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Alpine 110 S und 110 GT: Drei neue Versionen

Alpine A110 GT/110 S Drei Versionen fürs neue Modelljahr

Mit gleich drei unterschiedlichen Varianten startet der französische Mittelmotor-Sportler durch. Unterwegs mit den 300 PS starken 110 S und 110 GT auf dem Circuit Paul Ricard und zum Col de’l Espigoulier.

Eine ungetrübte Erfolgsstory ist die Geschichte der neuen Alpine bisher ja nicht, auf dem deutschen Markt zumindest. Seit dem umjubelten Marktstart zum Modelljahr 2018 fanden sich hierzulande weit weniger als 1.000 Enthusiasten, die Kaufverträge unterzeichneten. So gesehen scheint es keineswegs verkehrt, dem kleinen Sportwagen aus dem nordwestfranzösischen Dieppe mit ein paar Modellpflege-Maßnahmen auf die Sprünge zu helfen.

Die Alpine gibt es nun in drei Varianten: den normalen A110 mit 252 PS sowie die jeweils 300 PS starken A110 S und A110 GT. Wobei der GT, wie’s die Modellbezeichnung erwarten lässt, den komfortablen Reise-Sportwagen gibt, der S wiederum mit strafferer Abstimmung und negativerem Radsturz der engagierte Kurvenkünstler sein soll.

1.272 Millimeter flach

Wo ließe sich das besser ausprobieren, als auf dem Circuit Paul Ricard, der traditionsreichen ehemaligen Grand Prix-Strecke ein paar Kilometer nordöstlich von Marseille? Eine Alpine A110 S steht bereit, mit Michelin PS2 Cup im 18-Zoll-Format bereift und mit Sabelt Racing-Sitzen bestuhlt. Mit dem obligatorischen Helm muss man sich ganz schön zusammenfalten, um zwischen Sitzwulst und Dachkante in das 1.272 Millimeter flache Coupé zu schlängeln. Drinnen fällt das neue Infotainment auf, an der Bedienung hat sich nicht viel geändert. Die Fahrmodi werden mit dem roten Knopf angeschnippst, "Track" sollte hier zwar gut passen, vorsichtshalber probieren wir es dennoch erst im "Sport"-Modus aus. Die Eingreifschwellen von Traktionskontrolle und ESP werden hochgesetzt, das Getrag-Getriebe schaltet zackiger und die Auspuffklappen schalten auf Attacke.

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Das Cockpit der Alpine mit rotem Start-Stopp-Knopf.

"Passt auf", sagt der Instruktor vor der Einführungsrunde hinterm Mégane RS-Pacecar, "hinter der Schikane und am Anfang der Gegengerade ist es noch feucht und rutschig". Okay, machen wir. Nach einer Runde über den verkürzten GP-Kurs biegt der Mégane ab, Vollgas. Wow, die 48 Zusatz-PS und das Drehmoment-Plus von 20 Nm machen sich so richtig bemerkbar. Die Alpine schießt über die lange Gerade, kurz vor dem Bremspunkt vor der engen Rechts am Ende der Boxengasse knallt der sechste Gang rein, voll in die Eisen.

Tempo 275 ist möglich

Die Michelin PS2-Semislicks kleben trotz der morgendlichen Kühle perfekt auf der Ideallinie, der Sportwagen biegt zackig ab, bleibt neutral und legt tatsächlich nur beim Rausbeschleunigen aus der noch leicht feuchten Schikane vor der Gegengeraden einen übermütigen Schlenker auf den Asphalt. Das schafft Vertrauen, die nächsten Runden gehen im Track-Modus. Nun ließe sich auch das ESP komplett deaktivieren (ah, oui completement, hat der Instruktor gewarnt), aber das müssen wir auf den restlichen drei Runden nicht ausprobieren. Was sich dabei nicht abschalten lässt: das Geboller aus dem Klappenauspuff. Es hört sich innen lauter an als draußen, doch nach einiger Zeit im engen Cockpit nervt es. Erst recht bei schneller Landstraßenfahrt im Sportmodus, wie wir auf einem kleinen Trip zum Col de’l Espigoulier feststellen. Dem Exemplar für den Ausflug fehlt das Aero-Paket mit Frontsplitter und Heckflügel. Es kostet 5.360 Euro und bringt bei Höchstgeschwindigkeit 60 kg Abtrieb an der Vorderachse sowie 81 kg an der Hinterachse. Und ebenfalls nicht unwichtig: Die Höchstgeschwindigkeit mit Aero-Paket beträgt 275 km/h.

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Die Lautstärke des Klappenauspuffs nervt auf Dauer.

Der Motor mit 300 PS und 340 Nm Drehmoment ist beim A110 S sowie dem komfortableren A110 GT gleich. Er gefällt abseits der Rennstrecke mit gleichmäßiger Kraftabgabe und guten Manieren. Die zusätzliche Power aus dem 1,8-Liter-Turbo zu erzielen, sei kein Problem gewesen, erzählt davor Entwicklungsingenieur Denis Rebourg. Und das Getrag-Getriebe, eigentlich für maximal 320 Nm ausgelegt, sei in Zusammenarbeit mit dem deutschen Zulieferer an den richtigen Stellen verstärkt und optimiert worden. Es gefällt bei den Testfahrten in der Provence mit schnellen Schaltmanövern und fixer Reaktion. Auch das passt also beim neuen Modelljahrgang des A110. Die Preise? Die normale Version mit nach wie vor 252 PS gibt es ab 58.850 Euro, der GT kostet mindestens 68.850 Euro, der S 70.850 Euro und die neue Lackierung Feu Orange 1.840 Euro. Eine blaue Alpine kann schließlich jeder fahren.

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Fazit

Mit dem Erweitern der Modellpalette geht Alpine den logischen nächsten Schritt. Der S mit Aerokit ist ein Spaßgerät für Trackdays und Alpenpässe, der GT ein überraschend entspannter Reisesportler. Und für alle anderen gibt es nach wie vor das günstige Basismodell.

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