SC01 Sportwagen für Europa: Im Lotus-Stil mit Elektro-Herz

SC01 Sportwagen für Europa
Im Lotus-Stil mit Elektro-Herz

ArtikeldatumVeröffentlicht am 19.01.2026
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Vorgestellt wurde der Sportwagen SSC (das steht für Small Sports Car) SC01 bereits im September 2022. Bei der Premiere gab es allerdings noch viele Unsicherheiten, ob und wann die Produktion anläuft. Dann wurde es still um das Projekt, bis zum Januar 2026.

Eigenständige, limitierte Europa-Version

Die Firma, die sich jetzt SC01 Europe nennt, bestätigt den SC01 Sportwagen, der ursprünglich nur für den chinesischen Heimatmarkt vorgesehen war, auch für den europäischen Markt. Die Entwicklung der europäischen Version verläuft technisch allerdings unabhängig vom chinesischen Projekt. Und darüber hinaus soll die Europaversion des SC01 auch in Europa produziert werden. Als Herstellungsland wird Italien genannt. Die Produktion soll dabei auf 1.000 Exemplare limitiert sein, wobei ein Teil der Auflage ausschließlich für den Motorsporteinsatz vorgesehen ist. Welche europäischen Märkte mit dem SC01 bedient werden, bleibt noch offen. Die Validierungsphase der europäischen Prototypen begann nach Unternehmensangaben Anfang 2025 und befindet sich nun in der finalen Phase.

Konkrete Daten zur Europa-Version will SC01 erst später bekanntgeben. Bereits angekündigt wird aber ein rein elektrischer Allradantrieb, bei dem zusätzlich manuell zwischen Vorderradantrieb und Hinterradantrieb gewählt werden kann. Das Gewicht des SC01 soll bei unter 1.400 Kilogramm liegen. Für die Spurtzeit von null auf 100 km/h werden 2,9 Sekunden kolportiert.

Xiaomi als Finanzier und Entwicklungshelfer

Etwas mehr Infos gibt es zum chinesischen Projekt. Um die begehrte Verkaufslizenz für den chinesischen Markt zu erhalten, wurde das Start-up ein Teil der chinesischen Marke JMEV – einem Gemeinschaftsprojekt der Jiangling Motors Corporation (JMC) und Renault, an dem die Franzosen von 2019 bis 2023 beteiligt waren. Entsprechend firmiert der SC01 in China unter dem Namen JMEV 01. JMEV übernimmt dabei allerdings nur die Auftragsfertigung und den Vertrieb. Bei der technischen Entwicklung und auch der Finanzierung des Projekts soll der Elektronikgigant Xiaomi, der mittlerweile selbst Elektroautos baut, eingebunden worden sein.

Formal weckt der SC01, oder auch JMEV 01, Erinnerungen an den Alfa Romeo 4C oder die Lotus Elise. Lotus Elise und Elektroantrieb – da kommt den Älteren schnell der Tesla Roadster in den Sinn, mit dem Elon Musk seine Elektroauto-Ambitionen 2008 gestartet hatte.

320 kW stark, 520 km Reichweite

Aber was macht den SC01 eigentlich besonders? Das Rückgrat des 4,10 Meter langen, 1,83 Meter breiten und nur 1,17 Meter hohen SC01 bildet ein stählerner Gitterrohrrahmen. Der Radstand wird mit 2.503 Millimetern angegeben. Die über Pushrods angesteuerten Federelemente liegen an beiden Achsen waagrecht über den E-Maschinen. Das Design des SC01 mischt an der Front Lotus-Evora-Elemente mit großen Lufteinlässen in den Flanken, die man so von der Elise oder dem Exige kennt. Das Heck mit Spoilerbürzel hingegen könnte durchaus von einem Lancia Stratos oder verschiedenen Ferrari-Modellen inspiriert sein.

Für einen Sportwagen soll der SC01 ziemlich erschwinglich werden. Für den chinesischen Markt wurde bei der Premiere ein Preis von 300.000 Yuan (umgerechnet rund 40.000 Euro) angekündigt. Damit würde er sich preislich bei den Kompaktwagen einordnen. Allerdings bietet er mit einer Gesamtleistung von 320 kW (rund 435 PS) und einem Drehmoment von 560 Nm deutlich mehr Power. Die Spurtzeit von 2,9 Sekunden haben wir oben bereits erwähnt, die Höchstgeschwindigkeit soll abgeregelt bei 200 km/h erreicht werden. Das NMC-Akkupaket bietet eine Kapazität von 60 kWh. Nach Angaben des Herstellers kommt der Sportwagen damit rund 435 Kilometer weit. Von 30 auf 80 Prozent soll der China-Flitzer in 25 Minuten laden.

Fazit