Der kompakte Elektro-Van PV5 ist gerade in Europa gestartet und sorgt mit seinem futuristischen Design für reichlich Aufsehen. Doch das war erst der Anfang. Schon im kommenden Jahr will die Marke mit dem PV7 das zweite Modell der PBV-Baureihe ("Platform beyond Vehicle") vorstellen. Der PV7 soll 2027 starten und sich bei der Größe oberhalb des PV5 einsortieren. Für 2029 schließlich ist mit dem PV9 ein nochmals größerer Transporter angekündigt. Damit baut Kia seine neue PBV-Familie Schritt für Schritt aus.
Zwei neue Transporter kommen
Inhaltlich dreht sich beim PV7 vieles um Flexibilität. Konzernchef Song Ho-Sung bestätigte im Gespräch mit dem britischen Magazin "Auto Express", dass man darüber nachdenke, den PV7 "als Basisfahrzeug ohne festen Aufbau" anzubieten. Die Idee: Der Kunde bekommt gewissermaßen ein Spenderfahrzeug und entscheidet selbst, welcher Aufbau gerade gebraucht wird. Dazu sagte Song: "Wir entwickeln die Technologie derzeit; sie ist noch nicht serienreif, aber wir arbeiten daran. Gemeinsam mit unseren Partnern treiben wir das Thema voran. Wir meinen es ernst mit dieser Technologie."
Geplant ist ein modulares Konzept, bei dem sich unterschiedliche Aufbauten tauschen lassen – vom klassischen Kastenwagen über den Minibus bis hin zum Camper oder Pick-up. Technisch prüft Kia eine Lösung mit Magneten zur Fixierung der Module, ergänzt durch mechanische Sicherungen wie Pins oder Clips. Der PV7 sei die passende Plattform für diese Technologie, so Song Ho-Sung. Der kompaktere PV5 biete dafür schlicht nicht genug Platz und Zuladung.
5,30 Meter lang
Basis des PV7 ist die E-GMP.-S-Plattform, eine für Nutzfahrzeuge angepasste Elektroarchitektur der Kia-Elektro-Pkw. Das bisher gezeigte Konzeptfahrzeug kommt auf 5.270 Millimeter Länge, 2.065 Millimeter Breite und 2.120 Millimeter Höhe. Damit liegt der PV7 deutlich über dem rund 4,70 Meter langen PV5 und erreicht die Maße eines Mercedes Sprinter in der L1/H1-Ausführung. Für die Serie sind verschiedene Radstände denkbar, um unterschiedliche Aufbauvarianten zu ermöglichen. Konkrete Leistungs- oder Batteriedaten nennt Kia bislang nicht.
Der PV7 ist in erster Linie für Korea und Europa gedacht. Bis 2030 will Kia in diesen Märkten insgesamt 250.000 Fahrzeuge aus der PBV-Familie verkaufen. Wie schon beim PV5 sollen lokale Aufbauhersteller eingebunden werden, um branchenspezifische Lösungen anbieten zu können. Das betrifft klassische Lieferdienste genauso wie Shuttle-Services oder Camping-Umbauten.
Wie ernst es dem Hersteller mit diesem Geschäft ist, zeigt der Blick auf eine Personalie. Zum 1. März 2026 hat Kia Europe Erhan Eren zum "Director Platform Beyond Vehicle" ernannt. Von der Europazentrale in Frankfurt aus soll er künftig das PBV-Geschäft in der Region steuern. Dazu gehören die Markteinführung der Modelle, die Abstimmung zwischen Konzernzentrale und Landesgesellschaften sowie die Zusammenarbeit mit Aufbauherstellern. Kia schafft dafür in Europa eine eigene Organisationseinheit – ein deutlicher Hinweis darauf, welchen Stellenwert die neuen Transporter für die Marke haben.
2029 kommt der große PV9
Mit dem PV7 ist aber noch nicht Schluss. Im Jahr 2029 soll mit dem PV9 das größere Flaggschiff der Baureihe folgen. Details sind noch rar; klar ist aber, dass auch er auf der E-GMP.-S-Architektur basieren wird. Mit dem PV9 wird Kia dann die klassischen Großraum-Transporter im Format des Fiat Ducato herausfordern, was speziell in Bezug auf Batteriekapazität und Reichweite noch einige Fragen aufwirft.







