Der Mercedes-AMG One basiert auf einem Antriebssystem, das direkt aus der Formel 1 stammt. Im Heck arbeitet ein 1,6-Liter-V6-Turbo-Hybridmotor, der in Kombination mit vier Elektromotoren eine Gesamtleistung von 1.063 PS liefert. Dieses System wurde ursprünglich für den Mercedes W07 entwickelt – das Fahrzeug, mit dem Lewis Hamilton und Nico Rosberg 2016 die Konstrukteursweltmeisterschaft gewannen. Die Herausforderung bestand darin, diese Hochleistungstechnologie für den Straßenverkehr zu homologieren. Dazu mussten unter anderem Leerlaufdrehzahlen angepasst und Emissionsvorgaben erfüllt werden.
Die aktive Aerodynamik des AMG One ist ein weiteres Highlight: Ein Drag-Reduction-System (DRS) am Heckflügel sowie verstellbare Klappen über den vorderen Radkästen optimieren den Luftstrom je nach Fahrmodus. Diese komplexe Technik erfordert regelmäßige Überprüfungen und präzise Einstellungen – ein entscheidender Faktor für die hohen Wartungskosten.
Warum dauert der Service 80 Stunden?
Ein zentraler Kostenpunkt des "Service A" sind die Arbeitsstunden: Laut Rechnung wurden insgesamt 80 Stunden benötigt, um alle notwendigen Arbeiten durchzuführen. Dazu gehören unter anderem der Austausch von Luft- und Getriebeölfiltern sowie Motoröl. Selbst kleine Teile wie der Ölablassstopfen werden ersetzt – alles mit dem Ziel, höchste Performance sicherzustellen.
Die Demontagearbeiten sind besonders zeitintensiv, da viele Komponenten schwer zugänglich sind. Beispielsweise erfordert der Wechsel bestimmter Filter das teilweise Zerlegen des Fahrzeugs. Hinzu kommen Inspektionen der Hydrauliksysteme, die unter anderem den aktiven Heckflügel steuern. Diese Systeme arbeiten unter hohem Druck und müssen regelmäßig überprüft werden, um Ausfälle oder Risiken wie Leckagen zu vermeiden.
Vergleich mit anderen Hypercars
Im Vergleich zu anderen Hypercars wie dem Bugatti Chiron oder dem Aston Martin Valkyrie fällt auf, dass hohe Wartungskosten in dieser Fahrzeugklasse keine Seltenheit sind. Ein Ölwechsel beim Bugatti kann bis zu 25.000 Euro kosten, während bei Koenigsegg-Modellen oft Techniker eingeflogen werden müssen – ebenfalls mit fünfstelligen Rechnungen als Ergebnis.
Was den AMG One jedoch besonders macht, ist die Kombination aus Formel-1-Technologie und Straßenzulassung. Während andere Hersteller ihre Fahrzeuge eher auf Langstreckentauglichkeit optimieren, bleibt der AMG One ein kompromissloses Hochleistungsfahrzeug – was sich auch in den Betriebskosten widerspiegelt.
Garantieverlängerung als Vorteil
Ein positiver Aspekt des "Service A" ist die damit verbundene Garantieverlängerung: Nach Abschluss der Wartungsarbeiten wird die Garantie bis Februar 2028 verlängert. Angesichts der Komplexität des Fahrzeugs bietet dies Käufern eine gewisse Sicherheit und reduziert das finanzielle Risiko unerwarteter Reparaturen.
Rückrufe und Sicherheitsaspekte
Die Bedeutung regelmäßiger Wartung zeigt sich auch an früheren Rückrufen des AMG One: Nachdem zwei Fahrzeuge aufgrund eines Defekts im Hydrauliksystem Feuer gefangen hatten, wurden alle betroffenen Modelle zurückgerufen und überprüft. Solche Vorfälle verdeutlichen die Risiken hochkomplexer Technik und unterstreichen die Notwendigkeit professioneller Werkstattbesuche.












