dieselmotor von Cummins. Die Kraftübertragung übernimmt ein Sechsgang-Automatikgetriebe von Allison. Das hohe Drehmoment soll vor allem beim Fahren in tiefem Schnee, Schlamm oder steilem Gelände Vorteile bieten. Über den permanenten Antrieb aller vier Ketten gelangt die Motorleistung auf beide Fahrzeugsegmente.
Warum heißt der Husky 3 eigentlich Husky 3?
Der Husky 3 ersetzt schrittweise den bisherigen Bv206D der Bundeswehr. Das Überschneefahrzeug ist seit 1984 im Einsatz und soll bis 2027 aus der Truppe verschwinden. Die gepanzerten Bv206S werden dagegen nach derzeitiger Planung noch bis etwa 2035 weiter genutzt.
Auffällig ist die Bezeichnung des neuen Fahrzeugs. Einen Husky 2 hat es bei der Bundeswehr nie gegeben. Der Bv206D trägt seit 1993 den Beinamen "Husky", während die gepanzerte Variante weiterhin unter der Bezeichnung Bv206S geführt wird.

Seine Agilität, Schwimmfähigkeit und hervorragenden Geländeeigenschaften machen das Bv206S Hägglunds unverwechselbar.
Gemeinsame Beschaffung mit zwei Partnerstaaten
Deutschland beschafft den Husky 3 gemeinsam mit Schweden und Großbritannien im Rahmen des Programms Collaborative All-Terrain Vehicle (CATV). Die Bundeswehr hat bisher 367 Fahrzeuge bestellt. Die Finanzierung erfolgt aus dem Sondervermögen Bundeswehr. Nach Angaben der Bundeswehr sollen die gemeinsame Beschaffung und die höheren Stückzahlen unter anderem Vorteile bei Produktion, Ersatzteilversorgung und Wartung bringen.
Die Serienauslieferung soll 2026 beginnen und bis 2030 abgeschlossen sein. Die ersten Fahrzeuge wurden bereits 2025 als Nachweismuster an die Bundeswehr übergeben und dienen der technischen sowie taktischen Erprobung.





