Xiaomi YU7 auf der Nordschleife: Darum ist er autonom viel langsamer als mit Fahrer

Xiaomi YU7 fährt autonom zum Nordschleifen-Rekord
Darum ist der Computer viel langsamer als der Mensch

ArtikeldatumVeröffentlicht am 22.06.2026
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Xiaomi YU7 GT
Foto: Xiaomi

Schon wieder hat Xiaomi in der Eifel für reichlich Aufmerksamkeit gesorgt: Mit dem YU7 GT absolvierte nämlich erstmals ein Serienfahrzeug die Nürburgring-Nordschleife vollständig autonom und ohne menschliche Begleitung – und das nicht einmal langsam. Die offiziell gemessene Rundenzeit: 10:29,483 Minuten.

Autonom durch die "Grüne Hölle"

Die Nordschleife gilt mit ihren schnellen Passagen, engen Kurvenkombinationen und erheblichen Höhenunterschieden als eine der anspruchsvollsten Rennstrecken der Welt – wohl auch für Software und Fahrassistenten. Genau deshalb nutzte Xiaomi die Strecke als Härtetest für die eigene autonome Fahrtechnologie. Der Rekordlauf erfolgte tatsächlich ohne Eingriffe eines Fahrers und diente laut Unternehmen als erster Referenzwert für die Serien-Software unter extremen Bedingungen.

Ganz an das Tempo eines Menschen kommt das System allerdings noch nicht heran: Im direkten Vergleich lag die autonome Runde exakt 3 Minuten und 7 Sekunden hinter einer manuell gefahrenen Referenzzeit zurück. Das liegt vor allem daran, dass Xiaomi die Höchstgeschwindigkeit im Kurvengeschlängel bei 140 km/h gedrosselt hatte – auf der Döttinger Höhe waren es 210 km/h. Und natürlich geht die Software bei ihrem Pionierlauf deutlich konservativer mit größeren Sicherheitsreserven zur Sache als ein Profi-Rennfahrer.

Über 1.000 PS aus eigener Entwicklung

Unter der Karosserie des YU7 GT arbeitet übrigens eine 897-Volt-Siliziumkarbid-Architektur in Kombination mit einer 101,7-kWh-Batterie auf Basis ternärer Lithium-Zellen. Für den Antrieb setzt Xiaomi auf den selbst entwickelten Super Motor V8s EVO, der insbesondere auf hohe Dauerbelastung und stabile Leistungsabgabe ausgelegt wurde.

Die technischen Eckdaten lesen sich eindrucksvoll:

  • Leistung: 738 kW (1.003 PS)
  • 0–100 km/h: 2,92 Sekunden
  • Höchstgeschwindigkeit: 300 km/h
  • CLTC-Reichweite: bis zu 705 Kilometer
  • Schnellladen: bis zu 570 Kilometer Reichweite in 15 Minuten

Besonderes Augenmerk legten die Entwickler auf das Thermo-Management. Eine speziell ausgelegte Kühlung soll Temperaturspitzen bei hoher Dauerlast begrenzen und die Leistungsfähigkeit auch unter Rennstreckenbedingungen konstant halten.

Frühere Rekordfahrten zeigen das Potenzial

Schon vor dem autonomen Test hatte der YU7 GT auf der Nordschleife starke Werte geliefert. Frühere manuelle Entwicklungsfahrten wurden mit 7:22,755 Minuten beziehungsweise 7:34,931 Minuten gestoppt. Der Unterschied zur autonomen Runde zeigt: Die Hardware besitzt enormes Potenzial – aktuell limitiert vor allem noch die vorsichtige Abstimmung der Fahralgorithmen.

Der YU7 GT ist in China bereits im Handel. Die Einstiegsversion startet bei 389.900 Yuan (rund 50.000 Euro), die Topausstattung kostet 429.900 Yuan (etwa 55.000 Euro). Im Mai 2026 wurden 8.736 Fahrzeuge ausgeliefert. Damit lagen die Verkaufszahlen zwar leicht unter dem Vormonat, dennoch bleibt der YU7 GT eines der derzeit spannendsten Projekte im Segment leistungsstarker Elektro-SUV. Ob autonome Rekordfahrten künftig zum festen Bestandteil der Fahrzeugentwicklung werden, bleibt abzuwarten – Xiaomi hat dafür jedoch einen ersten, öffentlichkeitswirksamen Maßstab gesetzt.

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