Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg mit Bezug auf ein Interview mit Traton-Chef Christian Levin berichtet, will der VW-Konzern seinen Anteil am Lkw-Hersteller Traton von 87,5 Prozent auf 75 Prozent plus eine Aktie senken. Das entsprechende Aktienpaket hätte einen Wert von rund 16,6 Milliarden Euro. VW würde beim Lkw-Bauer mit diesem Deal die Kontrolle behalten, zugleich aber finanziellen Spielraum gewinnen.
"Wir spüren einen erhöhten Druck, unglaublich vorsichtig mit Geld, mit Kosten und mit Investitionen umzugehen", sagte Traton-Chef Christian Levin, wie "Bloomberg" berichtet. Der Druck seitens des Haupteigentümers habe zugenommen.
Traton erfolgreich unterwegs
Für die Lkw-Holding Traton könnte der Teilverkauf sogar zur Chance werden. Ein größerer Streubesitz dürfte mehr Investoren anlocken und die Handelbarkeit der Aktie verbessern. Zudem könnten neue Großaktionäre zusätzliche Kompetenz bei Technologie und Künstlicher Intelligenz einbringen.
Der Zeitpunkt für einen möglichen Anteilsverkauf scheint günstig. Bei den Halbjahreszahlen übertraf der Lkw-Bauer mit einem operativen Gewinn von 957 Millionen Euro die Erwartungen. Die Bestellungen stiegen um 49 Prozent, in Nordamerika haben sie sich nahezu verdreifacht.
Zuletzt hatte sich VW vom Großmotorenhersteller Everllence zum Preis von 7,4 Milliarden Euro getrennt.
Die Traton SE umfasst die vier Kernmarken Scania, MAN, International (früher Navistar) und Volkswagen Truck & Bus sowie zugehörige Finanz- und Digitaldienstleistungen und gehört zu den weltweit führenden Nutzfahrzeugherstellern. Mehrheitseigentümer der Gruppe ist die Volkswagen AG.





