Nach dem Start der neuen Förderung für Autos mit Elektroantrieben am 19. Mai 2026 sind in der ersten Woche 33.000 Anträge eingegangen, so das Bundesumweltministerium auf Anfrage von auto motor und sport. Knapp 91 Prozent davon entfallen auf reine Elektroautos (BEV), also knapp 30.000 Förderanträge. Der Rest (etwas mehr als 3.000) entfällt auf Plug-in-Hybride (PHEV) und Autos mit Range Extender. Zum Vergleich: Im April 2026 wurden insgesamt 64.350 BEV und 27.546 PHEV neu zugelassen. Pro Woche sind das rein rechnerisch 14.996 BEV und 6.427 PHEV.
Förderanträge für früh zugelassene Autos
Die Zahl der Anträge scheint derzeit also etwa doppelt so hoch zu sein wie die Zahl der Neuzulassungen dieser Fahrzeuge im gleichen Zeitraum. Möglicherweise, weil nachträglich Förderanträge für bereits seit einiger Zeit zugelassene Autos eingereicht wurden. Die Prämie kann für E-Modelle beantragt werden, die ab dem 1. Januar 2026 erstmalig angemeldet wurden.
Bei etwa 47 Prozent der Antragsteller lag das zu versteuernde jährliche Haushaltseinkommen bei maximal 45.000 Euro – das ist die Voraussetzung für den Bezug der maximalen Fördersumme von 6.000 Euro. Fast 70 Prozent gaben bei der am 19. Mai gestarteten Beantragung auf foerderzentrale.gov.de weniger als 60.000 Euro Einkommen an.
Leasing: In Einzelfällen "Null-Leasing"
Privatpersonen können je nach Verdienst, Familiengröße und Fahrzeug einen Zuschuss zwischen 1.500 und 6.000 Euro für neue BEV oder PHEV beantragen, der für Kauf und Leasing gilt. Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen bis 45.000 Euro und zwei Kindern unter 18 Jahren (Stichtag: Datum der Erstzulassung) können vereinzelt sogar drei Jahre lang nahezu kostenlos ein Auto leasen. Denn die in diesem Fall mögliche Maximalförderung von 6.000 Euro kann Anzahlung und Leasingraten fast völlig abdecken.
Beispiel: Leapmotor bietet den Kleinwagen T03 im 36-Monats-Leasing (entspricht der Mindest-Haltedauer) für 48,90 Euro Rate und 4.250 Euro Anzahlung an. In Summe ergeben sich 6.010,40 Euro – also rein rechnerisch 29 Cent Kosten pro Monat bei höchstens 10.000 Kilometern pro Jahr. Bei einer Förderung von 4.000 Euro liegt die Rate für dieses Modell bei rund 56 Euro monatlich. Hinzu kommen ungefähr 1.350 Euro Überführungsgebühren. Leapmotor erklärt dazu, dass dieser Posten die Kosten für den Transport per Schiff und Lkw sowie Aufbereitung und Übergabe-Inspektion abdecken müsse.
Lange vor dem Start der Förderung hatte Dacia den Spring für 99 Euro monatlich ohne Anzahlung im Angebot. Selbst bei "nur" 4.000 Euro Zuschuss hätten sich hier negative Leasingraten ergeben. Wie auch andere ist dieses Angebot verschwunden. Das passt zum Ergebnis einer Studie des privaten Center Automotive Research (CAR). Danach sind die Rabatte der Hersteller seit Jahresbeginn gesunken.
Keine Rückforderung bei "Negativ-Leasing"
Das Bundesumweltministerium will zu viel gezahlte Förderbeträge in solchen Fällen nicht zurückfordern. "Eine gesonderte Rückzahlungspflicht aufgrund besonders günstiger Leasingkonditionen ist in der Förderrichtlinie grundsätzlich nicht vorgesehen, solange die Fördervoraussetzungen eingehalten werden", so eine Sprecherin. Bei einem "Massenförderprogramm dieser Größenordnung" sei es erforderlich, "mit pauschalierten Förderbeträgen und klar überprüfbaren Kriterien zu arbeiten." Zudem trügen Leasingbank beziehungsweise Hersteller bei besonders niedrigen Raten das Restwertrisiko. Bei besonders niedrigen Leasingraten würde es sich "grundsätzlich um eine unternehmerische Entscheidung und ein privatwirtschaftliches Risiko der jeweiligen Anbieter" handeln.
Bei der Beantragung der Fördersumme will der Autohändler-Verband VAD Kunden helfen. "Wir werden den Antrag auf Wunsch für sie ausfüllen", sagt Burkhard Weller, Präsident des VAD. Er fordert, auch junge Gebrauchte zu subventionieren, da "Privatpersonen mit kleinen und mittleren Einkommen ganz überwiegend Gebrauchtwagen" kaufen würden.












