Xiaomi macht auf der Nürburgring-Nordschleife endgültig Ernst. Der chinesische Tech-Konzern hat mit dem neuen Xiaomi YU7 GT samt Track-Package einen neuen offiziellen Rekord für Elektro-SUVs aufgestellt – und den bisherigen Bestwert gleich deutlich unterboten. Rennfahrer Vincent Radermecker pilotierte den Hochleistungs-SUV über die legendäre Nordschleife am Nürburgring. Die gestoppte Zeit: beeindruckende 7:22,755 Minuten. Damit war der Xiaomi YU7 GT mit Track Package satte zwölf Sekunden schneller als der bisherige Bestwert, der ebenfalls von Xiaomi stammte.
Das Track Package ist nicht ganz so konsequent auf Downforce ausgelegt, wie etwa die Manthey-Pakete von Porsche oder das Track Package bei der Xiaomi-Limousine SU7 Ultra. Es umfasst im Wesentlichen die folgenden High-Performance-Komponenten:
- Bremsanlage: Upgrade auf extrem belastbare Carbon-Keramik-Bremsen von Brembo, um das typische Fading bei Trackdays zu verhindern.
- Felgen & Reifen: Größere 21-Zoll-Schmiederäder in Kombination mit einer breiteren Sportbereifung (serienmäßig mit griffigen Michelin-Reifen bestückt).
- Software-Anpassungen: Spezielle Track-Modi für die Steuerung der Elektromotoren, die Drehmomentverteilung (Torque Vectoring) und das Kühlsystem, um mehrere schnelle Runden am Stück ohne Leistungsabfall (Drosselung) zu ermöglichen.
Xiaomi überholt Porsche und Audi deutlich
Schon zuvor hatte Xiaomi nämlich mit einer offiziellen Zeit von 7:34,931 Minuten für Aufsehen gesorgt. Damit setzte sich der YU7 GT bereits vor etablierte Performance-SUVs wie den Audi RS Q8 Performance sowie das Porsche Cayenne Turbo GT Coupé.
Die bisherigen Referenzwerte:
- Audi RS Q8 Performance: 7:36,698 Minuten (2024)
- Porsche Cayenne Turbo GT Coupé: 7:38,925 Minuten (2021)
- Xiaomi YU7 GT Track Package: 7:22,755 Minuten (2026)
Damit landet Xiaomi plötzlich in einem Sportwagen-Umfeld, wo bislang fast ausschließlich europäische Premiumhersteller dominieren. Die Rundenzeit fuhr Vincent Radermecker übrigens bereits am 2. April 2026.
Nürburgring als ultimative Bewährungsprobe
Die Nordschleife gilt weltweit als extremer Härtetest für Serienfahrzeuge. Eine schnelle Runde beweist dort weit mehr als nur rohe Leistung. Entscheidend sind:
- Fahrwerksabstimmung
- Bremsperformance
- Thermomanagement
- Hochgeschwindigkeits-Stabilität
- Dauerhaltbarkeit unter extremer Belastung
Genau deshalb besitzt der Rekord für Xiaomi enorme Signalwirkung. Der Konzern baut erst seit kurzer Zeit überhaupt Autos – und fährt nun direkt an die Spitze der offiziellen SUV-Wertung.
Rekordfahrten unter strengen Regeln
Die offiziellen Rekordfahrten auf dem Nürburgring unterliegen klar definierten Vorgaben. Ziel ist es, möglichst vergleichbare und transparente Bedingungen für alle Hersteller zu schaffen. Gefahren wird grundsätzlich eine komplette Nordschleifen-Runde mit fliegendem Start über exakt 20,8 Kilometer. Zusätzlich werden sämtliche Rekordfahrten notariell begleitet. Die Zeitmessung erfolgt mit geeichter Technik, während der TÜV Rheinland die Serienmäßigkeit des Fahrzeugs überprüft und dokumentiert.
Auch die Streckenführung sowie die genaue Start- und Ziellinie sind exakt festgelegt. Dadurch sollen Manipulationen oder unterschiedliche Messmethoden ausgeschlossen werden. Gerade im Zeitalter immer extremerer Performance-Fahrzeuge gewinnen solche standardisierten Verfahren zunehmend an Bedeutung. Dadurch sollen die Zeiten möglichst objektiv und vergleichbar bleiben.
Rund 1.000 PS im Elektro-SUV
Schon der Xiaomi YU7 GT ohne Track Package bringt die passenden Leistungsdaten für einen Rekordversuch mit. Der Elektro-SUV nutzt einen Dual-Motor-Allradantrieb mit insgesamt 738 kW (990 PS). Die Leistung verteilt sich auf:
- 288 kW (386 PS) vorne
- 450 kW (604 PS) hinten
Dazu kommt eine 101,7-kWh-Batterie mit bis zu 705 Kilometern CLTC-Reichweite.
Besonders spannend ist jedoch der neue HyperEngine-V8S-EVO-Antrieb. Der Elektromotor dreht bis zu 28.000 Umdrehungen pro Minute und arbeitet mit einem selbst entwickelten Siliziumkarbid-Leistungsmodul. Xiaomi spricht dabei von einer außergewöhnlich hohen Effizienz von 98,38 Prozent. Hinzu kommt eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 300 km/h. Besonders viel Entwicklungsarbeit floss offenbar ins Chassis. Xiaomi setzt beim YU7 GT auf das sogenannte "Jialong Chassis Master Edition", das direkt auf der Nordschleife abgestimmt wurde.







