Dyson Auto Patentzeichnung Dyson

Elektroautos von Dyson

Staubsaugerhersteller gibt auf

2020/2021 hätten die ersten Dyson E-Autos auf den Markt kommen sollen. Jetzt gibt der Staubsaugerhersteller das Projekt aus wirtschaftlichen Gründen auf.

Die Ankündigung von Firmenboss James Dyson kommt überraschend. Man habe sich entschlossen das Elektroauto-Projekt einzustellen, teilt Dyson auf der Firmenhomepage mit. Es läge nicht am Produkt, sondern an der wirtschaftlichen Umsetzbarkeit. Man habe nach einem Käufer gesucht, der das Projekt fortführen wollte, aber keinen gefunden. Auch wenn das Projekt damit begraben wird, habe man viel daraus gelernt. Vor allem in Sachen Batterietechnologie, die man für die übrigen Dyson-Produkte nutzen werde. Für die vom Projekt-Stopp betroffenen Mitarbeiter versuche man andere Stellen im Unternehmen zu finden.

Die E-Auto-Ambitionen von Dyson klangen noch euphorisch. Man komme mit den Planungen zum Bau eigener Elektroautos voran, hieß es. Das Investitionsvolumen in das Projekt sollte einem internen Schreiben des Firmengründers Sir James Dyson zufolge bei 2,3 Milliarden Euro liegen.

Dyson
Das geplante Testgelände soll neben 10 Kilometern Versuchsstrecke auch Platz für bis zu 2.000 Mitarbeiter bieten.

Zuletzt arbeiteten 500 Menschen bei Dyson am Autoprojekt, 200 weitere Stellen sollten noch besetzt werden. Auf dem ehemaligen Flugplatz Hullavington nahe Bristol wollte Dyson ein Testgelände errichten. Mit einer Investition von 200 Millionen Pfund (ca. 223 Millionen Euro) sollten dort eine 10 Kilometer lange Teststrecke sowie 45.000 Quadratmeter Gebäudefläche mit Büros, Gastronomie und Freizeitflächen für bis zu 2.000 Menschen entstehen.

Die Pläne für die Teststrecke umfassten ein Offroad-Areal, einen Handlingparcours und Möglichkeiten zum Test der Fahrzeugstabilität mit der Simulation von Ausweichmanövern.

Erste Patentzeichnungen

Dyson Auto Patentzeichnung
Dyson

Wie das kommende Dyson-Auto aussehen könnte, enthüllen bereits Zeichnungen zur Patentanmeldung. Die Bilder zeigen einen langgestrecken Crossover im Monospace-Design mit extrem kurzen Überhängen an Front und Heck sowie einer niedrigen Dachlinie und einem langen Radstand. Im Innenraum werden drei Sitzreihen angedeutet, die vermutlich sieben Sitzplätze bereithalten. Eine üppige Bodenfreiheit soll einen breiten Einsatzbereich bieten. Die flach stehende Windschutzscheibe scheint sich bis ins Dach hineinzuziehen. Beim Räderwerk scheint Dyson auf schmale Reifen zu setzen. Diese schneiden nicht so viel Raum aus den Interieur und sind zudem in Sachen Rollwiderstand günstiger. Das Dyson-Auto soll knapp fünf Meter lang werden, der Radstand dürfte bei rund 3,30 Meter, die Gesamthöhe aber bei nur etwa 1,65 Meter liegen.

Lithium-Ionen-Akkus als Brückentechnologie

Die Gerüchte, dass Dyson Elektroautos bauen wolle, gab es schon seit 2016. Die eine Hälfte von Dysons Milliardeninvestition ist britischen Medienberichten zufolge für die Fahrzeugentwicklung vorgesehen, die andere Hälfte soll in eine neue Batterietechnik investiert werden. Dyson setzt demnach auf Feststoffbatterien, die als nächste Generation von Hochleistungsbatterien nach der Lithium-Ionen-Technologie gelten. Bislang sei noch kein Fahrzeug-Prototyp gebaut worden, der Elektromotor sei aber schon fertig.

Dyson entwickelt eigene Batterietechnik

In der Grundlagenforschung für die Feststoffbatterien sei man schon weit vorangeschritten. Jetzt gehe es darum, die industrielle Fertigung auf Kiel zu legen. Die neue Batterietechnologie für die Dyson-Elektroautos soll auf dem Dyson-Technologie-Campus in Wiltshire entstehen. Um schneller an das zusätzlich notwendige Personal zu kommen, habe man sich entschlossen, die Elektroautopläne jetzt öffentlich zu machen. Auch die Gespräche mit potentiellen Zulieferen werden so leichter. Eine Zusammenarbeit mit etablierten Autobauern lehnt Dyson ab.

Wie die Automobilwoche berichtet, hat Dyson bereits beim Sportwagenbauer Aston Martin schon den Chefeinkäufer David Wyer sowie mit Ian Minards den Leiter der Produktentwicklung abgeworben. Zudem verpflichtet Dyson den ehemaligen BMW- und Infiniti-Manager Roland Krüger als Leiter seines Elektroauto-Projekts.

Das erste von drei Modellen soll mit Lithium-Ionen-Batterien laufen, auf 10.000 Stück limitiert und eher höherpreisig sein. Die beiden folgenden Modelle sollen auf Feststoff-Batterien setzen. Dazu hatte Dyson 2015 das auf Feststoff-Batterien spezialisierte Startup Sakti3 gekauft. Dyson rechnet mit einem schnellen Wachstum der neuen Elektroautosparte. Zu einem möglichen Preis sagte Dyson nur: Das Fahrzeug werde nicht günstig sein. Den Hauptabsatzmarkt sieht Dyson in Fernost.

Gebaut werden sollen die Elektroautos von Dyson in Singapur, und nicht in Großbritannien. Für Singapur spreche die Nähe zu den wichtigen asiatischen Märkten sowie die Infrastruktur und die Verfügbarkeit von qualifizierten Arbeitern, erklärte Dyson seine Standortentscheidung. Auch die Firmenzentrale des Autoprojekts wurde von Großbritannien nach Singapur verlagert.

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