Alpina B6 3.5S Fahrbericht Arturo Rivas
Alpina B6 3.5S Fahrbericht
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Alpina B6 3.5S Fahrbericht 25 Bilder

Alpina B6 3.5S im Fahrbericht

BMW E30-M3 mit Eisenschwein

Der erste M3 ist legendär – allein schon der dicken Backen wegen. Aber der 4-Zylinder war immer ein Makel. Alpina bot Abhilfe und setzte den größten 6-Zylinder ein – das „Eisenschwein“.

Der von 1982 bis 1994 (als Cabrio und Touring) produzierte Dreier (E30) war für Alpina ein weites Betätigungsfeld. C1, C2 und B3 hießen die Varianten, unter deren Haube der laufruhige M20-Sechszylinder mit zahnriemengetriebener Nockenwelle in verschiedenen Hubraum- und Leistungsstufen arbeitete. B6 2.8 (und später dann B6 3.5) hießen die kräftigeren Modelle. Bei denen setzte Alpina auf den M30-Sechszylinder mit Kettenantrieb, den BMW auch im Fünfer, Sechser und sogar Siebener einsetzte. 254 PS (ohne Kat: 261 PS) leistete der tiefgreifend modifizierte Sechszylinder von Alpina und übertraf damit die Serienaggregate deutlich. Die boten mit Kat maximal 211 PS.

Alpina B6 3,5S: Dickster Motor für die schärfste Karosse

Was lag da näher, als diesen Alpina-Motor auch in den Über-Dreier zu implantieren, den 1986 vorgestellten M3? Der unterschied sich vom normalen Dreier ja nicht nur durch die eigenständige Karosserie mit der steiler stehenden Heckscheibe und natürlich die dicken Backen, die die Montage größerer Räder erlaubten. Auch das Fahrwerk war modifiziert und machte den M3 mit seinem leichten Vierventil-Vierzylinder, der je nach Ausführung 195 bis 238 PS lieferte, zur Basis des erfolgreichsten Tourensportwagens ever.

Alpina nahm die Challenge an und setzte den schweren Sechszylinder in das zierliche Auto, rückte ihn zur besseren Balance so weit wie möglich an die Spritzwand und tat auch sonst eine ganze Menge, um kein kopflastiges Geradeaus-Auto auf die Räder zu stellen. Eine eigene Fahrwerksauslegung, sehr genau abgestimmt auf die filigranen 16-Zoll-Speichenräder mit Mischbereifung, kam hinzu und sorgte dafür, dass der bullige B6 3.5S sich durchaus zügig um Kurven pilotieren lässt.

Das Eisenschwein macht den E30 schwerer

Die Agilität des M3 erreicht er nicht ganz, doch Landstraßen oder gar Pässe sind eine Wucht am Steuer dieses Alpina. Denn der von Fans liebevoll Eisenschwein genannte Zweiventiler ist im Alpina-Trim ein Drehmoment-Bär erster Güte. 320 Newtonmeter stemmt er maximal, und schon weit unterhalb von 2000 Umdrehungen wartet genügend Schmalz unterm rechten Fuß, um bullig anzutraben. Das Getrag-Sportgetriebe mit dem ersten Gang links hinten raubt dem Sprint auf 100 km/h vielleicht einige Zehntel, weil der Weg in den Zweiten nicht geradlinig ist. Doch sport auto maß 1988 für diesen Stammtisch-Wert 6,6 Sekunden, der Topspeed wurde mit 255 km/h registriert.

Power für sahnige Drifts ist im Grunde immer vorhanden, und die schlanke, übersichtliche Karosserie sowie die feinfühlige Servolenkung spielen Freunden der gepflegten Kurvenbolzerei zusätzlich in die Hände. Ein Fahrerauto par excellence, das keine hohen Drehzahlen braucht, sie aber bis in die Region von 6500/min freudig realisiert. Ab etwa 3.500 Umdrehungen posaunt es von vorn und aus den Endrohren der Boysen-Edelstahlauspuffanlage dabei so herrlich, dass die Haare auf den Unterarmen Spalier stehen.

Alpina B6 3.5S ist mittlerweile schwer zu bekommen

95.000 Mark betrug der Grundpreis ohne Extras damals. Mit diesem Betrag, in Euro wohlgemerkt, sollte man rechnen, wenn man heute ein Top-Auto kaufen möchte. Man muss aber erst mal einen finden: Zwischen Ende 1987 und Ende 1990 wurden lediglich 62 Exemplare gebaut.

Technische Daten

Fiat Croma CHT
Außenmaße 4495 x 1736 x 1430 mm
Kofferraumvolumen 500 l
Hubraum / Motor 1995 cm³ / 4-Zylinder
Leistung 66 kW / 90 PS bei 5500 U/min
Alle technischen Daten anzeigen
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Ein echtes M-Modell? Nein. Ein echter Alpina? Ebenfalls nicht.

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