Isuzu D-Max V-Cross 2021 Fahrbericht Torsten Seibt
Isuzu D-Max V-Cross 2021 Fahrbericht
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Isuzu D-Max V-Cross 2021 Fahrbericht 22 Bilder
SUV

Isuzu D-Max V-Cross (2021) im Test

Isuzu D-Max V-Cross (2021) im Fahrbericht Maximaler Angriff auf die Pickup-Konkurrenz

Der Isuzu D-Max will nicht länger nur braves Arbeitstier sein. Mit der neuen Generation will er dem schicken Marktführer Ford Ranger einheizen. Ob das klappt, klärt unser Fahrbericht.

Vom Titel "Mitarbeiter des Monats" kann man sich nichts kaufen, wenn dennoch der aufgeplusterte Kollege mit den flotten Sprüchen das Rennen um die nächste Gehaltserhöhung macht. So ähnlich geht es dem Isuzu D-Max seit vielen Jahren in Deutschland. Geschätzt für seine Qualität und Haltbarkeit, bekannt für sein hilfsbereites Naturell, aber am Ende fahren dann doch die meisten Pickup-Käufer mit einem Ranger, Hilux oder Navara vom Hof.

In Thailand das meistverkaufte Auto

Dabei ist das eine ziemlich europäische Sicht der Dinge, denn in Thailand, wo der japanische D-Max gebaut wird, ist er mal eben das meistverkaufte Auto überhaupt, praktisch der Golf für Südost-Asien. Viel Nutzwert, wenig Schnick-Schnack, das war jahrelang das Erfolgsrezept des Isuzu. Doch jetzt soll alles anders werden und die Kunden auch hierzulande mit mehr Glanz und Gloria sowie reichlich moderner Technik überzeugt werden, beim nächsten Pickup-Kauf einen Isuzu-Händler zu beglücken.

Der Isuzu D-Max 2021 im Promo-Video

Wie ernst es Isuzu mit diesem Ansatz meint, stellt der Testwagen eindrucksvoll unter Beweis. Es ist das Topmodell mit dem Ausstattungsnamen V-Cross mit Automatikgetriebe, den die Preisliste um genau zehn Euro unter der 50.000er-Marke einsortiert. Los geht es dort übrigens beim D-Max Single Cab für 28.990 Euro.

Als V-Cross kommt der neue Isuzu D-Max mit Vollausstattung, das ist tatsächlich wörtlich zu nehmen. Aufpreis gibt es nur noch für jede Farbe außer weiß, ansonsten ist alles drin, was Isuzu liefern kann. Außer dem großen Infotainment-System mit 9-Zoll-Bildschirm und acht Lautsprechern ist der Rest der V-Cross-Zusatzausstattung optischer Natur: Im Innenraum ein schwarzer Dachhimmel, außen das sogenannte V-Cross Design-Kit mit Anbauteilen in grau metallic sowie Karosserie-Anbauteile. Ansonsten entspricht er dem 3.000 Euro günstigeren LSE.

Isuzu D-Max (2021) Preise

Kabinenvariante (Preise in EUR) L LS LSE V-Cross
Single-Cab 2WD 28.990,-
Single Cab 4WD 31.990,-
Space Cab 4WD* 33.690,- 35.690,- 43.690,-
Double Cab 4WD* 34.590,- 36.690,- 44.690,- 47.690,-
*Aufpreis Automatik 2.300,-      
Kabinenvariante (Preise in EUR) L LS LSE V-Cross
Single-Cab 2WD 28.990,-
Single Cab 4WD 31.990,-
Space Cab 4WD* 33.690,- 35.690,- 43.690,-
Double Cab 4WD* 34.590,- 36.690,- 44.690,- 47.690,-
*Aufpreis Automatik 2.300,-      

Auch bei den anderen drei Ausstattungsvarianten L, LS und LSE gibt es übrigens nichts anzukreuzen: Wer ein spezielles Ausstattungsdetail wünscht, belederte Sitze etwa oder beleuchtete Schminkspiegel, muss die jeweils damit bestückte Version wählen. Dabei muss man Isuzu zugutehalten, dass bereits die Basismodelle erstaunlich gut ausgerüstet sind. Klimaanlage, Tempomat, Regen- und Lichtsensor und ein DAB-Radio gehören beispielsweise selbst beim günstigsten Modell bereits zum Serienumfang.

Ein Motor, zwei Getriebe

Was alle Modelle eint, ist der Antrieb. Auch der getestete D-Max V-Cross fährt stets mit dem Einheits-Diesel für Europa vor, einer weiter entwickelten Variante des schon bisher verwendeten Vierzylinders mit 1,9 Liter Hubraum. Der bringt es auf 163 PS und liefert 360 Newtonmeter Drehmoment ab, im Wettbewerbsvergleich sind das ordentliche Werte.

Isuzu D-Max V-Cross 2021 Fahrbericht
Torsten Seibt
Viel moderner als beim Vorgängermodell zeigt sich das Interieur.

In der Rückschau auf die zweite Generation des D-Max, die uns rund zehn Jahre lang begleitete, fällt der neue Isuzu Pickup schon in der Optik drastisch moderner aus. Das Design muss sich nicht hinter dem Wettbewerb verstecken, das Finish und der moderne Auftritt zum Beispiel mit der Voll-LED-Beleuchtung auch nicht.

Noch größer fällt der Unterschied allerdings im Innenraum aus, der früher nach der Devise "Hauptsache nützlich" gestaltet war, beim neuen Modell jedoch keinen Vergleich mit einem modernen Mittelklasse-SUV scheuen muss. Auf den ersten Blick wohltuend ist der Verzicht auf die übermäßige Virtualisierung von Funktionselementen, wie sie mittlerweile vor allem in der E-Auto-Branche so beliebt ist. Klimasteuerung. Antriebswahl, Fahrprogramme, selbst das Soundsystem ist noch über echte Schalter und Regler zu steuern. Das zugehörige "Aber" betrifft die Funktionalität: So ist die Tastschalter-Reihe der Klimatisierung und die Knopfleiste unterhalb des Multimediabildschirms zwar hübsch anzusehen, allerdings auch nach reichlich Gewöhnung nicht blind bedienbar.

Vollausstattung beim Isuzu D-Max V-Cross

Dass der neue Isuzu D-Max ordentlich etwas auf dem Kasten hat, zeigt sich nach dem "Zündung an"-Befehl per Starterknopf. Eine ganze Armada an Kontrollleuchten in der Instrumententafel meldet die Assistenzsysteme zum Dienst an. Speziell in diesem Bereich hat Isuzu im Vergleich zum Vorgänger dramatisch aufgerüstet. Spur und Abstand halten, Bremsassistenten, Verkehrszeichenerkennung, adaptiver Tempomat – die Liste ist lang und enthält im Grunde alles an Sicherheits-Helferlein, was heute von der Kundschaft erwartet wird.

Isuzu D-Max V-Cross 2021 Fahrbericht
Torsten Seibt
Der Turbodiesel liefert ausreichend Druck.

Nach dem Kaltstart gibt es keinerlei Zweifel daran, dass unter der Haube noch ein echter Verbrenner seiner Arbeit nachgeht. Angesichts des Hubraums ist es bemerkenswert, mit welchem Geräusch sich der Vierzylinder zu Wort meldet, wenn es morgens losgeht. Das ist allerdings nur eine sehr kurzes Spektakel, nach einigen Metern hat sich sowohl der heftig rauschende Kühlerlüfter als auch das spektakuläre Kaltlauf-Nageln erledigt und der Turbodiesel brummt dezent vor sich hin.

Was das Getriebe betrifft, darf die Sechsgang-Automatik (stammt von Aisin) als Empfehlung gegenüber dem Standard-Schaltgetriebe gelten. Sie hält den Motor zielgerichtet im Bereich seines maximalen Drehmoments, verschleift die Gangwechsel sanft und schaltet nachvollziehbar. So fühlt man sich bei Bedarf auch durchaus druckvoll fortbewegt und legt die Skepsis zum kleinsten Hubraum des Wettbewerbsumfelds schnell ab.

Komfortabel für einen Pickup

Ein klares Lob gibt es für das – nach Pickup-Maßstäben – gut gelungene Fahrwerk. Denn nach wie vor muss diese Sorte Auto dazu in der Lage sein, eine Tonne Zuladung auf die Pritsche zu packen oder samt Hänger bis zu sechs Tonnen Gewicht zu befördern, das Ganze auch offroad und jahrelang. Das geht naturgemäß nicht mit zarten SUV-Federbeinchen. Die stabile hintere Starrachse verfügt mit der Blattfederung zwar über die in diesem Segment übliche rustikale Technik, zeigt sich aber recht verbindlich. Auch grobe Unebenheiten werden brauchbar weggedämpft, das früher in dieser Klasse übliche Getrampel mit der Hinterachse ist dem neuen Isuzu D-Max fremd.

Isuzu D-Max V-Cross Automatik technische Daten

Modell Isuzu D-Max V-Cross Automatik
Motor 4Zyl. Turbodiesel
Hubraum 1.898 ccm
Motorleistung 120 kW/163 PS
Motordrehmoment 360 Nm
Länge/Breite/Höhe 5.265/1.870/1.790 mm
Radstand 3.125 mm
Bodenfreiheit 240 mm
Leergewicht 2.105 kg
zul. Gesamtgewicht 3.100 kg
Getriebe 6-Gang-Automatik
Anhängelast gebr. 3.500 kg
Ladefläche LxB 1.570x1.120-1.530 mm
vmax 180 km/h
0 - 100 km/h 12,6 s
80-120 km/h 10,9 s
Testverbrauch 9,3l/100 km

Der alltagstaugliche Federungskomfort zeigt abseits der Straße Nehmer-Qualitäten, beim Tiefflug über unbefestigte Schlagloch-Wege beweist der D-Max seine Pistentauglichkeit. Diese Abstimmung wirkt sich jedoch ebenfalls auf die Straßenlage aus. Wildes Kurven-Gehetze ist so gar nicht die Sache des D-Max, der sich bei solchen Kapriolen fest zur Seite neigt. Diese Philosophie findet sich auch in der Lenkung wieder, die sich weitgehend entkoppelt vom tatsächlichen Fahrgeschehen zeigt und unabhängig vom Fahrstatus eine relativ gefühlfreie Kurbelei bereitstellt.

Das alles fügt sich dennoch zu einem durchaus positiven Gesamtbild. Der Isuzu D-Max ist nicht nur Arbeitspferd, sondern auch eine echte Empfehlung für lange Touren und Reisen, die keineswegs nur über Asphalt führen müssen. Dazu trägt auch das anständige Raumangebot und nicht zuletzt die sparsame Maschine bei: Die Achtliter-Marke ist problemlos erreichbar, im Alltag unterbietet der D-Max die Wettbewerber in dieser Disziplin.

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Fazit

Mit der dritten Generation des D-Max hat Isuzu gegenüber dem Wettbewerb nicht nur aufgeholt, sondern komplett aufgeschlossen. Mit den sehr umfangreichen Sicherheitssystemen, der großzügigen Ausstattung, dem modernen Look und dem – für einen Pickup – komfortablen Fahrverhalten zeigt sich der D-Max als echte Alternative. Dass er außerordentlich robust und zuverlässig ist, hat er bereits in den vergangenen Generationen unter Beweis gestellt. Nun kommt auch noch ein zeitgemäßer Komfort, aktuelle Sicherheitssysteme und nicht zuletzt ein optisch schicker Auftritt hinzu.

Isuzu D-Max
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