Vorschläge der Politik: Mit dieser Reform bleibt der Führerschein teuer

Vorschläge zur Führerscheinreform
Mit dieser Reform bleibt der Führerschein teuer

ArtikeldatumVeröffentlicht am 11.05.2026
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Führerschein
Foto: KI generiert

Man kann dem Bundesverkehrsministerium nicht vorwerfen, dass es nichts verändern will. Bei der Fahrausbildung schlägt der Referentenentwurf umfangreiche Reformen vor. Sie sollen die Ausbildung günstiger und digitaler machen, ohne die Sicherheit zu senken. Kernpunkte: Ein flexibel bis vollständig online möglicher Theorieunterricht, ein verschlankter Fragenkatalog, weniger starre Vorgaben bei Sonderfahrten bzw. eine drastische Reduktion und den verstärkten Einsatz von Simulatoren. Zudem sollen die praktischen Prüfungen kürzer werden. Flankierend sind Änderungen bei Prüfern, Kontrollen, Digitalisierung der Verwaltung und mehr Transparenz bei Preisen sowie Erfolgsquoten geplant.

Viele gute Ideen – im Detail

Klingt umfassend. Und das Beste kommt zum Schluss: Fahrschüler sollen bereits vor der praktischen Prüfung mit privaten Begleitpersonen üben dürfen. Natürlich nach bestandener Theorieprüfung und praktischer Grundausbildung in der Fahrschule. "Na endlich!", möchte man sagen. Denn ohne in die Details der außerordentlich umfangreich limitierten Fahrausbildung zu gehen: Der größte Kostentreiber sind teure Übungszeiten mit Fahrlehrern. Bei der Theorieausbildung reduzieren die Reformvorschläge genau die: Pauken der Verkehrsregeln und Übungsfragen beantworten – das geht zumal bei jugendlichen Fahranfängern digital, ohne Fahrlehrer, die im Digitalen vermutlich eher selbst was dazulernen könnten.

Die Reduktion von Sonderfahrten und von Fahrstunden für die sogenannte Schaltkompetenz (7 statt 10) zielen auf weniger Übungsstunden mit Fahrlehrer ab. Ein erheblicher Teil dieser Ausbildung dürfte zudem im Simulator stattfinden.

Zielkonflikt: Üben ist zentral – und teuer

Andererseits hilft nichts mehr beim Erwerb der Fahrkompetenz als praktische Übung. Und wer Fahranfänger mit Schein bei ersten Versuchen mit einem Handschalter in freier Wildbahn begleitet hat, mag sich hier eher mehr als weniger Praxisstunden wünschen.

Und damit ist man beim Grundkonflikt der Fahrausbildung angelangt: Üben ist wichtig, Stunden mit Fahrlehrer sind teuer. Die Lösung liegt auf der Hand: Begleitetes Fahren ohne Lehrer, aber mit geeignetem Beifahrer, nach Grundausbildung und Theorieprüfung.

Gute Beispiele in anderen Ländern

Genau das gibt’s in Österreich und Spanien, um nur zwei Beispiele zu nennen. Dort sparen sich Fahrschüler nicht nur die Kosten für drei Schaltkompetenz-Fahrstunden und neun für Sonderfahrten, sondern erheblich mehr – ohne weniger Übungszeit an Steuer und ggf. Schaltknüppel. Einst lautete die Faustregel von Fahrlehrern: Der Führerschein ist die Lizenz zum Üben und nach 7.000 Kilometern können die meisten sicher fahren.

Genau deshalb fragt sich der Laie und wundert sich der eine oder andere Fachmann: Warum ist das begleitete Fahren in den Reformvorschlägen nur als "Modellversuch mit wissenschaftlicher Begleitung" vorgesehen? Genügen uns die praktische Erfahrung und die Statistiken von anderswo nicht? Praktizieren Österreicher leichtfertig Straßenverkehrsgefährdung, trauen wir Spanien nur Verkehrsregeln für Touristen zu?

Fazit