Genesis GV60 Achim Hartmann
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Genesis GV60

Genesis GV60 Auch elektrisch ein typischer Genesis

Mit dem GV60 bringt Genesis sein erstes Elektroauto und bietet es zum Start in zwei Allradversionen an. Wir fahren zum Auftakt ein leicht getarntes Vorserienmodell der Topversion mit einem 160-kW-Motor pro Achse.

Nach Hyundai Ioniq 5 und Kia EV6 folgt mit dem Genesis GV60 nun der dritte Elektrowagen auf der "Electric Global Modular Platform" (E-GMP) der Hyundai Motor Group. Der 4,52 Meter lange Genesis wird in Europa zum Marktstart im ersten Halbjahr 2022 in zwei Allradversionen angeboten. Die schwächere kombiniert einen 74-kW-Front- mit einem 160 kW starken Heckmotor und kostet ab 56.370 Euro. Wir fahren jedoch das 71.010 Euro teure Topmodell GV60 Premium mit dem Sport-Plus-Paket und 160 kW je Achse.

Über die Boost-Taste auf dem Lenkrad erhöhen die E-Maschinen ihre Leistungsabgabe für zehn Sekunden um jeweils 20 kW: Das führt etwa auf der Autobahn zu einem spürbaren, wenn auch eher überschaubaren Extraschub. Aber auch ohne den Boost erreicht der GV60 seine Höchstgeschwindigkeit von 235 km/h reichlich zügig, noch dazu soll der Standardsprint auf 100 km/h in lediglich vier Sekunden gelingen.

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Per Tastendruck am Lenkrad leisten die E-Motoren kurzzeitig 20 kW mehr.

In manchen der zahlreichen Rekuperationsmodi fährt der Genesis GV60 allerdings nur zögerlich an oder hadert beim Zwischenbeschleunigen etwas: Der Hersteller bestätigt das Problem und arbeitet bereits an einem entsprechenden Software-Update. Wenn die Rekuperation beispielsweise auf Level steht, lässt sich der gewünschte Vortrieb schon jetzt zuverlässig abrufen.

Massig Drehmoment, stabile Querdynamik

Grundsätzlich modusabhängig ist, wie der Wagen auf Landstraßen fährt. Im gelockerten ESP-Modus zügelt die Antriebsverwaltung den vorderen Motor und setzt über die Bremse oder den Hinterachsmotor eher mal einen kleinen Eindrehimpuls. Im Drift-Modus (nur für die Topversion) erlaubt er über Land leichtes Leistungsübersteuern, lässt die Traktionskontrolle allerdings weiterhin regeln. Ob er darin richtige Drifts erlaubt, konnten wir mangels abgesperrter Strecke noch nicht ausprobieren. "ESP off" hingegen schon: Darin übernimmt der Fahrer die Traktionskontrolle weitestgehend selbst, außerdem kommt es dabei anstelle von Heckschwenks auch gerne mal zu Leistungsuntersteuern.

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Auch die sportliche Gangart beherrscht der GV60 - zumindest ein bisschen. Leistungsübersteuern inklusive.

Bei sportlicher Fahrweise gilt es ebenso, das hohe Gewicht am Kurveneingang zu berücksichtigen – denn das merkt man trotz des niedrigen Schwerpunkts. Zudem bewegt sich die Karosserie schon deutlich, obwohl das adaptivgedämpfte Fahrwerk insgesamt etwas straffer, aber noch bequem federt. In weiter geschwungenen Kurven scheint das 479 Kilogramm schwere 800-Volt-Akkupaket am Fahrzeugboden zu helfen, denn in solchen hält der GV60 auch bei hohem Tempo satt die Spur.

Wo sich der Genesis GV60 innerhalb der Spurmarkierungen befindet, lässt sich über die Monitore der optionalen Kameraaußenspiegel viel leichter prüfen als mit herkömmlichen Spiegeln, weil der einstellbare Bildausschnitt größer ausfällt. Bessere Sicht liefern sie ebenfalls bei Regen, zumindest bleiben die Kameraobjektive auf der Testfahrt trocken, zudem muss man nicht durch nasse Seitenscheiben schauen. Nachteilig hingegen: Auf stockdüsteren Landstraßen bleiben die Monitore schwarz – und man richtet den Blick für die Spiegelvideos nicht in Richtung Straße, sondern weiter nach unten auf die Türtafeln.

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Die Kameraaußenspiegel liefern klare Bilder.

Innen gibt es ansonsten eine hochwertige Einrichtung aus Recycling-Materialien, reichlich Ablagemöglichkeiten und für diese Version sogar zum Leder passend gefärbte Kunststoffe. Zusätzlich überzeugt die wohl abgestimmte Bang & Olufsen-Musikanlage. Am allerwichtigsten jedoch: die gute Bedienung mit Dreh-Drück-Steller, Direktwahltasten, Touchscreen und separater, wenn auch nicht ganz touch-freier Klimasteuerung. Ebenso funktioniert die Sprachsteuerung gut – aber nur mit den erwarteten Befehlen. Nicht so toll: das kleine Lenkrad-Touchpad.

Hohes Ladetempo, sinnvolle Suchfilter

Über den Infotainment-Bildschirm lässt sich die Ladestationssuche aufrufen und nach Anbieter und Ladegeschwindigkeit filtern. Probieren wir das gleich mal aus: An einem 350-kW-Lader erreicht der Crossover kurzzeitig Ladeleistungen von rund 230 kW. 16 Minuten dauert es, um die 77,4-kWh-Batterie von 17 auf 80 Prozent zu laden, wobei das Ladetempo danach im Sinne der Akkulanglebigkeit gedrosselt wird: 95 Prozent stehen nach insgesamt 26 Minuten auf dem Tachodisplay. Wechselstrom nimmt die Ladeeinheit einphasig mit 7 kW auf (dreiphasig: 10,5 kW).

Bleibt die Reichweite, die Genesis bei gemischtem Fahrprofil mit einem WLTP-Wert von 470 Kilometern beziffert. Ein wenig Datenbankwühlerei zum bereits getesteten Hyundai Ioniq 5 und dem Kia EV6 mit dem gleichen Batteriepaket lässt in der Praxis eine Reichweite von ungefähr 300 Kilometern vermuten.

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Fazit

Typisch Genesis: Die Innenraumqualität erfüllt hohe Erwartungen, zusätzlich bietet der GV60 eine gelungene Bedienung. Der starke Antrieb sorgt für zackigen Tempoaufbau, wenn auch nicht für große Emotionen. Zudem fährt der GV60 recht sportlich und lädt beim ersten Versuch schnell.

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