Vor rund einem Jahr hatte Ford in Australien den Ranger Super Duty vorgestellt. Die Modellbezeichnung, angelehnt am großen F 350 Super Duty aus den USA, macht bereits klar, um was es geht: maximale Belastbarkeit. Bereits damals hatte die Marke angekündigt, den Ranger Super Duty für die weltweite Vermarktung zu produzieren. Jetzt steht fest, dass ab sofort auch Deutschland zu den Zielländern gehört. Für den Super Duty hat Ford den Ranger komplett überarbeitet, die komplette Antriebs- und Fahrwerkstechnik ist dafür ausgelegt, extremen Belastungen standzuhalten.
Die Entwicklung des Ranger Super Duty wurde auf die Anforderungen professioneller Nutzer abgestimmt. Ford Australien arbeitete dabei nach eigenen Angaben eng mit Flottenkunden zusammen. Besonders im Bergbau, in der Landwirtschaft und bei großen Infrastrukturprojekten werden Fahrzeuge benötigt, die hohe Lasten transportieren und gleichzeitig unter schwierigsten Geländebedingungen zuverlässig arbeiten können.
Alles wurde verstärkt
Bereits die ersten Bilder des Modells machten deutlich, dass es sich nicht lediglich um eine Ausstattungsvariante des bekannten Ranger handelt. Auffällig sind zum Beispiel die acht Radschrauben pro Rad, die deutlich verstärkte Achs- und Antriebskomponenten verraten. Diese Geschichte erzählt auch das erheblich größer dimensionierte Hinterachs-Differenzial mit gegenüber den Serien-Rangern erheblich robusterer Ausführung. Die Spurweite ist verbreitert, der Ranger Super Duty rollt auf 33 Zoll großen Geländereifen mit 18-Zoll-Rädern.
Zusätzlich ist ein Ansaugschnorchel vom australischen Hersteller Safari verbaut. Der Leiterrahmen wird aus stärkerem Stahl gefertigt und durch zusätzliche Verstärkungen sowie Querträger robuster ausgelegt, um höhere Belastungen aufnehmen zu können. Auch das Fahrwerk wurde mit neuen Federn und Dämpfern überarbeitet, was zugleich zu einer deftigen Höherlegung führt.
Weniger Leistung, mehr Kühlung
Für den Antrieb sorgt der 3,0 Liter großer V6-Turbodiesel. Während bei der ersten Vorstellung noch über mögliche Leistungswerte spekuliert wurde, liegen inzwischen konkrete Daten vor. Der Sechszylinder entwickelt 154 kW/209 PS und stellt ein maximales Drehmoment von 600 Newtonmetern bereit. Ford hat den Motor für den Einsatz im Super Duty speziell auf hohe Dauerbelastungen ausgelegt, weshalb die Leistung gegenüber dem Standard-V6 um 41 PS niedriger liegt. Unterstützt wird die Langlebigkeit des Motors durch ein verstärktes Kühlsystem. Zusätzlich lässt sich die Regeneration des Dieselpartikelfilters manuell starten, was insbesondere bei längeren Arbeitseinsätzen abseits öffentlicher Straßen von Bedeutung sein kann. Für große Reichweiten sorgt ein 130 Liter fassender Dieseltank.
Die technischen Eckdaten verdeutlichen den Anspruch des Fahrzeugs. Das zulässige Gesamtgewicht beträgt 4,5 Tonnen. Gleichzeitig darf der Ranger Super Duty gebremste Anhänger mit einem Gewicht von bis zu 4,5 Tonnen ziehen. Das zulässige Gesamtzuggewicht liegt bei 8 Tonnen. Besonders bemerkenswert ist dabei, dass hohe Nutzlasten und schwere Anhänger gleichzeitig genutzt werden können. Die maximale Zuladung liegt bei nahezu zwei Tonnen und damit rund eine Tonne über den Werten der übrigen Ranger-Modelle.
Verschiedene Karosserieversionen
Für diese Anforderungen erhielt das Fahrzeug nicht nur einen verstärkten Rahmen, sondern auch das nach Herstellerangaben größte und belastbarste Hinterachs-Differenzial, das bislang in einem Serien-Ranger verbaut wurde. Damit soll der Pick-up auch unter hoher Dauerlast und in schwierigem Gelände einsatzfähig bleiben.
Ford plant den Ranger Super Duty in verschiedenen Karosserieversionen anzubieten. Vorgesehen sind Fahrgestellvarianten mit Einzelkabine ebenso wie Versionen mit Doppelkabine und Ladefläche. Produziert wird das Modell in Thailand.
In Europa richtet sich der Ranger Super Duty zunächst ausschließlich an gewerbliche Kunden mit speziellen Einsatzanforderungen. Ford sieht potenzielle Einsatzgebiete unter anderem bei Militär, Forstbetrieben und im Bergbau. Aktuell ist das Modell auf gesonderte Bestellung für Einsätze auf geschlossenen Betriebsgeländen, Werksarealen oder bei Organisationen mit eigenem Zulassungsrecht (sprich: vor allem das Militär) erhältlich. Das ist auch der "kleine" Haken an der Sache: Für den zivilen Einsatz mit regulärer Straßenzulassung sind Zuladung und Anhängelast zu hoch. Ford prüft allerdings, ob sich eine technische Lösung findet, um eine Zulassung für den Straßenverkehr zu erreichen.
Einen Startpreis hat Ford nicht genannt. In Australien wird der Ranger Super Duty je nach Variante zu Preisen von umgerechnet rund 71.200 bis 77.200 Euro angeboten.












