Kia baut sein Nutzfahrzeugprogramm weiter aus. Der elektrische PV5 Cargo, bislang nur als L2H1 mit langem Aufbau und Normaldach erhältlich, bekommt zwei zusätzliche Varianten. Neu sind der kurze PV5 Cargo L1H1 sowie der PV5 Cargo L2H2 mit langem Radstand und Hochdach. Beide feierten jetzt ihr Europadebüt auf der Commercial Vehicle Show in Birmingham.
Zwei neue Varianten
Der PV5 ist das erste Großserienmodell von Kias PBV-Offensive bei elektrischen Nutzfahrzeugen. PBV steht für "Platform Beyond Vehicle" und beschreibt eine modulare Baureihe für gewerbliche Anwendungen. Technische Basis ist die speziell für leichte Elektro-Nutzfahrzeuge entwickelte E-GMP.S-Plattform. Sie soll flexible Aufbauten, digitale Flottenfunktionen und unterschiedliche Karosserieformen ermöglichen. Neben dem Cargo-Modell umfasst die Familie bereits eine Passenger-Version als Kombi und ein Chassis Cab für Spezialaufbauten.
20 Zentimeter kürzer
Bisher war der PV5 Cargo L2H1 das einzige Modell der Baureihe. Er misst 4.695 Millimeter in der Länge, ist 1.895 Millimeter breit und 1.923 Millimeter hoch. Der Radstand beträgt 2.995 Millimeter. Sein Ladevolumen liegt bei rund 4,4 Kubikmetern. Neu hinzu kommt nun der PV5 Cargo L1H1. Die Bezeichnung steht für kurze Karosserie mit Normaldach. Das Fahrzeug ist 4.495 Millimeter lang und damit exakt 200 Millimeter kürzer als der bisherige L2H1. Breite, Höhe und Radstand bleiben identisch. Das Ladevolumen beträgt 4,03 Kubikmeter nach VDA-Norm. Kia positioniert diese Version in erster Linie für den Einsatz in Ballungsgebieten. Der Vorteil liegt in besserer Rangierbarkeit beim Einparken und Wenden.
Zwei Nummern größer ist der neue PV5 Cargo L2H2. Er übernimmt die Länge des L2H1 mit 4.695 Millimetern und auch den Radstand von 2.995 Millimetern, wächst aber deutlich in die Höhe. Mit 2.210 Millimetern überragt er das Standardmodell um fast 29 Zentimeter. Die Tiefgaragen-Tauglichkeit ist damit vorbei, dafür gibt es im Laderaum mit 1,81 Metern echte Stehhöhe. Der Zugewinn im Laderaum ist deutlich: 5,165 Kubikmeter nennt Kia nach VDA-Norm.
Stehhöhe im Hochdach-PV5
Zusätzlich soll der L2H2 praxisorientierte Lösungen bieten. Genannt werden eine optionale Durchgangsmöglichkeit zwischen Cockpit und Laderaum sowie ein Airline-Schienensystem zur flexiblen Ladungssicherung. Für die Kabine ist außerdem statt zweier Einzelsitze optional eine Dreierbank vorgesehen. Die exakten Abmessungen der beiden neuen Modelle finden Sie in den Datenblättern in der Bildergalerie.
Für L1H1 und L2H2 stehen drei Batteriegrößen bereit: 43,3 kWh, 51,5 kWh und 71,2 kWh. Neu ist dabei die kleine Batterie, die es beim bislang einzigen Modell L2H1 nicht gab.
Onboard-Lader mit 22 kW
Beim Laden unterstützt der Transporter jetzt Wechselstrom mit bis zu 22 kW, was speziell im innerstädtischen Bereich Vorteile bringt. Gleichstrom-Schnellladen von zehn auf 80 Prozent soll in rund 30 Minuten möglich sein, das entspricht der bisherigen Ladeleistung. Die maximale WLTP-Reichweite beträgt beim kurzen L1H1 bis zu 392 Kilometer, beim höheren L2H2 bis zu 372 Kilometer. Der aerodynamische Nachteil des Hochdachs zeigt sich damit direkt in der Reichweite.







