Mitsubishi steigt wieder ins US-Pickup-Geschäft ein. Gemeinsam mit Nissan entwickeln die Japaner einen mittelgroßen Pickup für Nordamerika, der gegen Ende des Jahrzehnts auf den Markt kommen soll. Das geht aus einer sogenannten Roadmap hervor, mit der Mitsubishi die Planungen für die kommenden Jahre vorgestellt hat. Von 2005 bis 2009 hatte sich Mitsubishi schon einmal in den USA mit einem Pick-up versucht, dem Raider auf Basis des Dodge Dakota. Das Experiment endete weitgehend glücklos. Aktuell hat Mitsubishi in den USA nur den Outlander und den Eclipse Cross im Angebot.
Produktion in den USA
Technische Basis für den noch namenlosen neuen Mitsubishi Pick-up ist eine neue Leiterrahmen-Plattform von Nissan, die auch den nächsten Nissan Frontier, einen Xterra-Nachfolger und einen künftigen Infiniti-SUV tragen wird. Gebaut werden soll der Mitsubishi-Pickup im Nissan-Werk Canton in Mississippi. Für Mitsubishi ist das ein wichtiger Schritt, da die Marke bislang keine eigene US-Fertigung betreibt. Die Entscheidung steht auch im Zusammenhang mit den Importzöllen in den USA, denen Mitsubishi mit einer Produktion vor Ort entgeht. Ein konkreter Marktstart steht noch nicht fest, vor 2030 soll es aber soweit sein.
Mit der neuen Kooperation drehen sich die Beziehungen zwischen den beiden Marken um. Denn außerhalb der USA ist Mitsubishi der Plattformspender für mittelgroße Nissan Pick-up-Modelle. Der neue Nissan Navara basiert auf dem Mitsubishi Triton, der bei uns bis 2022 als L200 verkauft wurde. Der Midsize-Pick-up Nissan Frontier für die USA, der ursprünglich auf dem Navara basierte, ist seit 2021 in einer speziell für den US-Markt entwickelten Baureihe erhältlich, angetrieben von einem 3,8-Liter-V6 mit 314 PS.
Große Modelloffensive
Der Pickup ist Teil einer größeren Offensive. Mitsubishi kündigt 13 Neuheiten innerhalb der kommenden sechs Jahre an. Ziel ist es, den weltweiten Absatz von zuletzt rund 797.000 auf rund 930.000 Einheiten bis Anfang der 2030er-Jahre zu steigern. Schwerpunkt dabei ist die Elektrifizierung. Fünf Vollhybride, fünf Plug-in-Hybride und drei reine Elektroautos stehen in der Planung, konventionelle Verbrenner wird Mitsubishi künftig nicht mehr entwickeln.

Die Roadmap von Mitsubishi sieht 13 neue Modelle bis 2031 vor.
Neben Nissan kooperiert Mitsubishi auch mit dem Apple-Zulieferer Foxconn, mit dem die Marke einen Elektro-SUV entwickelt. Für Nordamerika ist außerdem ein neues E-Auto auf Basis der nächsten Nissan-Leaf-Generation geplant. Dazu kommen kompakte Kei-Fahrzeuge für Japan.
Pajero kehrt zurück
Auch der Pajero kehrt zurück. Der große Geländewagen mit Leiterrahmen wird technisch eng verwandt mit dem Mitsubishi-Pick-up Triton auf den Markt kommen. Aus dem Einzelmodell soll eine ganze Familie werden. Der Flaggschiff-SUV auf Triton-Basis wird ergänzt durch einen kompakteren Offroader (so etwas gab es schon einmal, den Pajero Pinin) und möglicherweise sogar ein kleines Kei-Car-Modell. Welche Variante auf welchen Märkten angeboten werden, ist dabei noch offen. Und um beim Thema Offroad zu bleiben: Mitsubishi plant einen neuen Van mit Geländewagenausrichtung, langfristig als Nachfolger des seit 2007 gebauten Delica D:5. Der könnte in die Fußstapfen des seligen L300 4x4 treten, der seinerzeit mit Pajero-Basis ein richtig schicker Offroad-Van war.












