Rivian verschiebt Europa-Start des R2: Was sind die Gründe?

Was sind die Gründe?
Rivian verschiebt Europa-Start des R2

ArtikeldatumVeröffentlicht am 18.02.2026
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Rivian R2
Foto: Rivian

Rivian hat das ursprünglich für 2027 angesetzte Markteinführungsdatum des R2 für Europa heimlich von seiner Website entfernt – RivianTrackr hat dies entdeckt. Anstelle des konkreten Zeitpunkts können Interessierte sich nun lediglich für Updates anmelden. Verschiebt der kalifornische Elektroauto-Spezialist seinen Europa-Start?

Zusammen mit der gleichzeitigen Verschiebung des R2-Launchs in Kanada auf 2027 drängt sich die Vermutung auf, dass Rivian den Fokus aktuell lieber stärker auf den US-Markt legt. Das Unternehmen scheint sich darauf zu konzentrieren, die Produktion dort stabil hochzufahren, bevor es den europäischen Markt bedient.

R2 als Europa-SUV

Der elektrische SUV R2 ist etwas kleiner als der R1S – Rivian hat ihn speziell mit Blick auf den europäischen Markt entwickelt. Mit einem kompakten Design und der Anpassung an europäische Sicherheitsstandards sollte er besser für enge Verkehrsräume geeignet sein als der R1S. Doch Rivian scheint mehr Zeit zu brauchen, um die Produktionskapazitäten auf ein Niveau zu bringen, das eine effiziente Expansion nach Europa ermöglicht. Insbesondere das Hauptwerk in Normal im US-Bundesstaat Illinois (ein ehemaliges Mitsubishi-Werk), das derzeit den R1T Pick-up und das R1S SUV sowie den R2 in Vorproduktion herstellt, ist derzeit auf den US-Markt fokussiert. Anscheinend fehlt ihm die Kapazität zur Befriedung der Bedarfe weiterer Märkte. Das geplante Werk in Georgia (östlich von Atlanta bei Social Circle) liefert noch nichts und soll erst 2028 vollständig einsetzbar sein – dann aber jährlich bis zu 400.000 Fahrzeuge ausstoßen können.

Finanziell angespannte Lage

Rivian kämpft weiterhin mit einem hohen Kapitalverbrauch. Trotz verbesserter Produktionszahlen bleibt das Unternehmen tief im roten Bereich. Der Nettoverlust im Geschäftsjahr 2025 betrug rund 3,6 Milliarden Dollar (aktuell umgerechnet 3,05 Milliarden Euro), und der Free Cashflow (verfügbarer Bargeldbetrag nach Abzug von notwendigen Investitionen) ist weiterhin negativ. Zur Sicherung von Wachstum und Expansion muss Rivian ständig neue Kapitalzuflüsse sichern.

In dieser finanziellen Lage wäre es riskant, den R2 gleichzeitig in den USA und in Europa auf den Markt zu bringen. Rivian muss sich erst einmal auf den heimischen Markt konzentrieren, um dort eine stabile Grundlage für den nächsten Schritt zu schaffen.

Rivian R2
Rivian

VW-Partnerschaft

Rivian profitiert erheblich von seiner Partnerschaft mit Volkswagen. Volkswagen ist nicht nur einer der größten externen Investoren, sondern arbeitet auch an der Entwicklung gemeinsamer Fahrzeugarchitekturen und Softwarelösungen. Diese Zusammenarbeit hilft Rivian, technologische Hürden zu überwinden und gleichzeitig finanzielle Unterstützung zu erhalten. Auf der anderen Seite erhofft sich VW auf Basis der Kooperation große Fortschritte bei seiner eigenen Software-Architektur.

Die Marktbedingungen und die Produktionskapazitäten machen es für Rivian aktuell anscheinend schwierig, in Europa mit dem R2 erfolgreich zu starten, ohne die Qualität und Effizienz der Einführung zu gefährden. Eine frühzeitige Expansion nach Europa könnte sich als zu riskant herausstellen, wenn die Produktionsbasis nicht ausreichend gestärkt ist.

Fazit