One:1 und Adrian Sutil: Diese Rolle spielt der Ex-F1-Star im Koenigsegg-Krimi

Aufgespürtes Hypercar und der Ex-Formel-1-Star
Warum der Koenigsegg One:1 im Fall Sutil auftaucht

ArtikeldatumVeröffentlicht am 22.05.2026
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Der ehemalige Formel‑1‑Pilot Adrian Sutil sitzt nach übereinstimmenden Medienberichten (u. a. SWR) seit Ende November 2025 in der JVA Stuttgart in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Betrug und Unterschlagung im Zusammenhang mit Leasing‑Geschäften vor. Demnach soll Sutil Luxusautos und Hypercars mehrfach als Sicherheiten für Leasingverträge eingesetzt haben.

Nach Medienberichten sollen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Stuttgart und des LKA Baden‑Württemberg außerdem zur Sicherstellung von Autos in Monaco, der Schweiz und Deutschland geführt haben. Sutil bestreitet die Vorwürfe. Es gilt die Unschuldsvermutung. auto motor und sport bat Sutils Anwalt um eine Stellungnahme; eine Antwort steht noch aus.

Warum ausgerechnet ein One:1 so viel Aufmerksamkeit zieht

Luxusfahrzeuge tauchen in vielen Wirtschaftsverfahren als "Wertobjekte" auf. Der Koenigsegg One:1 spielt hier eine Sonderrolle, weil er extrem selten ist und in der Öffentlichkeit sofort Wiedererkennungswert besitzt.

Hinzu kommt: Fans sahen Sutil mehrfach mit Koenigsegg-Fahrzeugen. Beobachter deuteten das als Nähe zur Marke, teils sogar als Markenbotschafterrolle. Wir fragten Koenigsegg, ob Sutil offiziell als Markenbotschafter fungierte; auch hier steht eine Antwort noch aus.

Was der Fall (bisher) nicht belegt: Eigentum am One:1

Die von auto motor und sport eingesehene Zulassungsbescheinigung Teil II weist den One:1 nicht auf Adrian Sutil aus. Als Halter steht dort PACE (Premium Automotive Concept Esser) aus Düsseldorf. PACE fungiert als Koenigsegg-Händler. Nach Einschätzung von AIL Leasing kam Adrian Sutil über diesen Händler an den One:1. Sollte diese Information korrekt sein, bleibt offen, in welcher Art Sutils Verbindung zu PACE war.

PACE finanzierte den One:1 über AIL Leasing in Grünwald. Christian Finke von AIL nennt eine monatliche Leasingrate von 31.000 Euro netto. Diese Fakten klären nicht jede zivilrechtliche Detailfrage, sie ziehen aber eine klare Linie: Aus den Papieren ergibt sich kein Nachweis, dass Sutil als Halter eingetragen war. Aber: Am 9. September 2015 ließ jemand den One:1 erstmals zu – wer genau, verraten die derzeit vorliegenden Unterlagen nicht. In der Szene hält sich jedoch das Gerücht, der chinesische Investor Yin Xidi sei der erste Eigentümer gewesen. Yin nutzt in sozialen Medien auch den Namen JC Yin; daher kursiert für dieses Exemplar unter Fans der Spitzname "JC". Yin Xidi gilt als Sohn des Lifan-Group-Gründers. Ob er den Wagen tatsächlich selbst angemeldet oder jemals nach China gebracht hat, bleibt offen.

Koenigsegg 1 one
Gerd Stegmaier

Monaco, Drohungen, Wagner-Behauptung: Das prüfen Ermittler

Im Umfeld der Ermittlungen kursierte eine Darstellung aus dem Familienumfeld, nach der mehrere Männer Fahrzeuge aus einer Garage in Monaco herausverlangt hätten. Demnach soll es Drohungen gegeben haben; einer der Männer habe behauptet, er gehöre zur russischen Söldnergruppe Wagner (aufgelöst im Herbst 2023 – Anm.d.Red.).

LKA und Staatsanwaltschaft prüfen diese Angaben. Auch hierzu baten wir Sutils Anwalt um eine Stellungnahme; eine Antwort steht noch aus.

Wo der One:1 auftauchte – und warum der Ort relevant wirkt

Nach Informationen von auto motor und sport hat das LKA Baden-Württemberg den Koenigsegg One:1 sichergestellt – gerüchteweise in Pullach im Isartal nahe München. Den genauen Ort möchte das LKA wegen laufender Ermittlungen nicht nennen. Auf der anderen Seite der Isar in Grünwald sitzt die DS Motors GmbH; in deren Muttergesellschaft AS Motoren AG agierte Adrian Sutil als Vorstand. DS Motors meldete im Januar 2026 Insolvenz an. Trotz der räumlichen und unternehmerischen Nähe lässt sich ein Eigentum Sutils am konkreten Fahrzeug bislang nicht nachweisen.

Der Fahrzeugbrief (seit Oktober 2005 Zulassungsbescheinigung Teil II) weist zwar vor PACE einen Vorbesitzer aus (siehe oben), aber welchen, ist nicht ersichtlich. Denn für AIL wurde eine neue Zulassungsbescheinigung (Typ II, vulgo "Brief) ausgestellt, weil der erste mit zwei Eintragungen "voll" war. In der Zulassungsbescheinigung Teil II ist aus Datenschutzgründen nur noch Platz für maximal zwei Halter. Das Dokument weist den aktuellen Halter sowie direkt daneben den letzten vorherigen Halter namentlich aus. Zudem ist die Anzahl aller vorherigen Vorbesitzer im Dokument vermerkt. Eine zweite Eintragung in der Zulassungsbescheinigung Teil II erfolgt zum Beispiel, wenn der Eigentümer die Adresse ändert.

Und bei dem fraglichen Auto handelt es sich nicht, wie von Fans und Medien teilweise vermutet, um den Koenigsegg One:1 mit den Fahrzeug-Identifikationsnummer-Endziffern 7107 – sondern um das ähnlich aussehende Exemplar mit den Endziffern 7108.

Fazit