Der Elektronikkonzern Sony wollte mit der Elektro-Limousine Afeela den Einstieg ins Autogeschäft schaffen. Doch nun gerät das Projekt ins Wanken. Auslöser ist Hondas Entscheidung, mehrere geplante Elektroautos für den US-Markt zu streichen.
Betroffen sind die Elektro-Modelle der sogenannten 0 Series, darunter eine Limousine, ein SUV und der geplante Acura RSX. Honda begründet den Schritt mit Zöllen sowie veränderten regulatorischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Elektroautos in Nordamerika. Die Entscheidung könnte auch Folgen für ein anderes Projekt haben: die gemeinsam mit Sony entwickelte Afeela-Limousine.
Afeela nutzt die gleiche technische Basis
Der Afeela 1 basiert auf der gleichen Plattform wie Hondas gestrichene 0-Series-Modelle. Damit hängt die technische Basis der Sony-Limousine unmittelbar an Hondas Elektrostrategie.
Noch gibt es keine klare Aussage zur Zukunft des Projekts. Sony Honda Mobility, das gemeinsame Unternehmen der beiden japanischen Konzerne, teilte lediglich mit, dass Sony und Honda jetzt Gespräche führen wollen, um die Auswirkungen der Entscheidung zu bewerten.
Produktion hängt stark von Honda ab
Der Afeela 1 sollte im Honda-Werk East Liberty im US-Bundesstaat Ohio entstehen. Direkt nebenan wollte Honda ursprünglich auch die Modelle der 0 Series bauen. Anfang des Jahres liefen dort bereits erste Vorserienproduktionen der Sony-Limousine. Die ersten Kundenauslieferungen plante das Joint Venture bislang für Ende 2026. Der Entwicklungsstand des Autos ist damit deutlich weiter als bei den gestrichenen Honda-Modellen.
Sony treibt das Projekt zunächst weiter voran
Trotz der Unsicherheit arbeitet Sony Honda Mobility derzeit weiter an seinem Markteintritt. Das Unternehmen baut aktuell in Kalifornien erste Studios und Auslieferungs-Hubs. Bei der CES Anfang des Jahres präsentierte die Marke zudem einen SUV-Prototyp, der das Portfolio langfristig erweitern könnte.

Sein SUV hat Afeela Anfang 2026 auf der CES als Prototyp in Las Vegas vorgestellt - mit dem Ausstieg von Honda aus dem gemeinsamen Projekt mit Sony steht die komplette Marke auf der Kippe.
Tech-Konzerne tun sich mit Autos schwer
Der mögliche Rückschlag für Sony reiht sich in eine Reihe gescheiterter Auto-Projekte aus der Tech-Welt ein. Sowohl Dyson als auch Apple hatten ambitionierte Auto-Pläne – und stellten sie schließlich ein.
Dyson investierte hunderte Millionen Dollar in ein Elektroauto, stoppte das Projekt jedoch 2019 wegen fehlender Wirtschaftlichkeit. Auch Apple beendete sein jahrelang entwickeltes iCar-Projekt Anfang 2024.
Der Einstieg in die Autoindustrie erweist sich damit selbst für große Technologieunternehmen als schwierig.







