Neue GMC-Konzepte: Sieben Bildschirme sollen Hummer retten

Neue Konzepte von GMC Hummer
Sieben Bildschirme sollen Hummer retten

ArtikeldatumVeröffentlicht am 29.05.2026
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General Motors hat sein neues Advanced Design Studio in Pasadena im US-Bundesstaat Kalifornien eröffnet. Und bei diesem Anlass präsentierte der Konzern mit den Konzeptfahrzeugen GMC HUMMER X SUV und HUMMER X Pickup gleich zwei futuristische Elektro-Offroader, die als Technologieträger für künftige Design-, Fertigungs- und Nachhaltigkeitsideen dienen sollen. Die beiden Studien zeigen, wie sich GM die nächste Generation modularer und besonders nachhaltiger Elektrofahrzeuge vorstellen könnte – auch wenn eine Serienproduktion aktuell nicht geplant ist.

Innovationsstandort Kalifornien

Mit dem neuen Standort erweitert General Motors seine Designpräsenz im Großraum Los Angeles. Das neue Pasadena-Studio umfasst rund 14.000 Quadratmeter Fläche, verteilt auf drei Gebäude. Rund 100 Mitarbeiter aus den Bereichen Fahrzeugdesign, Modellbau, Fertigung und handwerklicher Entwicklung arbeiten dort an langfristigen Mobilitäts- und Konzeptprojekten. Das Zentrum wurde speziell für die Entwicklung zukünftiger Konzeptfahrzeuge konzipiert und bietet modernste Möglichkeiten für digitale Entwicklungsprozesse, immersive Zusammenarbeit sowie den Bau von Clay-Modellen in Originalgröße. Im Fokus stehen dabei Designstudien, die weit über aktuelle Serienfahrzeuge hinausblicken und neue Ideen für Mobilität, Fahrzeugarchitektur und Nutzererlebnisse erforschen sollen.

GM sieht Südkalifornien seit Jahrzehnten als kreativen Ideengeber für die Automobilentwicklung. Laut Bryan Nesbitt, Vice President Global Design bei GM, lieferten insbesondere Filmindustrie, Architektur, Luft- und Raumfahrt sowie die vielfältigen Landschaften der Region wichtige Impulse für die Gestaltung zukünftiger Fahrzeuge. Das Umfeld ermögliche es Designern, Mobilität aus völlig neuen Perspektiven zu denken. Die Verbindung von GM mit Südkalifornien reicht weit zurück. Bereits Harley Earl, der erste Designchef des Konzerns, stammte aus Hollywood und prägte die moderne Fahrzeuggestaltung entscheidend mit. In den 1980er-Jahren eröffnete GM schließlich seine ersten dauerhaften Advanced-Design-Studios in Kalifornien. Dort entstanden in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche experimentelle Corvette- und Camaro-Studien sowie autonome Cadillac-Konzepte.

Hummer als Technologieträger

Parallel zur Eröffnung des neuen Designzentrums stellte GM die beiden Konzeptfahrzeuge GMC HUMMER X SUV und GMC HUMMER X Pickup vor. Beide Fahrzeuge wurden gemeinsam von GM Advanced Engineering, Advanced Manufacturing und dem Pasadena-Designstudio entwickelt. Die Studien sind ausdrücklich nicht für die Serienproduktion vorgesehen. Stattdessen dienen sie als experimentelle Plattformen für neue Technologien, alternative Fertigungsmethoden und nachhaltige Materialkonzepte. Im Mittelpunkt stehen dabei vier zentrale Entwicklungsbereiche: Konfigurierbarkeit, Geländetauglichkeit, Community-Vernetzung und Nachhaltigkeit.

Die HUMMER-X-Studien interpretieren die bekannte HUMMER-Designsprache neu. Trotz kompakterer Abmessungen gegenüber dem großen GMC HUMMER EV wirken die Fahrzeuge massiv und robust. Charakteristisch sind die kantigen Karosserieformen, breite Spurweiten, sichtbare Verschraubungen sowie eine bewusst funktionale Gestaltung.

Neue Fertigungsmethode für modulare Fahrzeuge

Ein zentrales Element der Studien ist die sogenannte "Flex Fab"-Technologie. Dabei handelt es sich um ein flexibles Metallfertigungsverfahren, das laut GM ähnlich wie ein industrieller 3D-Druck funktioniert. Ziel ist es, kleine Stückzahlen und unterschiedliche Karosserievarianten ohne klassische Presswerkzeuge fertigen zu können.

Dadurch lassen sich verschiedene Fahrzeugdesigns mit denselben Maschinen produzieren, was Entwicklungszeiten und Produktionsaufwand reduzieren könnte. Gleichzeitig eröffnet die Technologie größere Freiheiten beim Fahrzeugdesign. Sichtbare Präzisionsverschraubungen, laser-geschweißte Verbindungen und klar strukturierte Flächen prägen deshalb das Erscheinungsbild der HUMMER-X-Modelle. Auch der Innenraum wurde konsequent modular gedacht. Das Cockpit verfügt über stapelbare Displays, die sich je nach Einsatzgebiet erweitern oder reduzieren lassen. Für den Alltag könnten Fahrer mit wenigen Anzeigen unterwegs sein, während im Gelände zusätzliche Informationen eingeblendet werden.

Offroad-Technik für anspruchsvolles Gelände

Technisch sind die beiden Studien klar auf anspruchsvolle Geländeeinsätze ausgelegt. Große Offroadreifen, Beadlock-Felgen, Multimatic-Fahrwerksdämpfer sowie umfangreicher Unterfahrschutz sollen maximale Geländetauglichkeit ermöglichen. Hinzu kommen kurze Überhänge, hohe Bodenfreiheit und ein niedriger Fahrzeugschwerpunkt durch den Elektroantrieb. Die abnehmbaren Kotflügelverbreiterungen unterstreichen zudem den modularen Ansatz der Fahrzeuge und sollen individuelle Umbauten erleichtern.

Besonders die Böschungs- und Rampenwinkel zeigen, dass die Konzepte auf extreme Offroad-Szenarien ausgelegt wurden. Der SUV erreicht einen hinteren Böschungswinkel von 46 Grad, während der Pickup trotz größerer Abmessungen ebenfalls sehr hohe Geländewerte bietet.

Digitale Community und Scout-Drohne

GM sieht die HUMMER-X-Studien nicht nur als Fahrzeuge, sondern auch als Teil einer vernetzten Offroad-Community. Die Konzepte richten sich laut Designteam an sogenannte "Builder Maker" – Kunden, die ihre Fahrzeuge individualisieren, umbauen und gemeinsam mit anderen Enthusiasten weiterentwickeln.

Dafür entwickelte GM die Idee eines digitalen "HUMMER HUB". Die Plattform soll Fahrer, Fahrzeuge und Community miteinander verbinden. Besonders futuristisch wirkt dabei die Integration einer Scout-Drohne. Diese könnte vorausfliegen, Geländedaten in Echtzeit erfassen und Informationen direkt an das Fahrzeug übertragen. Nach dem Einsatz soll die Drohne selbstständig wieder am Fahrzeug andocken.

Kreislaufwirtschaft im Mittelpunkt

Neben Design und Technik spielte auch die Nachhaltigkeit bei der Entwicklung der Studien eine zentrale Rolle. Viele Komponenten wurden aus recycelten Materialien gefertigt. So bestehen Teile des Innenraums unter anderem aus wiederverwerteten Fahrzeugstoßfängern. GM setzt zudem verstärkt auf sogenannte Mono-Materialien und mechanische Verbindungen statt dauerhafter Verklebungen. Dadurch sollen sich Bauteile einfacher demontieren, austauschen und recyceln lassen. Die Fahrzeuge wurden damit für eine mögliche Kreislaufwirtschaft konzipiert. Auch individualisierbare Komponenten sollen sich leichter tauschen oder innerhalb der Community weiterverwenden lassen. Damit verbindet GM die Themen Nachhaltigkeit und Personalisierung miteinander.

Fazit