Die tatsächliche Belastung durch steigende Spritpreise hängt von mehreren Faktoren ab: dem Verbrauch des Fahrzeugs, der jährlichen Fahrleistung und natürlich dem Literpreis. Laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) liegt der durchschnittliche Verbrauch von Benzinern bei 7,7 Litern pro 100 Kilometer, während Dieselautos im Schnitt 7,0 Liter benötigen. Die durchschnittliche Jahresfahrleistung beträgt 9.555 Kilometer für Benziner und 16.984 Kilometer für Diesel.
Auf dieser Basis ergibt sich für einen Benziner ein Jahresverbrauch von 735,74 Litern. Bei einem Diesel sind es 1.188,88 Liter. Ein Anstieg des Benzinpreises von 1,83 Euro auf 2,03 Euro pro Liter führt somit zu Mehrkosten von rund 147 Euro pro Jahr oder etwa 12 Euro pro Monat. Für Dieselautos, die in der Regel mehr Kilometer zurücklegen, fällt die Belastung höher aus: Hier steigen die Kosten um etwa 357 Euro pro Jahr oder knapp 30 Euro pro Monat.
Warum die Zapfsäule täuscht
Der Literpreis ist für Autofahrer besonders sichtbar, da er bei jedem Tankvorgang direkt ins Auge springt. Doch die Jahreskosten entwickeln sich langsamer, da sich auch größere Preisunterschiede auf den gesamten Jahresverbrauch verteilen. Ein Anstieg von 20 Cent pro Liter wirkt an der Zapfsäule dramatisch, bedeutet aber für viele Autofahrer nur eine moderate monatliche Mehrbelastung. Besonders Vielfahrer und Dieselbesitzer spüren die Auswirkungen jedoch deutlicher, da sie höhere Fahrleistungen haben.
Vergleich mit alternativen Antrieben
Während Benzin- und Dieselpreise steigen, gewinnen alternative Antriebe wie Elektroautos an Attraktivität. Laut KBA stieg die Jahresfahrleistung von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben im Jahr 2024 auf durchschnittlich 15.906 Kilometer. Die Betriebskosten eines Elektroautos liegen deutlich unter denen eines Verbrenners, da Strompreise pro Kilometer günstiger sind. Zudem profitieren Elektroautos von Steuervergünstigungen und geringeren Wartungskosten.
Spartipps für Autofahrer
Autofahrer können ihre Kosten durch eine spritsparende Fahrweise und clevere Tankstrategien senken. Vorausschauendes Fahren, das Vermeiden von unnötigem Ballast und das Tanken zu günstigen Zeiten – meist abends – können die Belastung reduzieren. Auch der Einsatz von Spritpreis-Apps wie "mehr Tanken" hilft, die günstigsten Tankstellen in der Umgebung zu finden.
Die gefühlte und die reale Belastung
Die Analyse zeigt, dass die gefühlte Belastung durch steigende Spritpreise oft höher ist als die tatsächliche. Während der Preisschock an der Zapfsäule unmittelbar spürbar ist, verteilen sich die Mehrkosten auf das gesamte Jahr und fallen für viele Autofahrer moderat aus. Dennoch bleibt die Belastung für Vielfahrer und Dieselbesitzer spürbar höher. Mit den richtigen Strategien können Autofahrer jedoch ihre Kosten senken und die Auswirkungen abmildern.












